Potsdam richtet Taskforce gegen zunehmende Jugendgewalt ein
In Potsdam hat eine Jugendgruppe erneut zwei Teenager bedrängt und attackiert. Die beiden Jugendlichen waren am Freitagabend mit Freunden im Stadtgebiet unterwegs, als die Gruppe sie zunächst nach E-Zigaretten fragte. Im Stadtteil Brandenburger Vorstadt forderten die Jugendlichen anschließend, ihre Taschen zu zeigen.
Einer der beiden wurde nach Angaben der Polizei von einem Täter getreten und ins Gesicht geschlagen. Die Tat wurde am Sonntag gemeldet. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Raubes und prüft, ob ein Zusammenhang mit weiteren Straftaten Jugendlicher in Potsdam besteht.
Taskforce soll schneller reagieren
In den vergangenen Wochen soll es in Potsdam mehrere Gewalttaten durch Jugendliche gegeben haben, bei denen Opfer teilweise schwer verletzt wurden. Bei einem Angriff an der Stadtgrenze in der Berliner Ortslage Kohlhasenbrücke wurden drei junge Menschen verletzt; ein Opfer erlitt Kopfverletzungen und kam auf die Intensivstation. Ähnliche Vorfälle wurden unter anderem aus dem Potsdamer Stadtteil Schlaatz gemeldet.
Nach mehreren Gewaltstraftaten richtete die Stadt die „Taskforce Jugendgewalt“ ein. Sie soll ein abgestimmtes und schnelles Vorgehen bei aktuellen Vorfällen ermöglichen und mindestens einmal pro Woche tagen. Bei konkreten Anlässen sind kurzfristige Fallkonferenzen vorgesehen. Dann könnten etwa Sofortmaßnahmen wie eine verstärkte Bestreifung bestimmter Gebiete durch das Ordnungsamt beschlossen werden.
Die Taskforce arbeitet eng mit der Arbeitsgruppe „Jugendgewalt und Jugendkriminalität“ im Netzwerk „Sicherheit in Potsdam“ zusammen. In diesem Netzwerk sitzen Vertreter von Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendhilfe und Stadtverwaltung. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel erklärte, die Stadt nehme die Entwicklung sehr ernst und wolle schnell, entschlossen und abgestimmt reagieren.
Parallel sollen Präventionsangebote ausgebaut werden, damit Gewalt und Kriminalität unter Jugendlichen langfristig verhindert werden können. Die Stadt will außerdem mit freien Trägern der Jugendhilfe über eine stärkere Präsenz der Jugend- und Jugendsozialarbeit in Stadtgebieten sprechen, die als Schwerpunkte identifiziert wurden.
Politische Debatte im Landtag
Jugendgewalt wurde zuletzt kontrovers im Potsdamer Landtag diskutiert. Das Thema soll am Mittwoch erneut im Brandenburger Landtag behandelt werden; die AfD-Fraktion hat dafür eine Aktuelle Stunde beantragt. Sie will unter anderem eine Senkung des Strafmündigkeitsalters von 14 auf 10 Jahre fordern. Außerdem verlangt sie die alleinige Anwendung des Erwachsenenstrafrechts ab 18 Jahren.
Nach Angaben von CDU-Fraktionschef Steeven Bretz sind die Hauptakteure identifiziert worden, einzelne Personen seien festgenommen worden. Innenminister Jan Redmann (CDU) will Maßnahmen des Landes gegen die Gewalt vorstellen. Auch in Cottbus haben gewaltsame Vorfälle an Schulen zugenommen.
Die Zahl der 14- bis 18-jährigen Tatverdächtigen lag laut Polizei 2025 bei 6.291, nach 7.005 im Jahr 2024. Darunter waren 4.518 deutsche und 1.773 ausländische Tatverdächtige. Brandenburgs Innenminister Michael Redmann (CDU) erklärte, seit 2024 seien in Potsdam vermehrt migrantisch geprägte Jugendgruppen polizeilich auffällig geworden. Nach Angaben der Polizei werden die Taten meist von losen Gruppierungen begangen.
Berichtslage und Einordnung
Die aktuelle Meldung wurde am 19. Oktober 2026 im Deutschlandfunk ausgestrahlt. Für den Blick auf weiterführende wissenschaftliche Einordnung lag aus der angegebenen Quelle des Deutschen Jugendinstituts kein lesbarer Nachrichtenartikel vor: Das Dokument enthält ausschließlich Binärdaten eines PDF-Dokuments beziehungsweise komprimierte Datenströme.
Der Bericht entstand für den Raum Uni Potsdam am 19.10.2026.
