In Potsdam wird am 28. April 2026 um 17:45 Uhr der Dokumentarfilm „Das Gewicht der Welt“ von Florian Heinzen-Ziob im Thalia-Programmkino präsentiert. Der Streifen nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise zu drei engagierten Forschenden, die sich mit voller Überzeugung für den Klimaschutz einsetzen. Veranstaltet von der Universität Potsdam im Rahmen der Umweltwochen, zielt die Veranstaltung darauf ab, das Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz zu stärken, ein Thema, das in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen in der Klimaforschung von größter Wichtigkeit ist.

Der Film begleitet die Glaziologin Dr. Maria Hörhold aus Bremerhaven, den Physikochemiker Prof. Dr. Sebastian Seiffert aus Mainz und die Molekularbiologin Dr. Nana-Maria Grüning aus Berlin. Sie stellen nicht nur ihre wissenschaftlichen Beiträge dar, sondern auch die moralische Verantwortung, die jeder Einzelne in Zeiten des Klimawandels trägt. Diese Thematik könnte nicht aktueller sein, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Kontroversen rund um eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

Streit um Klimaforschung

Im Frühjahr 2024 präsentierte das PIK eine Studie, die vorhersagte, dass die Klimakrise bis 2050 bis zu 19% des erwarteten Einkommens kosten könnte. Bei ungebremsten Emissionen sogar bis zu 62% bis zum Jahr 2100. Diese düstere Prognose fiel deutlich von anderen Analysen ab, die einen Wohlstandsverlust von bis zu 23% bis zum Ende des Jahrhunderts angaben. Doch bereits ein Jahr später wurde die Studie aufgrund erheblicher Zweifel an der Datenintegrität zurückgezogen. In einer „Retraction Note“ gestanden die Autoren, dass ihre Berechnungen ungenau waren und sie überarbeiten an einer neuen Fassung arbeiten.

Kritiker wie der Stanford-Forscher Solomon Hsiang wiesen auf inkonsistente Daten hin, insbesondere für Usbekistan, wo extreme wirtschaftliche Schwankungen verzeichnet wurden. Auch der Politikwissenschaftler Christof Schötz von der TU München fand die Methodik fragwürdig, da die Verwendung subnationaler Daten in einem weltwirtschaftlichen Kontext viele Risiken birgt.

Kosten des Klimawandels

Ähnlich wie die Protagonisten des Films zeigen zahlreiche Wissenschaftler und Forscher, dass der Klimawandel eine riesige wirtschaftliche Gefahr mit sich bringt. Während die ursprüngliche Schätzung der Kosten bis 2050 auf 19% stieg, wurde sie nach der Korrektur auf 17% gesenkt. Gleichzeitig wurde die Wahrscheinlichkeit, dass die Kosten des Klimawandels höher ausfallen als die Kosten seiner Bekämpfung, von 99% auf 91% reduziert. Politische Reaktionen blieben nicht aus: So forderte die AfD-Fraktion in Brandenburg die Streichung der staatlichen Förderung für das PIK aufgrund dieser Kontroversen.

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Die bevorstehende Filmvorführung und das anschließende Gespräch mit dem Regisseur und den beteiligten Wissenschaftlern versprechen einen tiefen Einblick in die komplexe Beziehung zwischen Wissenschaft, Verantwortung und der drängenden Frage des Klimawandels. Der Potsdamer Klimaforscher Prof. Dr. Stefan Rahmstorf wird ebenfalls anwesend sein, um die Diskussion zu bereichern.

Für weitere Informationen zu den Umweltwochen und zu der Veranstaltung selbst können Interessierte die Webseite der Universität Potsdam besuchen oder sich direkt per E-Mail an presse@uni-potsdam.de wenden. Die Veranstaltung findet im Thalia Programmkino, Rudolf-Breitscheid-Str. 50, 14482 Potsdam statt.

Es bleibt abzuwarten, wie die Filmvorführung und die anschließende Diskussion das Verständnis für Klimaschutz und Verantwortung prägen können, während die wissenschaftlichen Debatten rund um die Klimaforschung weiterhin hot in der politischen Agenda bleiben.