Die Universitäten Oldenburg und Bremen sind mit ihrer Bewerbung „Northwest Alliance: Connecting for Tomorrow“ am 2. Oktober 2026 nicht als Exzellenzverbund ausgewählt worden. Die Exzellenzkommission gab die Entscheidung in Bonn bekannt. Für den gemeinsamen Antrag bedeutet das: In dieser Förderlinie gibt es keine zusätzliche Unterstützung.

Enttäuschung, klar. Oldenburgs Universitätspräsident Ralph Bruder sagte zugleich, man sei stolz auf die gemeinsam entwickelten Ergebnisse. An der „Northwest Alliance“ wolle man festhalten – sogar eine Bewerbung in der nächsten Exzellenzrunde komme infrage. Bremens Rektorin Jutta Günther erklärte, die Hochschulen hätten sich von der Förderung zusätzlichen Schub für den Verbund versprochen. An der Vision und den Zielen solle trotzdem festgehalten werden.

Vier Cluster, die bleiben

Den gemeinsamen Antrag hatten Oldenburg und Bremen im November 2025 beim Wissenschaftsrat eingereicht. Seit Anfang 2026 gehören vier Exzellenzcluster zur „Northwest Alliance“: Hörforschung, Tiernavigation, Material- und Produktionsforschung sowie Meeresforschung. Für die Bewerbung eines Universitätsverbunds sind mindestens drei Exzellenzcluster erforderlich.

Die vier Cluster werden unabhängig von der gescheiterten Verbundbewerbung weiter gefördert. Mit der „Northwest Alliance“ wollen die Universitäten ihre Forschung stärker verbinden. Künstliche Intelligenz, Krankheitsprävention und gesellschaftlicher Zusammenhalt gehören ebenfalls zu den Themen der Zusammenarbeit. Auch die Kooperation mit der Rijksuniversiteit Groningen soll weitergeführt werden.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) verwies auf die vier Exzellenzcluster und die bestehende Kooperation. Darauf könne weiter aufgebaut werden. Bremens Wissenschaftssenatorin Henrike Müller betonte, die Zusammenarbeit zwischen Bremen und Oldenburg solle unabhängig vom Exzellenzwettbewerb bestehen bleiben.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Was hinter der Tiernavigation steckt

Ein Beispiel für die Forschung im Verbund ist NaviSense. Das Projekt untersucht interdisziplinär die Sinne, Mechanismen und Verhaltensweisen, die Tiere zur Navigation nutzen. Jährlich legen Milliarden von Tieren bei Wanderungen große Entfernungen zurück und erfüllen dabei wichtige Funktionen in zahlreichen Ökosystemen.

Die Forschenden schauen sich die physikalischen, biochemischen und physiologischen Grundlagen der Tiernavigation an. Ein Schwerpunkt liegt auf quantenmechanischen Phänomenen: Der Magnetsinn von Vögeln beruht vermutlich auf einem Quanteneffekt. Zugleich geht es um die Frage, wie solche Mechanismen neue Technologien inspirieren könnten und welche Folgen sie für Gesellschaft, Umwelt und Biodiversität haben.

Weitere Hintergrundinformationen und Medien verweist die Universität Oldenburg auf ihrer Seite zur Exzellenzstrategie.

Förderprogramm mit mehreren Ebenen

Die Exzellenzstrategie ist ein gemeinsames Förderprogramm von Bund und Ländern. Unterstützt werden einzelne Forschungsverbünde ebenso wie Universitäten und Universitätsverbünde als Ganzes. Die Exzellenzkommission entschied diesmal über die Förderung von bis zu fünf neuen Standorten.

Für Bremen und Oldenburg ist die Bewerbung damit gescheitert, die Forschungsbeziehungen aber keineswegs beendet. Am Tag nach der Entscheidung, dem 3. Oktober 2026, bleibt vor allem das Bild einer Kooperation, die schon vor dem Wettbewerb gewachsen ist – mit vier geförderten Clustern, Groningen als Partner und einer nächsten Runde, die zumindest in Oldenburg bereits mitgedacht wird.