Uni Baskets Münster: Vom ProA-Absteiger zum ProB-Favoriten
Heute, am 26. September 2026, beginnt für die Uni Baskets Münster ein neues Kapitel: Um 19:30 Uhr empfängt das Team die Itzehoe Eagles zum Auftakt der ProB-Saison 2026/27. Nach vier Jahren in der ProA ist Münster nun wieder drittklassig – und muss sich dabei ziemlich schnell an eine ungewohnte Rolle gewöhnen.
Manager Helge Stuckenholz zeigte sich bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz mit der sportlichen Entwicklung zufrieden. Die Mannschaft spiele selbstlos, arbeite auch abseits des Balls gut zusammen und halte auf der Bank den Kontakt. Mehrere Spieler sähen ihre Zukunft perspektivisch in Münster. Das klingt nach einem Fundament, das nicht erst am Spieltag gegossen wurde.
Neustart nach vier Jahren am Limit
Die Erfahrungen aus den vier ProA-Jahren sollen in die Weiterentwicklung des Standorts einfließen. Nach Jahren am finanziellen und organisatorischen Limit könne der Verein in der ProB eine neue Identität, neue Strukturen und eigene Prinzipien entwickeln, sagte Stuckenholz. Sollte später die Rückkehr in die ProA gelingen, solle Münster dank dieser Grundlage reifer und besser vorbereitet sein.
Einfacher geworden ist die ProA inzwischen ohnehin nicht. In den vergangenen vier Jahren stiegen insgesamt acht Bundesligisten mit Erstliga-Standards in die zweithöchste Liga ab. Leistungsdichte und Professionalität seien dadurch stark gestiegen. Für die Uni Baskets wurde es schwieriger, dort mit den eigenen Mitteln und der eigenen Identität zu bestehen.
Der Abstieg bedeutet zunächst den Wechsel in eine niedrigere Liga. Gleichzeitig kann genau daraus Energie entstehen: Basketball, ein voller Saal und eine neue Heimspielatmosphäre sollen wieder zusammenfinden. Stuckenholz sieht darin die Chance, sportlich zu wachsen. 80 Prozent der Dauerkarteninhaber aus der vergangenen Saison haben trotz des Abstiegs verlängert. Für die neue Spielzeit hofft der Verein auf einen Zuschauerschnitt mit einer „2“ an der Spitze – also mindestens 2000 Besucher pro Heimspiel.
Eine erfolgreiche ProB-Saison, gute Stimmung und vielleicht eine kleine Erfolgsgeschichte könnten auch neue Zuschauer dauerhaft an Münster binden. Der deutsche Kern des Kaders ist bereits relativ stabil. Paul und Robert beginnen in Münster ihr Studium, Thore studiert dort und hat für zwei Jahre unterschrieben. Adam will voraussichtlich weiterspielen. Cosmo absolviert einen einjährigen Master in Global Governance. Wie es mit Cosmo und Oli weitergeht, ist noch offen; bei Julius hofft der Verein auf eine Fortsetzung. Nachwuchsspieler Lukas Freitag entwickelt sich stark und macht derzeit sein Abitur.
Auch bei den ausländischen Spielern wird langfristig gedacht: Eine Position ist bereits vertraglich für die ProA abgesichert, eine weitere könnte sich eine Fortsetzung ebenfalls vorstellen. So kann Kontinuität entstehen, wenn die sportliche Reise tatsächlich wieder nach oben führt.
Vom Underdog zum Gejagten
Nach vier ProA-Saisons als Underdog gehören die Baskets in der ProB zu den Topteams. Das bringt neue Aufmerksamkeit – und Gegner, die gegen Münster besonders motiviert auftreten werden. Die bisherigen Spiele haben laut Stuckenholz gezeigt, dass die Mannschaft auch bei deutlichen Führungen konzentriert bleibt. Gegen Herten etwa spielte sie bei Zwischenständen von plus 20, 30 und 40 Punkten weiter konsequent.
Der Anspruch ist klar: Die Mannschaft will jedes Spiel gewinnen und Meister werden. Entscheidend sei aber, den eingeschlagenen Weg während der Hauptrunde fortzusetzen, sich weiterzuentwickeln und in engen Playoff-Situationen bestehen zu können. Eine Warnung aus der jüngeren Vergangenheit gehört dazu. Nach einer starken Saison schied Münster einst in der ersten Playoff-Runde gegen eine Ulmer Nachwuchsmannschaft aus. Bis zu den Playoffs kann also noch viel passieren – mehr, als einem manchmal lieb ist.
Die bisherigen ProA-Standards will der Verein organisatorisch nicht für die ProB reduzieren. Stattdessen soll Münster breiter aufgestellt werden. Nach dem Abstieg überprüfte der Club deshalb die Entwicklung des gesamten Standorts. Neben den Uni Baskets sollen die in die 2. DBBL aufgestiegenen Damen und die Kooperation mit dem Rollstuhl-Basketball gefördert werden.
Die Aufmerksamkeit rund um die Basketball-Weltmeisterschaft in Berlin beziehungsweise die Rollstuhl-Basketball-WM könnte dabei neue Zielgruppen erreichen. Die Damen spielen künftig in der zweiten Liga, die Rollstuhl-Basketballer in der ersten Liga und die Uni Baskets in der dritten Liga. Für den angestrebten Aufstieg der Baskets in die zweite Liga fehlen derzeit passende Trainingsbedingungen. Zusätzlicher Raum muss her.
Jeder der drei Bereiche soll sich erfolgreich entwickeln können: etwa mit einem europäischen Titel der Rollstuhl-Basketballer, dem ersten ProA-Playoff-Sieg der Baskets oder einem späteren Aufstieg der Damen in die erste Liga. Drei Wege, ein Basketballstandort – und vermutlich reichlich Terminstress in den Hallen.
29 Teams, zwei Staffeln, ein langer Weg
Die ProB-Saison 2026/27 ist die 20. Spielzeit der dritthöchsten deutschen Basketball-Liga. Sie läuft vom 25. September 2026 bis zum 16. Mai 2027. Die Hauptrunde endet am 3. April 2027, die Play-offs beginnen am 10. April. Die Finalspiele um die Meisterschaft sind für den 14. und 16. Mai 2027 angesetzt.
29 Mannschaften nehmen teil, 392 Hauptrundenspiele stehen im Kalender. Die Nordstaffel umfasst 14 Mannschaften, die Südstaffel 15. Innerhalb der Staffeln spielt jedes Team zweimal gegen jedes andere – einmal zu Hause und einmal auswärts. Begegnungen zwischen Nord und Süd gibt es erst in den Play-offs. Bei Punktgleichheit entscheidet zunächst der direkte Vergleich.
In die ProB abgestiegen sind aus der ProA die Bayer Giants Leverkusen, die Uni Baskets Münster und die ART Giants Düsseldorf. Die ETB Miners und die OrangeAcademy erwarben durch das Finale der Vorsaison das Aufstiegsrecht in die ProA. In die Regionalligen gingen die TKS 49ers, Rasta Vechta II und die VR-Bank Würzburg Baskets Akademie. Neu aus den Regionalligen dabei sind die SG Braunschweig, die TSG Solcom Ravens Reutlingen, Culture City Weimar und die BBA Hagen.
Für Münster sieht die vorläufige Ligeneinteilung der ProB Nord folgende Gegner vor: Baskets Juniors TSG Westerstede, BSW Sixers, EN BASKETS Schwelm, ART Giants Düsseldorf, Hertener Löwen, Iserlohn Kangaroos, Itzehoe Eagles, SC Rist Wedel, Seawolves Academy, TSV Neustadt temps Shooters, BBA Hagen, LOK Bernau, SG Braunschweig und Dragons Rhöndorf. Die Uni Baskets stehen dabei an erster Stelle.
Im Süden sind die Ahorn Camp Baskets, BBC Coburg, BG Hessing Leitershofen, CATL Basketball Löwen, Dresden Titans, FC Bayern Basketball II, Porsche BBA Ludwigsburg, SKYLINERS Juniors, SV Fellbach Flashers, TSV Oberhaching Tropics, TV Langen, Culture City Weimar, TSG Solcom Ravens und Bayer Giants Leverkusen aufgeführt. Ein 15. Süd-Team ist in der vorliegenden Übersicht nicht genannt.
Die Einteilung gilt vorbehaltlich noch zu klärender beziehungsweise finaler Lizenzauflagen. Dass die ProB derzeit 29 Teams umfasst, hängt auch mit dem zusätzlichen Teilnahmerecht der ART Giants Düsseldorf zusammen. Erstmals seit längerer Zeit werden außerdem alle Aufstiegsplätze der Regionalligisten wahrgenommen. Der Rahmenterminplan soll wegen der erweiterten Ligengröße um vier Spieltage ergänzt werden; dafür ist ein Umlaufbeschluss vorgesehen. Der Artikel zur Ligeneinteilung wurde am 27. Mai 2026 veröffentlicht.
Play-offs mit Heimvorteil und Rückspiel-Finale
Die acht bestplatzierten Mannschaften jeder Staffel ziehen in die Play-offs ein. Im Achtel-, Viertel- und Halbfinale gilt Best-of-Three: Die besser platzierte Mannschaft hat im ersten und, falls nötig, im dritten Spiel Heimrecht; die schlechter platzierte trägt das zweite Spiel zu Hause aus.
Das Achtelfinale ist für den 10. bis 18. April 2027 terminiert, das Viertelfinale für den 22. bis 28. April. Die Halbfinals folgen vom 1. bis 9. Mai, das Finale vom 14. bis 16. Mai. Bei gleicher Platzierung in unterschiedlichen Staffeln entscheidet eine feste Reihenfolge: zunächst die Anzahl der Siegpunkte, danach die Korbpunktdifferenz, die erzielten Korbpunkte und schließlich das Los.
Das Finale wird als Hin- und Rückspiel ausgetragen. Meister wird, wer aus beiden Partien die höhere Gesamtpunktzahl hol
