Wer vom 23. bis 27. November 2026 über Hochschulen, KI und internationale Zusammenarbeit sprechen möchte, sollte den Blick nach Tiflis richten: Die Business and Technology University (BTU) in Georgien lädt Universitätsmitarbeitende weltweit zur 7. internationalen Staff Week ein. Das Motto lautet „Universitäten der Zukunft: Innovation, Inklusion und Transformation“.

Angesprochen sind akademisches und administratives Hochschulpersonal, Forschende, Mitarbeitende internationaler Hochschul- und Relations-Büros sowie Angehörige von Partner- und internationalen Hochschulen. Die Arbeitssprache ist Englisch. Veranstaltungsort ist die Business and Technology University in Tiflis.

Fünf Tage zwischen Workshop und Bergtour

Auf dem Programm stehen Keynote-Vorträge und -Sitzungen, Workshops, Podiumsdiskussionen sowie Präsentationen ausgewählter beziehungsweise teilnehmender Hochschulen. Dazu kommen Networking, institutionelles Matchmaking und Möglichkeiten zum Aufbau neuer Partnerschaften. Auch Begrüßungsdinner sowie Networking- und Kulturaktivitäten in Tiflis sind vorgesehen; ein kultureller Ausflug führt in die georgischen Berge. Ein dichtes Programm also, bei dem der Laptop vermutlich nicht die ganze Zeit geschlossen bleibt.

Inhaltlich geht es um Künstliche Intelligenz und digitale Transformation, Unternehmertum, Inklusion, Beschäftigungsfähigkeit, Internationalisierung und institutionelle Zusammenarbeit. Die Staff Week soll Raum für Ideenaustausch bieten und zugleich die Diskussion über künftige Entwicklungen im Hochschulbereich anstoßen.

Die Teilnahmegebühr beträgt 120 Euro. Anmeldeschluss ist der 5. November 2026. Nach der Registrierung prüft das BTU Development and International Relations Office die Anmeldung und kontaktiert die Teilnehmenden mit einer Bestätigung sowie weiteren Informationen zur Teilnahme.

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Warum KI längst Hochschulsache ist

Der Termin passt in eine Entwicklung, die Hochschulen in Deutschland und anderswo gerade ziemlich auf Trab hält. Neue Technologien, insbesondere Künstliche Intelligenz, verändern Arbeitswelt, Lernen, Lehre und Hochschulverwaltung. Digitalisierung soll Hochschulbildung individualisierter, flexibler, mobiler, offener, gerechter, internationaler und leistungsfähiger machen. Das klingt groß – in der Praxis geht es dann oft um sehr konkrete Dinge: bessere Lernwege, verständlichere Rückmeldungen, Assistenzsysteme oder weniger Papierkrieg.

Als zentrale Maßnahmen werden unter anderem das Hochschulforum Digitalisierung (HFD), das HRK-Projekt „KI-Lotse“, das Projekt „KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken“ und die Bund-Länder-Initiative „KI in der Hochschulbildung“ genannt. Das 2014 gegründete HFD ist ein transferorientiertes Kompetenzzentrum zur digitalen Transformation. Es vernetzt, begleitet und berät Akteure aus Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Getragen wird es vom Stifterverband, dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Der „KI-Lotse“ der HRK startet 2026. Das Projekt soll Hochschulen, insbesondere Hochschulleitungen, bei strukturellen, rechtlichen und organisatorischen Anforderungen durch KI unterstützen; ein Schwerpunkt liegt auf der EU-KI-Verordnung. Ebenfalls 2026 beginnt das vom Stifterverband geleitete Verbundprojekt „KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken“. Beteiligt sind das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die RWTH Aachen, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Duale Hochschule Baden-Württemberg, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die FernUniversität in Hagen, die Technische Universität München und die Universität Tübingen. Auf Basis des KI-Campus sollen prototypisch digitale und skalierbare Lernangebote, Bildungsressourcen und Werkzeuge zur Stärkung von KI-Kompetenzen entstehen.

Von adaptiven Lernpfaden bis zum Campus-Chatbot

Die Bund-Länder-Initiative „KI in der Hochschulbildung“ zielte auf die Stärkung der KI-Kompetenzen von Studierenden und Hochschulpersonal. Der Bund förderte gemeinsam mit den Ländern bis Ende 2025 die Entwicklung von Studiengängen und Modulen im KI-Bereich sowie den Aufbau KI-gestützter Systeme, etwa intelligenter Assistenzsysteme. Seit Dezember 2021 wurden 14 Verbund- und 40 Einzelvorhaben bis zu vier Jahre gefördert: 54 Vorhaben, 92 Teilvorhaben, 81 beteiligte Hochschulen und ein Fördervolumen von 130 Millionen Euro.

15 Projekte vermittelten KI als Lerninhalt und entwickelten KI-basierte Werkzeuge für Lehre und Verwaltung. Bei 2LIKE an der Universität Ulm entstehen adaptive Lernpfade und personalisiertes Feedback, um unterschiedliche Vorkenntnisse von Masterstudierenden nach Fach- oder Hochschulwechsel auszugleichen. ALI an der Goethe-Universität Frankfurt entwickelt einen internationalen, interdisziplinären Masterstudiengang zu KI und digitalen Technologien in Bildungsprozessen und Weiterbildungsangebote für akademisch Berufstätige. CAVAS+ an der Universität Potsdam arbeitet an einem KI-Assistenzsystem, das individuelle Studienplanung mit Studienordnungen abstimmt, und an KI-Lehrveranstaltungen für Lehrpersonal.

IKILeUS an der Universität Stuttgart verbindet ein modulares KI-Lehrangebot für Naturwissenschaften mit KI-Unterstützung in der Lehre, einem Assistenzsystem für Lernberatung und gezielter Unterstützung Studierender mit körperlichen Einschränkungen. INTER-AGENT an der Charité Berlin setzt auf KI-Lehrinhalte, intelligente Tutorensysteme sowie Online- und Präsenzangebote für Gesundheitsberufe; ein Zertifikatsprogramm ist geplant. IPPOLIS an der Fachhochschule Dortmund bringt ein Data-Science-Vertiefungsmodul in den Informatik-Bachelor, automatisiertes Feedback für wissenschaftliches Schreiben und Chatbots für Beratungsangebote ein.

Bei KI Rollout an der Hochschule Trier geht es um KI-Qualifizierung für Studierende sowie KI-Unterstützung für Lehrende und Verwaltung, verbunden mit Informatik- und fachbezogenen Kompetenzen. KI2EL an der Universität Kiel baut ein KI- und Data-Science-Studienangebot für verschiedene Qualifikationsstufen auf, unter anderem für das Berufsfeld „Educational Engineer“. KISS, ein Projekt der Hochschule Furtwangen und der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen, untersucht KI-Anwendungen in Industrie, Wirtschaft, Verwaltung, Musik und Kultur und plant ein hochschulartenübergreifendes KI-Kompetenzzentrum.

KI-StudiUm an der Westsächsischen Hochschule Zwickau verzahnt KI in Studium, Lehre, Verwaltung und Service. Vorgesehen sind Studienorientierung, virtueller Campus, Wissensmanagement, Digital Education Hub, personalisierte Lernumgebung und Qualifizierungsprogramme für Hochschulmitarbeitende. KIWI an der HTW Berlin entwickelt ein systematisches hochschulweites KI-Lehrangebot, einen Modulbaukasten für verschiedene Niveaus sowie einen KI-Chatbot im Campusmanagement und in Messengerdiensten. KNIGHT an der Hochschule für Technik Stuttgart arbeitet an automatisierter Unterstützung von Lernprozessen, Entlastung des Lehrpersonals, Kompetenzmatrix und Learning-Analytics-Plattform.

KompiLe an der Hochschule Offenburg erprobt eine adaptive Lernumgebung mit personalisierten Lernvorschlägen, unter anderem in IT-Sicherheit, Elektrotechnik und BWL. SKILL von der Europa-Universität Viadrina und der Bauhaus-Universität Weimar ist ein sozialwissenschaftliches KI-Lab zur Analyse und Visualisierung von Argumentationen in wissenschaftlichen und politischen Texten. THInKI der Universitäten Jena und Ilmenau entwickelt KI-Lehrangebote für Medizin, Naturwissenschaften, Psychologie, Humanwissenschaften und Pädagogik sowie ein fachübergreifendes Zertifikatsprogramm.

Weitere 27 Projekte etablierten KI als Lerninhalt in der Hochschulbildung. ABBA entwickelt einen Modulbaukasten für KI-Kompetenzen in Wirtschaftswissenschaften von Bachelor bis Promotion, inklusive OER-Lehrinhalten, Lernfabrik und Vernetzungsplattform. Ai4all an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bietet ein modulares KI-Lehrangebot für alle Studierenden, das in Studiengänge integriert und angepasst werden kann. AIDAHO an der Universität Hohenheim verbindet KI, Data Science und Scientific Computing in einem modularen Angebot mit Zertifikat und perspektivisch eigenständigem Studiengang.

AiEng verbindet in einem interdisziplinären Bachelorstudiengang KI- und Ingenieurkompetenzen für den gesamten industriellen Entwicklungsprozess. AIM@LMU ist als KI-Nebenfach, Zertifikatskurs oder Vorbereitung auf einen Master für Studierende verschiedener Fachrichtungen angelegt. AI-SKILLS an der Humboldt-Universität Berlin kombiniert ein lehrplanintegriertes KI-Zertifikatsprogramm, eine JupyterHub-Lernumgebung und KI-gestützte Prüfungsformate. BB-KI Chips vermittelt KI-Grundlagen und KI-Hardware in einem hochschulübergreifenden Angebot für technische Informatik und Data Science.

BNTrAinee an der Universität Bonn richtet sich mit Studien- und Qual