SG Uni Greifswald/Loitz besteht Berliner Prüfung trotz enger Schlussphase mit 31:28
Die Regionalliga-Handballer der SG Uni Greifswald/Loitz treten am Sonntag um 17 Uhr bei Blau-Weiß Berlin an. Nach der 30:41-Niederlage gegen Empor Rostock II soll dort möglichst schnell ein anderes Bild entstehen. Trainer Jürgen Radloff formulierte es so: Die Mannschaft wolle „ein anderes Gesicht zeigen“.
Die Partie gegen Rostock ist inzwischen aufgearbeitet. Die Fehler wurden analysiert, den Spielern noch einmal per Video vorgeführt. Zu viele davon hatte die SG gemacht; für Radloff war die Niederlage deprimierend. Gleichzeitig hält er den Ausrutscher für weniger bedenklich als mehrere knappe Pleiten hintereinander. Seine Spieler könnten es besser – und genau das sollen sie in Berlin zeigen.
Favorit mit einigen Fragezeichen
Auf dem Papier reist Greifswald/Loitz als Favorit an: Blau-Weiß Berlin ist nach drei Spieltagen noch punktlos und Tabellenletzter. Ein Selbstläufer wird die Sache trotzdem nicht. Mehrere Spieler der SG sind angeschlagen, die Kadersituation ist angespannt. Dazu kommt die ungewohnte Bedingung, dass in Berlin ohne Haftmittel gespielt wird. Das kann im schnellen Handball schon mal an Kleinigkeiten rütteln.
In der Vorsaison endete das Duell in Berlin 31:31. Das Hinspiel gewann die SG Uni Greifswald/Loitz mit 31:28. Genau dieses Ergebnis wiederholte sich nun auch in der aktuellen Begegnung gegen die Sp.Vg. Blau-Weiß 1890 – diesmal mit 17:13 zur Halbzeit.
Früher Vorsprung, dann wurde es eng
Greifswald/Loitz legte los wie die Feuerwehr. Fink traf bei 00:52 zum 1:0, Schramm erhöhte bei 03:17 auf 2:0 und legte um 04:38 das 3:0 nach. Granholm verwandelte bei 07:35 einen Siebenmeter zum 4:0. Erst bei 07:52 gelang Krist das erste Berliner Tor.
Bis 10:38 baute die SG ihre Führung auf 7:1 aus. Danach arbeitete sich Blau-Weiß langsam heran, verkürzte bis 14:55 auf 9:5 und kam bei 17:48 auf 9:6. Schewetzky erzielte bei 21:46 den Anschlusstreffer zum 9:8. Kurz vor der Pause lag Berlin sogar nur noch mit 12:11 zurück, doch Greifswald/Loitz brachte die 17:13-Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel setzte Blau-Weiß den ersten Treffer zum 17:14. Greifswald/Loitz antwortete und zog bis 34:29 wieder auf 20:16 davon. Berlin blieb lästig, verkürzte zwischenzeitlich auf 20:19. Nach 42:31 führte die SG wieder 23:20, nach dem 25:20 bei 44:56 stand es bis 51:09 noch 27:24.
Dann setzte sich Greifswald/Loitz auf 30:25 ab. Blau-Weiß kam noch auf 30:27 heran, ehe Rasch bei 58:29 das 31:27 erzielte. Stollenwerk hatte bei 52:12 das 27:25 markiert, weitere Treffer folgten durch Granholm bei 53:02 und Rasch bei 54:06. Das letzte Tor des Spiels erzielte Schewetzky bei 55:54 zum 30:27 – der Endstand lautete 31:28 für die SG Uni Greifswald/Loitz.
Rasch und Granholm treffen jeweils achtmal
Bei der SG waren Rasch und Granholm mit jeweils acht Toren die erfolgreichsten Werfer. Granholm traf dabei viermal vom Siebenmeterpunkt. Schramm kam auf sieben Tore, Teixeira auf fünf, Fink auf zwei und Naussed auf einen Treffer.
Für Blau-Weiß erzielte Widczisk fünf Tore, davon zwei Siebenmeter. Schewetzky, Erdmann und Krist trafen jeweils viermal. Kern, Nils, kam auf zwei Tore, ebenso Heim und Stollenwerk, der einen Siebenmeter verwandelte. Rohrbeck, Biernacki, Quente und Kern, Lukas, erzielten jeweils ein Tor.
Greifswald/Loitz verwandelte vier Siebenmeter, Blau-Weiß drei. Die Berliner vergaben außerdem mehrere Strafwürfe, unter anderem durch Strasburger, Krist, Rohrbeck und Widczisk. Von der Bank kamen bei der SG Auszeiten bei 26:39 und 51:13, Blau-Weiß nahm seine Unterbrechungen bei 03:53, 17:30 und 45:00.
Auch an Strafen fehlte es nicht: Die SG kassierte vier Zeitstrafen, Blau-Weiß sieben. Schewetzky erhielt bei 58:44 und 58:45 zweimal eine Zeitstrafe und anschließend eine Disqualifikation ohne Bericht. Kern, Nils, wurde bei 59:11 ebenfalls ohne Bericht disqualifiziert. Weitere Zeitstrafen betrafen unter anderem Naussed, Schramm, Einweg, Kern, Biernacki, Rohrbeck und Krist.
Für die Uni Greifswald bleibt damit ein Spiel, das vieles von dem zeigte, was Trainer Radloff vor der Reise eingefordert hatte: ein klarer Beginn, eine wackelige Phase und am Ende doch genug Ruhe, um die Berliner nicht ganz zurück ins Spiel kommen zu lassen. Am Sonntag um 17 Uhr wartet in Berlin nun die nächste Prüfung – ohne Haftmittel, mit angeschlagenem Personal und ziemlich viel Erwartungsdruck im Gepäck.
