Nach 25 Jahren: Dr. Binyam Mogessie und die Zukunft der Reproduktionsforschung
Am 16. Juni 2026 ist es an der Constructor University in Bremen Zeit für ein Jubiläum: Die Institution feiert 25 Jahre exzellente Bildung. Anlässlich dieses besonderen Ereignisses wird ein besonderes Augenmerk auf die Alumni gelegt, wobei Dr. Binyam Mogessie, ein herausragender Absolvent aus der Abschlussklasse 2007, im Mittelpunkt steht. Er ist heute Professor für Molekular-, Zell- und Entwicklungsbiologie sowie für Geburtshilfe, Gynäkologie und Reproduktionswissenschaften an der renommierten Yale University in den USA.
Dr. Mogessie begann 2004 sein Studium der Biochemie und Zellbiologie an der Jacobs University in Bremen, die gerade einmal drei Jahre zuvor gegründet worden war. In einem Interview äußerte er seine Überzeugung, dass die praktische Ausbildung in der Spitzenforschung an dieser Institution entscheidend für seine Karriere war. Die kleinen Kursgrößen ermöglichten es ihm, interaktive und diskussionsorientierte Lehre zu genießen, die an großen Universitäten oft nicht gegeben ist.
Weg zum Erfolg
Die Umstellung auf das Leben in Deutschland war nicht immer einfach. Ein prägender Moment war, dass die Menschen sich hier nicht auf der Straße grüßen. Dennoch hat Dr. Mogessie auch positive Erinnerungen: Die Einführung von Facebook fiel in diese Zeit und bot neue Möglichkeiten zur Vernetzung. Zudem schätzen viele seinen Humor, besonders wenn es um Professoren wie Sebastian Springer geht, bei dem er gerne ein Bier ausgeben würde.
Seine Wurzeln in Äthiopien sind ebenfalls eindrucksvoll. Dr. Mogessie wuchs im Mikrobiologielabor seines Vaters in Addis Abeba auf, was sein Interesse an den Naturwissenschaften frühzeitig weckte. Trotz finanzieller Hürden entschied er sich, im Ausland zu studieren, und bewarb sich an 83 Universitäten. Schließlich erhielt er ein Vollstipendium von der Jacobs University, was für seinen künftigen Werdegang maßgeblich war.
Forschung mit Weitblick
Nach seiner Zeit an der Jacobs University forschte Dr. Mogessie in angesehenen Laboren, darunter das MRC-LMB in Cambridge und das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. In seiner aktuellen Forschung an der Yale University konzentriert er sich intensiv auf die Ursachen von Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten. Besonderes Augenmerk legt er auf die genetischen Mechanismen, die die Befruchtung von Eizellen beeinflussen und deren Produktion sowie Organisation im menschlichen Genom untersuchen.
Dr. Mogessie hofft, durch seine Forschung zu einem tieferen Verständnis des reproduktiven Alterns beizutragen. Sein Ziel ist es, die Gesellschaft für dieses oft vernachlässigte Thema zu sensibilisieren und Lösungen für eine längere reproduktive Lebensspanne zu entwickeln. Diese Ambitionen spiegeln sich auch in seinem Plan wider, studentische Praktikant:innen der Jacobs University praktische Erfahrungen in seinem Labor zu bieten.
Es ist beeindruckend zu sehen, wie ein Absolvent einer relativ jungen Institution wie der Jacobs University international solch bedeutende Beiträge zur Wissenschaft leisten kann. Dr. Mogessie hat in der Biowissenschaft nicht nur an Klärung von Fragen zur menschlichen Fruchtbarkeit gearbeitet, sondern auch verdeutlicht, wie wichtig der Zugang zu Bildungseinrichtungen für die persönliche und akademische Entwicklung ist.
Das Max-Planck-Institut für Biochemie, in dem viele seiner damaligen Studienkollegen tätig sind, ist eines der größten biologisch-medizinisch ausgerichteten Institute der Max-Planck-Gesellschaft und zeigt, wie eng die Forschungsgemeinschaft in Deutschland verknüpft ist. Mit zwanzig Forschungsgruppen und vielen internationalen Wissenschaftler:innen ist es ein zentraler Ort für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themen wie jenen, die Dr. Mogessie erforscht und die auch die Zukunft der Reproduktionswissenschaften entscheidend beeinflussen können.
