Vom 2. bis 15. November wird Mainz wieder zum Treffpunkt für deutsches und deutschsprachiges Kino. FILMZ e.V. feiert die 25. Ausgabe des „Festivals des deutschen Kinos“ gemeinsam mit der Landeshauptstadt Mainz. Mehr als 120 Filme und rund 80 Veranstaltungen stehen auf dem Programm – verteilt auf zwei Wochen, acht Wettbewerbssektionen und zahlreiche Filmreihen.

Vorgestellt wurde das Festivalprogramm bei einer Pressekonferenz mit Kulturminister Sven Teuber, dem Mainzer Kulturdezernenten Ata Delbasteh und Verena Schmidt von der Medienförderung Rheinland-Pfalz. Neu dabei ist ein eigenes Kinder- und Jugendprogramm. Für Mainz heißt das: mehr Kino, mehr Gespräche und vermutlich einige lange Abende zwischen Capitol, CinéMayence und Festivalzentrum.

Auftakt mit Sozialdrama und Filmgespräch

Los geht es am 2. November um 18 Uhr mit einem Sektempfang im Foyer des Kleinen Hauses des Staatstheaters. Um 19 Uhr folgt der Eröffnungsfilm „DREI KAMERADINNEN“ von Milena Aboyan. Das Sozialdrama beschäftigt sich mit rechtem Terror, Ausgrenzung und Rassismus. Anschließend ist ein Filmgespräch mit der Regisseurin und Hauptdarstellerin Bayan Layla geplant. Um 21 Uhr zieht die Eröffnungsparty ins Glashaus des Staatstheaters weiter.

Das „Spotlight“ widmet sich an fünf Terminen deutsch-libanesischen Koproduktionen. Im Symposium „Film als antifaschistische Praxis – Demokratie und Widerstand“ geht es am Vortragstag, dem 14. November, um Film, Demokratie und Widerstand. Fünf Filmvorführungen ergänzen das Symposium. Eine gemeinsame Vorstellung im Muschelkino an der Johannes Gutenberg-Universität verbindet die Themen der beiden Programmreihen.

Auch abseits der großen Spielstätten passiert einiges: Der Soroptimist International Club Mainz veranstaltet erneut die „SI STAR MATINÉE“ und zeigt die Komödie „WUNDERSCHÖNER“. Das neu gegründete Kollektiv „Filmmm“ lädt erstmals zu drei Late-Night-Screenings mit Experimentalfilmen ein. Ein weiterer Experimentalfilmabend findet in der Kunsthalle Mainz statt.

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Wettbewerbe, Publikum und neue kurze Dokumentarfilme

Im Mittelpunkt stehen Wettbewerbe in den Bereichen Langfilm, Dokumentarfilm, Mittellangfilm und verschiedenen Kurzfilmsparten. Zum Jubiläum kommt erstmals ein eigener Wettbewerb für kurze Dokumentarfilme hinzu. Gezeigt werden sollen darin kleine, häufig übersehene Momente des Lebens – jene Beobachtungen, die leicht untergehen, obwohl sie manchmal länger nachhallen als die große Handlung.

Für alle Filme des Langfilmwettbewerbs und alle abendfüllenden Dokumentarfilme gibt es einen Wiederholungstermin. Das soll flexible Festivalbesuche ermöglichen und den Charakter als Publikumsfestival stärken. Seit der zweiten Festivalausgabe bestimmt das Publikum über die Gewinner der Wettbewerbskategorien; bislang wurde über mehr als 100 Preise entschieden.

Nach jeder Wettbewerbsveranstaltung ist ein moderiertes Fragen-und-Antworten-Format vorgesehen. Bei den Kurzfilm- und Mittellangfilmwettbewerben soll es mehrere Filmgespräche pro Veranstaltung geben. Im Festivalzentrum „FILMZimmer“ in der Walpodenakademie können Besucherinnen und Besucher außerdem mit Filmschaffenden ins Gespräch kommen. Aftershow-Veranstaltungen sollen Raum für weitere Kontakte bieten – nicht ganz unwichtig, wenn der Saal langsam leer wird, aber niemand schon nach Hause möchte.

Film für junge Menschen und Preise für wenig beachtete Leistungen

Das erstmals angebotene Kinder- und Jugendprogramm umfasst Schulvorstellungen für verschiedene Klassenstufen, eine Kurzfilmshow und einen interaktiven Workshop in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt. Damit entstehen neue Möglichkeiten für filmische Bildungsarbeit – nicht nur als Unterrichtsausflug, sondern als Gelegenheit, genauer hinzusehen, Fragen zu stellen und vielleicht selbst etwas auszuprobieren.

Der mit 2.500 Euro dotierte Sonderpreis der Stadt Mainz wird seit 2022 gemeinsam mit FILMZ vergeben. Ausgezeichnet werden herausragende filmische Leistungen vor oder hinter der Kamera, die häufig wenig Aufmerksamkeit erhalten. Über die Vergabe entscheiden die Kuratoren der Wettbewerbssektionen. Die Preisvergabe findet am 9. November um 11:30 Uhr bei einer kostenlosen Sonderveranstaltung im Capitol statt. Posthum soll ein Sonderpreis an Luna Jordan für ihre schauspielerische Leistung in „RUN ME WILD“ vergeben werden.

Gemeinsam mit der Medienförderung Rheinland-Pfalz vergibt FILMZ außerdem zum dritten Mal einen mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis. Prämiert werden filmische Arbeiten mit kulturellem oder wirtschaftlichem Bezug zu Rheinland-Pfalz. Nominiert sind „HOUDA“ von Svea Destina Ege, „HARIKA“ von Beran Ergün sowie „FLACHDACH“ von Maja Lindner und Emil Basting. Die Preisverleihung findet am 15. November ab 20:15 Uhr statt.

Förderung, Tickets und 25 Jahre FILMZ

Kulturminister Sven Teuber kündigte eine Erhöhung der Landesförderung für FILMZ auf 50.000 Euro an. Die Förderung soll das ehrenamtliche Engagement für Filmkultur und kulturelle Bildung in Mainz und Rheinland-Pfalz unterstützen. Laut FILMZ entspricht die Erhöhung 25 Prozent und soll angesichts steigender Kosten mehr Planungssicherheit schaffen.

Tickets gibt es im Festivalzentrum, an den Kinokassen und online über die FILMZ-Website. Reguläre Karten kosten 7 bis 13 Euro, ermäßigte Tickets 5 bis 11 Euro. Ein Paket für fünf Veranstaltungen kostet 38 Euro, ermäßigt 29 Euro. Dauerkarten gibt es für 80 Euro, ermäßigt für 60 Euro. Jugendliche von 11 bis 17 Jahren zahlen für alle Veranstaltungen 5 Euro, Kinder bis einschließlich 10 Jahre haben freien Eintritt.

Neu ist außerdem eine FILMZ-Stempelkarte: Nach vier besuchten und abgestempelten Veranstaltungen ist die fünfte kostenlos. Wer 25 Veranstaltungen besucht, erhält eine Dauerkarte für das FILMZ-Festival im Folgejahr. Das klingt zunächst nach viel Kino. Bei mehr als 120 Filmen ist es aber eher eine sportliche Versuchung.

FILMZ e.V. organisiert seit 2001 jedes Jahr im November das „FILMZ – Festival des deutschen Kinos“. Nach Angaben des Vereins ist es das älteste Langfilmfestival in Rheinland-Pfalz. Mainz ist seit 2009 offizielle Veranstalterin; FILMZ e.V. organisiert und richtet das Festival aus. Getragen wird der Verein von rund 80 Mitgliedern, die ehrenamtlich arbeiten.

Zu den weiteren Veranstaltungen des Vereins gehören das Freilichtkino im Landesmuseum und das Muschelkino an der Johannes Gutenberg-Universität. FILMZ e.V. ist Mitglied der AG Filmfestival und des Bundesverbands kommunaler Filmarbeit e.V. Wer am 29.09.2026 an der Uni Mainz schon einmal über das Muschelkino gestolpert ist, kennt damit zumindest einen Teil jener Orte, an denen das Festival seine Fäden zusammenführt.