An der TU Dresden wird es internationaler – und das nicht nur auf dem Papier. Fast jeder vierte Studiengang wird inzwischen auf Englisch angeboten. Neue Programme entstehen vor allem in Mathematik sowie in den Natur- und Umweltwissenschaften. Die Universität will damit internationale Studierende und Forschende gewinnen und sie zugleich für den deutschen Arbeitsmarkt in MINT-Berufen interessieren.

Auch an den anderen sächsischen Universitäten wächst das Angebot. Zum Wintersemester 2026/27 kommen weitere englischsprachige Studiengänge hinzu. Der Trend läuft schon länger: In den vergangenen zehn bis 20 Jahren ist die Zahl kontinuierlich gestiegen. Für Hochschulen geht es dabei um internationale Bewerber, aber ebenso darum, deutschen Studierenden internationale Kompetenzen mitzugeben, auf grenzüberschreitende Berufslaufbahnen vorzubereiten und Kooperationen mit ausländischen Hochschulen und Industriepartnern auszubauen.

Leipzig, Freiberg und Chemnitz legen nach

Die Universität Leipzig bietet inzwischen 28 englischsprachige Studiengänge an. Vor allem die Naturwissenschaften erweitern ihr Portfolio. Neu starten die Masterstudiengänge „Japan in the Asia Pacific“ und „Evolutionary Anthropology“. In Theologie und Veterinärmedizin gibt es dagegen keine englischsprachigen Studiengänge. Fremdsprachige und teilweise zweisprachige Angebote finden sich außerdem unter anderem in den Übersetzungswissenschaften.

In Freiberg reicht die Geschichte des englischen Vollstudiums bis zum Wintersemester 1999/2000 zurück. Das erste Programm hieß „International Management of Resources and Environment“ und begann mit sieben Studierenden. Mittlerweile gibt es an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg 14 englischsprachige Studiengänge. Neu ist der Master „Responsible Consumption and Production“, den Freiberg gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben in Österreich und der Universität León in Spanien anbietet. Die Studienabschnitte finden an allen drei Standorten statt – Kofferpacken gehört dort also praktisch zum Curriculum.

Die TU Chemnitz hat die Zahl ihrer englischsprachigen Studiengänge innerhalb von zehn Jahren von neun auf 13 erhöht. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Studierenden in diesen Programmen von 1.268 auf 2.177. Etwa ein Viertel der Studierenden studiert inzwischen auf Englisch. Neu ist der Master „Automation, Robotics and Control“ an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik. Die Einschreibung ist noch bis Ende Oktober möglich.

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In Freiberg und Chemnitz gibt es keine Studiengänge in anderen Fremdsprachen. Die TU Dresden bietet allerdings einzelne Lehrveranstaltungen etwa auf Russisch, Französisch oder Italienisch in den Sprachwissenschaften an. Englischsprachige Angebote finden sich überwiegend in weiterführenden Studiengängen mit dem Abschlussziel Master.

Englisch studieren, Deutsch im Alltag

Rund 17.000 ausländische Studierende lernen und forschen bereits an sächsischen Hochschulen. Für ein Studium in Sachsen gelten trotzdem einige Hürden: nötig sind ausreichende Deutschkenntnisse, ein gleichwertiger Schul- oder Hochschulabschluss und die jeweiligen hochschulspezifischen Anforderungen. Für deutschsprachige Studiengänge müssen internationale Bewerber eine Sprachprüfung für den Hochschulzugang nachweisen; Sprachzertifikate müssen dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen, kurz GER, entsprechen.

Wer in einem englischsprachigen Studiengang zugelassen werden möchte, braucht grundsätzlich keine Deutschkenntnisse. Häufig verlangen Hochschulen stattdessen beim Englischen IELTS Academic mit meist 6,0 bis 7,0 Punkten, TOEFL iBT mit meist 80 bis 100 Punkten, Cambridge C1 Advanced mit mindestens der Note B oder den Duolingo English Test mit meist 110 bis 120 Punkten – je nach Hochschule. Deutsch auf A2- bis B1-Niveau ist vor der Ankunft trotzdem eine gute Idee. Wohnungssuche, Behördengänge, Aufenthaltsangelegenheiten, Bankgeschäfte, Arztbesuche, Apotheken und soziale Kontakte mit deutschen Studierenden laufen nicht automatisch auf Englisch. Auch bei vielen Nebenjobs werden mindestens B2-Kenntnisse erwartet; Technologieunternehmen, Start-ups und internationale Firmen sind häufiger Ausnahmen. Hochschulen bieten oft begleitende Deutschkurse mit zwei bis vier Wochenstunden an.

Für einen Bachelor braucht es ein anerkanntes, dem deutschen Abitur gleichwertiges Sekundarschulzeugnis. Für den Master wird ein fachlich passender Bachelorabschluss mit mindestens 180 ECTS und guten Noten erwartet. GRE oder GMAT sind in der Regel nicht erforderlich. Englische und deutsche Studiengänge unterliegen denselben Akkreditierungsstandards; auf dem Abschlusszeugnis wird nicht zwischen den Unterrichtssprachen unterschieden.

Ob ein ausländischer Schulabschluss direkt zum Hochschulstudium berechtigt oder zunächst ein Studienkolleg nötig ist, lässt sich in der DAAD-Zulassungsdatenbank oder bei „anabin“ der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen prüfen. Als gleichwertiger Bildungsstand gelten eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung oder eine bestandene Feststellungsprüfung.

Von der Bewerbung bis zum Sperrkonto

Bewerber aus EU-Mitgliedstaaten sowie aus Island, Liechtenstein und Norwegen stellen den Zulassungsantrag für alle Studiengänge direkt bei der gewünschten Hochschule. Die Bewerbung erfolgt schriftlich: Antrag auf Immatrikulation und weitere Unterlagen vollständig ausfüllen, erforderliche Nachweise beifügen und alles fristgerecht bei der zuständigen Stelle einreichen. Die Hochschule entscheidet anschließend und verschickt einen Zulassungs- oder Ablehnungsbescheid.

Zum möglichen Papierstapel gehören Schulabschlusszeugnisse mit Einzelnoten, die im Herkunftsland zum Hochschulstudium berechtigen – etwa Matura, Bakkalaureat, School-Leaving-Certificate oder General Certificate of Education (GCE). Hinzukommen können Hochschul- oder Universitätszeugnisse, auch von Colleges und Akademien, Nachweise über bestandene Hochschulaufnahmeprüfungen im Ausland, vorhandene Immatrikulations- oder Studienbescheinigungen, bei deutschsprachigen Studiengängen ein Nachweis deutscher Sprachkenntnisse sowie eine vollständige tabellarische Darstellung des bisherigen Bildungswegs. Welche weiteren Unterlagen nötig sind, teilt die jeweilige Hochschule mit.

Der Zulassungsbescheid enthält die Fristen für die Annahme des Studienplatzes und die Einschreibung. Ein Ablehnungsbescheid informiert über die Rangposition nach Durchschnittsnote und Wartezeit sowie über das Nachrückverfahren. Wenn zugelassene Bewerber ihren Platz nicht annehmen, kann dort kurzfristig noch ein Studienplatz frei werden. Der Zulassungsantrag muss innerhalb der Bewerbungsfrist eingereicht werden.

Wer früh plant, hat weniger Stress: 12 bis 18 Monate vorher Programme über die DAAD-Datenbank recherchieren und fünf bis zehn auswählen, zehn bis zwölf Monate vorher Anforderungen, Sprachtests, Zeugnisse und Motivationsschreiben prüfen, acht bis zehn Monate vorher IELTS oder TOEFL ablegen. Die Bewerbung läuft über uni-assist oder direkt bei der Hochschule; uni-assist verlangt für die erste Bewerbung 75 Euro. Häufige Fristen sind der 15. Juli für das Wintersemester und der 15. Januar für das Sommersemester. Nach der Zusage wird ein Sperrkonto mit 11.904 Euro eröffnet, sechs bis zwölf Wochen vor der Abreise ein nationales Visum beantragt.

Interessenten sollten sich frühzeitig an das Akademische Auslandsamt der gewünschten Hochschule wenden, um Kosten und Fristen zu klären. Staatliche Hochschulen verlangen in 15 von 16 Bundesländern normalerweise keine Studiengebühren; üblich sind Semesterbeiträge von 150 bis 400 Euro. In Baden-Württemberg zahlen Studierende aus Nicht-EU-Staaten in der Regel 1.500 Euro pro Semester.

Deutschlandweite Auswahl und Perspektiven

Sachsen ist Teil eines deutlich größeren Hochschulmarkts. Deutschland bietet über 2.000 englischsprachige Master- und rund 200 englischsprachige Bachelorprogramme an mehr als 400 Hochschulen. Typische Fachbereiche sind Ingenieurwesen, Informatik, Wirtschaft, Data Science, Naturwissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Deutschland hat über 400.000 internationale Studierende, und die Zahl der englischsprachigen Programme wächst jährlich.

Unter den genannten Hochschulen bietet die TU München die größte Auswahl englischsprachiger Programme; im QS-Ranking liegt sie auf Platz 37. Beispiele sind Data Engineering and Analytics, Computational Science and Engineering, Management and Technology, Robotics, Cognition, Intelligence sowie Physics. Die TUM School of Management besitzt AACSB-, EQUIS- und AMBA-Akkreditierungen. Die Universität Heidelberg steht auf Platz 49 und nennt Scientific Computing, International Health, Molecular Biosciences, American Studies und Physics; für Nicht-EU-Studierende gilt dort die baden-württembergische Gebühr von 1.500 Euro pro Semester.

Die Humboldt-Universität zu Berlin liegt auf Platz 120 und bietet etwa Statistics, International Relations, Global History und Computational Neuroscience. Die Freie Universität Berlin steht auf Platz 101, mit Beispielen wie North American Studies, Data Science, Global Communication und Computational Sciences. Die RWTH Aachen, auf