An der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule (PMH-Schule) in Balingen beginnen fünf neue Lehrkräfte ihren Dienst. Ihr Fächer-Mix reicht von Deutsch und evangelischer Religion über Farbtechnik bis zu Gestaltungs- und Medientechnik sowie Informatik. Eingesetzt werden sie an der Berufsschule, der Fachschule für Technik, dem Technischen Gymnasium (TG), dem Technischen Berufskolleg und in AVdual.

Das passt zu einer Lage, die auch am 9. Oktober 2026 an der Universität Tübingen nicht einfach vom Tisch ist: Zum Schulstart 2026/27 sind in Baden-Württemberg noch 426 Lehrerstellen unbesetzt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl deutlich gesunken, doch die Lücken sitzen vor allem in einzelnen Regionen und Fachbereichen. Besonders fehlen Lehrkräfte an sonderpädagogischen Schulen – dort sind 35 Stellen offen –, außerdem Fachlehrkräfte für musisch-technische Fächer und technische Lehrkräfte an beruflichen Schulen.

Fünf neue Gesichter an der PMH-Schule

Hung Duong bringt einen Bachelor of Engineering in Mechatronik von der Hochschule Karlsruhe und einen Masterabschluss in Elektrotechnik aus Ulm mit. Vor dem Schuldienst arbeitete er in der Wirtschaft, unter anderem im E-Bike-Bereich. Nun steigt er direkt an der PMH-Schule ein und unterrichtet Energie- und Automatisierungstechnik sowie System- und Informationstechnik in der Elektroabteilung der Berufsschule und an der Fachschule für Technik.

Christine Gyimothy absolvierte 2006 in Niederbayern eine Ausbildung zur Mediengestalterin. Danach studierte sie Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und arbeitete zunächst als Grafikerin. Über eine Vertretungsstelle an der Kerschensteinerschule in Reutlingen wechselte sie 2015 in den Schuldienst und stieg anschließend direkt ein. Am Technischen Gymnasium unterrichtet sie Gestaltungs- und Medientechnik (GMT) sowie Informatik.

Auch Tung Nguyen kommt aus dem Kommunikationsdesign. Er studierte an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd, arbeitete mehrere Jahre als Grafikdesigner in der Wirtschaft und wechselte 2011 an die Kerschensteinerschule Reutlingen. Im neuen Schuljahr ist er für einen Tag an die PMH-Schule abgeordnet. Dort unterrichtet er GMT im Technischen Berufskolleg.

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Lukas Jäger studierte an der Universität Tübingen Deutsch und evangelische Religion. Sein Referendariat absolvierte er in Laichingen, ab 2021 unterrichtete er an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm. An der PMH-Schule ist er am TG, an der Berufsschule und in AVdual tätig.

Marvin Muschkowitz schließlich kommt direkt aus dem Handwerk. 2018 schloss er seine Ausbildung zum Maler und Lackierer ab, wurde Landessieger und erreichte auf Bundesebene den vierten Platz im Maler- und Lackiererhandwerk. Von 2019 bis 2020 besuchte er die Meisterschule, 2021 eröffnete er einen eigenen Malerbetrieb. Jetzt unterrichtet er Farbtechnik an der Berufsschule.

Entspannung auf dem Papier, Engpässe im Klassenzimmer

Kultusminister Andreas Jung zufolge ist die Versorgung trotz der Fortschritte weiterhin angespannt, besonders in der Sonderpädagogik. An Gymnasien sind landesweit nur vier Stellen unbesetzt. Im Zollernalbkreis waren im Vorjahr acht Stellen offen: fünf an Werkrealschulen, zwei an Realschulen und eine an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ). Zum neuen Schuljahr sind dort alle Lehrerstellen besetzt.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Kreis Rottweil sind zum Schulstart offiziell ebenfalls keine Stellen vakant. Im Schwarzwald-Baar-Kreis waren es im Vorjahr noch 39, im Kreis Rottweil 23. Im Regierungsbezirk Freiburg konnten bei den wissenschaftlichen Lehrämtern alle Stellen besetzt werden, teilweise mit befristeten Verträgen. Offen bleiben dort bei nichtwissenschaftlichen Fachlehrkräften 68,5 Stellen für Primar- und Sekundarstufe I sowie 62 Stellen an beruflichen Schulen. Besetzt werden sollen sie im Schuljahr mit Personen ohne Lehramtsbefähigung und bedarfsorientiert.

Im Kreis Rottweil gab es im Vorjahr unter anderem acht offene Stellen in der Sonderpädagogik; inzwischen sind sie besetzt. Im Landkreis Tuttlingen waren damals insgesamt 28 Stellen unbesetzt, zwölf davon an SBBZ. Nur an Gymnasien waren zu diesem Zeitpunkt alle Stellen besetzt. Zum neuen Schuljahr sind laut Regierungspräsidium Freiburg alle Stellen vergeben, einzelne Lücken bei nichtwissenschaftlichen Fachlehrkräften sollen im Schuljahr bedarfsgerecht verteilt werden.

Auch im Ortenaukreis sind zum neuen Schuljahr alle Stellen besetzt. Im Vorjahr war dort nur an Berufsschulen eine Stelle frei geblieben, während Grund- und weiterführende Schulen vollständig versorgt waren. Im Landkreis Freudenstadt hat sich die Zahl von 25 offenen Stellen im Vorjahr, überwiegend an Grundschulen, auf vier verringert. Diese vier liegen sämtlich im sonderpädagogischen Bildungsbereich. Bewerber fehlen weiterhin unter anderem in Physik, Informatik und Bildender Kunst.

Im Landkreis Calw sind vier Stellen unbesetzt, alle an sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen. An Grundschulen, Haupt- und Werkrealschulen sowie Gymnasien sind alle Stellen besetzt; im Vorjahr waren noch 16 Stellen offen, die damals durch befristete Ausschreibungen besetzt werden konnten. Im Landkreis Lörrach wurden aus 26 unbesetzten Stellen im Vorjahr zum Schulstart 2026/27 offiziell null. Einzelne Versorgungsengpässe gibt es dort dennoch in bestimmten Fächern sowie in der Primar- und Sekundarstufe. Dafür sollen ebenfalls Personen ohne Lehramtsbefähigung eingesetzt werden.

Der besonders hohe Lehrermangel im Schuljahr 2025/26 war laut Artikel maßgeblich auf einen Softwarefehler zurückzuführen. Über Jahre waren dadurch offenbar 1.440 Stellen unbemerkt unbesetzt geblieben. Zum neuen Schuljahr wurden sie gleichzeitig ausgeschrieben – eine ziemlich große Welle auf einmal.

Warum die Lücke nicht einfach verschwindet

Deutschlandweit herrscht Lehrkräftemangel, mehrere Bundesländer können offene Stellen nur schwer besetzen. Die Kultusministerkonferenz prognostizierte für 2024 rund 17.400 fehlende Lehrkräfte. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wird demnach in den kommenden Jahren nur langsam kleiner; erst 2033 könnte es deutschlandweit erstmals einen leichten Überschuss geben.

Viele Schulen greifen deshalb auf Seiten- und Quereinsteigerinnen und -einsteiger zurück, also auf Menschen ohne formale Lehramtsausbildung. 2024 erfolgte in Brandenburg und Sachsen-Anhalt fast jede zweite Einstellung an Schulen mit Personen ohne formale Lehramtsausbildung. Regional ist das sehr unterschiedlich: In einigen Bundesländern entfällt inzwischen mehr als jede vierte Neueinstellung auf nicht formal qualifizierte Personen, andere nutzen diesen Weg selten, weil ausreichend ausgebildete Lehrkräfte verfügbar sind.

Besonders häufig kamen Seiteneinsteiger 2024 in beruflichen Fächern wie Metalltechnik, Elektrotechnik und Sozialpädagogik zum Einsatz, außerdem in naturwissenschaftlichen Fächern und im Deutschunterricht. Der Lehrkräftemangel wird im Wesentlichen auf ein langjähriges Ausbildungsdefizit zurückgeführt. Früher hätten deutlich mehr Menschen ein Lehramtsstudium aufnehmen müssen. Eine länderübergreifende Koordination der Lehrkräfteausbildung fehlte bislang; jedes Bundesland entscheidet selbst über die Zahl der Studienplätze. Mehrere Länder bilden derzeit nicht genug Lehrkräfte aus, um ihren eigenen Mindestbedarf zu decken.

Das Saarland liefert dafür ein deutliches Beispiel: 2023 wurden dort fast doppelt so viele Personen in den Vorbereitungsdienst aufgenommen, wie im selben Jahr die erste Lehramtsprüfung ablegten. 2024 lag die Zahl der Neueinstellungen in den Schuldienst deutlich mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der Absolventinnen und Absolventen des Vorbereitungsdienstes.

Dabei ist die Zahl der Lehrkräfte in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen. Der Bestand ist zugleich jünger geworden, während die Gesamtbevölkerung altert. Die Zahl der Lehrkräfte könnte daher zunächst gehalten oder weiter erhöht werden. In Sachsen-Anhalt und Thüringen steht allerdings eine größere Pensionierungswelle bevor, weshalb dort zahlreiche Neueinstellungen notwendig werden.

Der Druck entsteht vor allem durch wachsende Schülerzahlen. Der Anstieg der Geburten in den 2010er-Jahren, der sogenannte Babyboom, hat die Grundschulen bereits erreicht. 2023 und 2024 wurden in Deutschland so viele Kinder eingeschult wie seit 2003 nicht mehr. Noch in den 2020er-Jahren kommen die höheren Jahrgänge an den weiterführenden Schulen an. Bis 2035 erwartet die KMK einen An