Am 28. September 2026 vertraten Magdalena Bürbaumer und Gunnar Grandel den Forschungsbereich MOVE der TU Wien bei der Universitätstagung Verkehrswesen (UTA) 2026. Gastgeberin war die TU Dresden, getagt wurde im Kloster St. Afra in Meißen bei Dresden – zeitgleich mit dem Sächsischen Weinfest. Wissenschaft und Weinfest also, keine ganz schlechte Kombination.

Die UTA bringt jedes Jahr im September verkehrswissenschaftliche Lehrstühle aus dem deutschsprachigen Raum zusammen. Im Zentrum stehen der fachliche Austausch und Dissertationen in ganz unterschiedlichen Stadien: von der ersten Idee bis zur abgeschlossenen Arbeit. Workshops, Posterpräsentationen und Netzwerkaktivitäten gehörten ebenfalls zum Programm.

Straßenexperimente zwischen Versuch und Wirklichkeit

Gunnar Grandel stellte sein Dissertationsvorhaben zur Rolle von Straßenexperimenten in der Mobilitätswende vor. Ausgangspunkt war eine vergleichende Analyse von sieben Pilotprojekten des Forschungsprojekts „Trans|formator:in – Klimasensible Planung“. Darin wurden österreichische Kommunen über vier Jahre bei der Umgestaltung ihrer Verkehrsräume begleitet.

Im Vortrag ging es um die Erwartung, Straßenexperimente könnten als reversible Testläufe dienen – ausprobieren, beobachten, bei Bedarf zurückbauen. Dem stellte Grandel empirische Ergebnisse aus den untersuchten Projekten gegenüber. Anhand des „Supergrätzl Favoriten“ in Wien sowie der „Kaiserfeldgasse/Neutorviertel“ in Graz untersuchte er, wie lokale Kontexte und Handlungslogiken mit der konkreten Umsetzung zusammenhängen.

Magdalena Bürbaumer nahm ebenfalls an der Tagung teil und tauschte sich mit Kolleg:innen aus der Verkehrswissenschaft aus. Die nächste UTA findet in Dortmund statt.

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Was hinter Trans|formator:in steckt

Das Projekt „Trans|formator:in – Klimasensible Planung“ läuft von 2022 bis 2026. Es soll Straßen und Plätze in klimaangepasste, multimodale Mobilitätsräume verwandeln: mit mehr Platz für den Fuß- und Radverkehr, zusätzlicher Begrünung und höherer Aufenthaltsqualität.

Auftraggeber ist das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK); abgewickelt wird das Projekt über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Beteiligt sind 23 Partnerorganisationen mit mehr als 80 Expert:innen aus Praxis und praxisnaher Forschung.

Zu den Pilotgemeinden zählen Deutschkreutz, Graz, Langenlois, Salzburg, St. Gallenkirch, St. Pölten und Wien. Unter den Projektpartnern finden sich unter anderem die TU Wien, die TU Graz, 3.0 Landschaftsarchitektur, con.sens Verkehrsplanung und Mobilitätsdesign, die Freie Hansestadt Bremen, die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, Research Studios Austria, mehrere Städte, der Verkehrsverbund Ost-Region und weitere Fachorganisationen.

Ein Ortsteilzentrum am Einstieg ins Skigebiet

Der Standort von stadtland ist Österreich. Das Büro betreut im Projekt das Pilotvorhaben in St. Gallenkirch im Montafon, Vorarlberg. Im Ortsteil Galgenul soll ein multimodal erreichbares Ortsteilzentrum entstehen.

Die Ausgangslage ist dicht gepackt: Galgenul ist Einstiegspunkt in das Skigebiet Silvretta Montafon, verfügt über zwei Seilbahn-Talstationen und entwickelt sich baulich und räumlich dynamisch. Gleichzeitig treffen dort sehr verschiedene Ansprüche aufeinander. Intensive touristische Nutzung, Aufenthalt, öffentlicher Verkehr, Gewerbe und Parken müssen miteinander verbunden werden – in einem Raum, der sich nicht einfach auseinanderziehen lässt.

Verfasser des Projektbeitrags ist Philip Krassnitzer.

Mobilitätswende und offene Fragen

Wie weit der Blick über einzelne Straßen und Plätze hinausreicht, zeigt ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Der Titel lautet „Kompensation zukünftiger Einnahmeausfälle des Staates aufgrund der Antriebswende im Straßenverkehr“, Autorin ist Ursula Clever. Das Dokument wurde am 4. April 2023 erstellt und umfasst 27 Seiten.

Die acht Abschnitte tragen die Überschriften „Anlass und Motivation“, „Mobilitätswende als urbane Agenda“, fünf weitere im gelieferten Auszug nicht lesbare beziehungsweise nicht näher bezeichnete Abschnitte, darunter die Nummern 3 bis 6, sowie „Empfehlungen“ und „Quellen“. Der eigentliche Fließtext ist im Auszug komprimiert beziehungsweise als Binärdaten enthalten und daher nicht auslesbar. Eine inhaltliche Zusammenfassung des Gutachtens ist auf dieser Grundlage nicht möglich.

Für die Verkehrsforschung in Meißen blieb damit vor allem der Blick auf die konkrete Praxis: auf Straßen, Kreuzungen, Seilbahn-Talstationen und die Frage, was passiert, wenn aus einem Plan tatsächlich ein anderer öffentlicher Raum wird.