Auf dem Potsdamer Brauhausberg ist ein wichtiger Schritt für den geplanten Universitätscampus geschafft: Das Land Brandenburg und die Hasso-Plattner-Stiftung haben ihre Zusammenarbeit vertraglich geregelt. Die Kooperationsvereinbarung wurde beurkundet, wie das Landesfinanzministerium am Donnerstag mitteilte.

Die Stiftung kauft das Gelände auf dem Brauhausberg. Damit gilt die erste Phase des Großprojekts als abgeschlossen. Finanzminister Daniel Keller (SPD) sprach von einem weiteren Meilenstein – der Vertrag gebe dem Vorhaben mehr Verbindlichkeit.

Task Force soll das Projekt voranbringen

Für die weitere Arbeit tagt eine Task Force bedarfsabhängig etwa alle zwölf Wochen. Sie soll die Qualität des Gesamtprojekts sichern, den Fortschritt beschleunigen und eine rechtzeitige Fertigstellung ermöglichen. Ihre Auftaktsitzung fand am 8. Juli 2025 statt, eine weitere Sitzung folgte am 14. Oktober 2025.

Unterstützt wird die Task Force von zwei Arbeitsgruppen. Die Gruppe „Planen und Bauen“ wird von der Ministerin des Innern und für Kommunales geleitet. Beteiligt sind die Staatskanzlei, die Stiftung, das Ministerium des Innern und für Kommunales, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, das Ministerium der Finanzen und für Europa, die Universität Potsdam, der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen, das Hasso-Plattner-Institut (HPI) und die Landeshauptstadt Potsdam.

Die Arbeitsgruppe „Lehr- und Forschungskooperation“ steht unter der Leitung der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Zu ihr gehören die Staatskanzlei, die Stiftung, das HPI, die Universität Potsdam und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur.

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Baurecht kommt nicht über Nacht

Fertig werden soll der neue Campus frühestens 2035. Die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung hat mit großer Mehrheit den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Damit beginnt formal das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans und zur Änderung des Flächennutzungsplans in dem betreffenden Bereich.

Die Stadt will die Investitionen in die Wissenschaftsinfrastruktur planungsrechtlich absichern und den Brauhausberg wieder öffentlich zugänglich machen. Für die Neubauten ist ein Bebauungsplan erforderlich; Baurecht wird voraussichtlich erst 2027 erwartet. 2026 sind laut Investor Jan Kretzschmar zunächst nur vorbereitende Maßnahmen vorgesehen. Mit dem Aufstellungsbeschluss hat der formelle Beginn der städtebaulichen Planung eingesetzt. Fachgutachten und Interessen sollen einbezogen werden, das Verfahren soll transparent und unter Beteiligung der Öffentlichkeit laufen.

Am kommenden Samstag ist eine öffentliche Begehung des Geländes geplant. Dabei können die sonst nicht zugänglichen Außenflächen besichtigt werden. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Pförtnerhäuschen vor dem Gelände.

Am darauffolgenden Donnerstag werden an der Universität Potsdam am Griebnitzsee drei städtebauliche Varianten vorgestellt. Die Veranstaltung findet von 17 bis 20 Uhr vor Ort und online statt; Interessierte können sich informieren und Rückmeldungen geben. Auf dieser Grundlage soll im Februar ein gemeinsames Werkstattverfahren beginnen, an dem Vertreter der Universität, der Stadt, der Hasso Plattner Foundation sowie Anwohner beteiligt sind. Ziel ist eine Vorzugsvariante, die voraussichtlich im Frühjahr öffentlich präsentiert wird.

Vom „Kreml“ zum Campus

Das dunkelrote Klinkergebäude wurde 1899 als Offiziersschule errichtet. Während der DDR-Zeit waren dort die SED-Bezirks- und Kreisleitung untergebracht – daher der Spitzname „Kreml“. Von 1990 bis 2013 tagte in dem Haus der Brandenburger Landtag.

Nach dem Umzug des Landtags ins Potsdamer Stadtschloss verkaufte das Landesfinanzministerium das Gebäude 2015. In den folgenden drei Jahren wurden auf dem Brauhausberg Geflüchtete untergebracht. Danach stand das inzwischen baufällige Gebäude leer, wiederholt kam es zu Vandalismus.

Im August 2023 brach im Seitenflügel ein Feuer aus. Der Dachstuhl stand innerhalb von zehn Minuten vollständig in Flammen, später stürzte er ein. Im Mai 2025 wurde bekannt, dass das Unternehmen des Investors Jan Kretzschmar das Gebäude gekauft hatte. Nach dem Kauf wandte sich SAP-Mitgründer und Investor Hasso Plattner an Kretzschmar und schlug den Bau eines Universitätscampus vor.

Die Hasso Plattner Foundation soll das Projekt finanzieren. Geplant ist ein Campus für 6.000 Studierende bis 2035. Das alte Landtagsgebäude soll mit 10.000 Quadratmetern Nutzfläche saniert werden. Auf dem insgesamt 40.000 Quadratmeter großen Gelände sollen außerdem mehrere Neubauten entstehen – viel Platz also, aber auch viel Planung, Abstimmung und Geduld.

Weitere Informationen zur Entwicklung des Campus: Hasso Plattner Foundation.