Am 15.10.2026 wirkt der Oktoberkalender in Deutschland ziemlich voll: Bundesweit sind Demonstrationen, Mahnwachen, Kundgebungen, Treffen, Bildungs- und Onlineveranstaltungen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Hass und die AfD angekündigt. Auch von der Uni Mainz aus lohnt ein Blick über den Campuszaun. Die Terminübersicht wird laufend ergänzt und aktualisiert; alle Angaben sind ohne Gewähr, kurzfristige Änderungen möglich.

Ein Schwerpunkt lag am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Unter dem Motto „Es brennt“ waren um 12 Uhr bundesweite Menschenketten geplant – mit Verweis auf Hitzerekorde, Flächenbrände und Wasserkrisen. In Baden-Württemberg wurden unter anderem Karlsruhe, Ludwigsburg, Ubstadt-Weiher, Stuttgart, Esslingen, Freiburg, Offenburg, Radolfzell, Schwäbisch Hall, Aalen, Konstanz, Ulm, Ravensburg, Riedlingen, Überlingen, Leinfelden-Echterdingen, Mannheim, Albstadt, Tübingen, Reutlingen, Stutensee und Kreßberg genannt. In Bayern waren Menschenketten unter anderem in Würzburg, Nürnberg, München, Bayreuth, Amberg, Bamberg, Kempten, Forchheim, Starnberg, Pfaffenhofen, Reichling, Herrsching, Adelsdorf, Murnau, Töpen/Mödlareuth und Schweinfurt angekündigt.

Menschenketten, Papierblätter und ein heißer Oktober

Die Aktion sollte sich vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum Bundeskanzleramt in Berlin ziehen und an weiteren Orten im Land stattfinden. Aufgerufen hatte ein Bündnis aus mehr als 25 Organisationen, darunter die Deutsche Umwelthilfe, Extinction Rebellion, Fridays for Future und „Omas gegen Rechts“ München. Es ging um die konsequente Einhaltung des Grundgesetzes, den Erhalt der Lebensgrundlagen, den Vorrang erneuerbarer Energien und eine Politik, die das Wohl aller vor den Profit weniger stellt. Auch Mobilität, Ernährung, Wohnen und weitere Lebensbereiche sollen sich verändern – Ziel ist ein gutes Leben für alle Menschen heute und in Zukunft.

Laut einem Bericht der Tagesschau bildeten sich an diesem Tag in rund 100 Städten Menschenketten. In Kassel zählte die Polizei rund 500 Teilnehmende, in Frankfurt rund 150, in Darmstadt und Marburg jeweils etwa 100. Für Friedberg nannten Veranstalter etwa 300 Menschen, während die Polizei zunächst von 40 ausging. In Homberg/Ohm waren es mehr als 30; weitere Aktionen gab es in Fulda, Friedrichsdorf, Gelnhausen und Bebra-Imshausen. Nach zehn Minuten Schweigen hielten die Teilnehmenden ein weißes Blatt Papier hoch – laut Organisatoren ein Zeichen für einen Neuanfang. Ein stiller Moment, vermutlich mit reichlich Wind zwischen den Papierkanten.

Aufmerksam machen sollte die Aktion auf etwa 15.000 Hitzetote im Sommer, anhaltende Brände, Erdüberhitzung und soziale Ungleichheit. In Hessen starben in diesem Sommer rund 2.200 Menschen an den Folgen der Hitze. Nach Angaben des Bündnisses stieg das globale Vermögen der Milliardäre seit 2020 um 80 Prozent; gleichzeitig stirbt weltweit alle 13 Sekunden ein Kind an Hunger.

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Die Menschenkette richtet sich an alle, die sich friedlich für den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzen möchten. Die Initiatoren danken den Beteiligten und bitten darum, ein Aktionsvideo herunterzuladen und in sozialen Medien zu teilen. Organisationen können sich per E-Mail an info@esbrennt.com beteiligen. Weitere Informationen gibt es in einem FAQ.

Termine von Kiel bis Konstanz

In Baden-Württemberg laufen vom 01.–31.10. Antifa-Orientierungswochen in Heidelberg. Am 02.10. folgt die Lange Nacht der Demokratie, unter anderem in Freiburg, Esslingen, Tübingen, Müllheim und Mannheim. Am 03.10. stehen „Mannheim läuft für Vielfalt“ und ein antifaschistisches Treffen in Ravensburg auf dem Plan. Jeweils am 05., 12., 19. und 26.10. um 11.55 Uhr heißt es am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe: „5 vor 12! AfD-Verbot jetzt prüfen!“ Vom 09.–11.10. findet in Heidelberg der Antifaschistische Schülerinnenkongress statt; am 10.10. gibt es den Antifa-Aktionstag und PRÜF Baden-Württemberg in Stuttgart sowie eine Stadtrallye in Heidelberg. Für den 17.10. sind eine Mahnwache, „Kicken gegen Rechts“, eine Kundgebung gegen Sozialabbau und weitere Veranstaltungen angekündigt. Am 20.10. ist Trans Day of Remembrance in Mannheim, am 24.10. ein Seminar zum Umgang mit rechten und rassistischen Parolen in Kraichtal.

In Bayern beginnen am 01.10. Veranstaltungen in Deggendorf, Augsburg und München. Vom 02.–31.10. laufen in Passau die „Wochen zur Demokratie“, am 02.10. außerdem die Lange Nacht der Demokratie in Bayern. Am 03.10. sind Veranstaltungen in Töpen/Mödlareuth, München und Aschaffenburg geplant, am 04.10. ein Protest gegen den 1000-Kreuze-Marsch in München. Antifa-Treffen gibt es am 08.10. in München, Lindau und Kempten. Die Omas gegen Rechts halten am 09., 16., 23. und 30.10. Mahnwachen in Erlangen. PRÜF Bayern folgt am 10.10. in München, „AfD-Verbot jetzt!“ am 12.10. in Würzburg und eine Veranstaltung zur Verfassungswidrigkeit der AfD am 13.10. in Erlangen. Am 17.10. stehen der CSD Fürstenfeldbruck und „Kempten singt für Demokratie!“ an, am 24.10. ein Protest gegen Abschiebung am Münchner Flughafen. In Ebersberg geht es am 30.10. um Argumentationsstrategien gegen Stammtischparolen, in München am 31.10. um ein Seminar gegen rechte Parolen.

Berlin setzt am 03.10. um 11.45 Uhr auf eine Menschenkette an der Glienicker Brücke und um 12 Uhr auf eine weitere am Platz der Republik. „Blankenburg für Demokratie und Menschlichkeit“ findet am 04., 11., 18. und 25.10. statt. Die Aktionswochen gegen Antisemitismus in Tempelhof-Schöneberg laufen am 05., 13., 18. und 28.10.; offene Plena der Studis gegen Rechts gibt es am 07., 14., 21. und 28.10. Am 08.10. erinnert eine Kundgebung am Oranienplatz an den Jahrestag des rechtsextremistischen Anschlags von Halle. „Bass gegen Hass“ ist für den 09.10. angekündigt, PRÜF Berlin und „10 Jahre zusammen – gegen rechts!“ für den 10.10. Eine Kundgebung für ein AfD-Verbotsverfahren folgt am 11.10. Am 13. und 20.10. treffen sich feministische Antifa-Gruppen offen, am 14.10. gibt es eine Kundgebung zum Prozessende am Kriminalgericht Moabit, ein Vernetzungstreffen gegen Rechts und ein Antifa-Treffen. Am 16.10. wird am Leipziger Platz der Appell „AfD-Verbot jetzt“ übergeben. Das Antifaschistische Seepferdchen und eine Konferenz gegen sexistische Polizeigewalt sind für den 18.10. angesetzt, Proteste gegen Abschiebung und Abschiebehaft am Flughafen BER für den 24.10.

In Brandenburg stehen am 03.10. Veranstaltungen und Menschenketten im Mühlenbecker Land, in Wandlitz und Strausberg sowie ein Festival für Vielfalt und Solidarität in Fürstenwalde auf dem Programm. Hinzu kommen ein buntes Stammtischtreffen am 01.10. in Panketal, antifaschistische Treffen am 07. und 21.10. in Strausberg, PRÜF Brandenburg am 10.10. in Potsdam, das Bündnistreffen „Schule für mehr Demokratie“ am 13.10. in Cottbus und am 15.10. eine Stolpersteinverlegung in Spremberg, der Appell „AfD-Verbot jetzt“ in Potsdam sowie eine Veranstaltung in Zeuthen. Ein offener Stammtisch in Frankfurt (Oder) folgt am 22.10., die Fahrrad Pride in Potsdam am 24.10. und ein solidarischer Stammtisch in Jüterbog am 29.10.

Bremen plant am 03.10. eine Menschenkette. Die Studis gegen Rechts öffnen ihre Plena am 06., 13., 20. und 27.10.; am 07.10