Heute, am 30. September 2026, richtet sich der Blick an der Uni Saarland nach Buenos Aires: Die Universität von Buenos Aires (UBA) verleiht Lionel Messi die Ehrendoktorwürde. Es ist die höchste Ehrendistinktion der Hochschule. Der Oberste Rat der UBA beschloss die Auszeichnung einstimmig.

Die Ehrung ist für Dienstag, den 6. Oktober, vorgesehen – noch vor dem Abschiedsspiel der argentinischen Nationalmannschaft am 7. Oktober gegen Benin im Estadio Monumental in Buenos Aires. Die Eintrittskarten für die Partie waren in weniger als zwei Stunden ausverkauft. Die genauen Details des Festakts und der Ort innerhalb des Tagesprogramms sind allerdings noch nicht bekannt.

Mehr als Tore und Titel

In der Begründung nennt die UBA Messis sportliche Exzellenz, Beharrlichkeit, Bescheidenheit, ethisches Verhalten und sein Engagement für die argentinische Nationalmannschaft. Die Universität erklärte, diese Werte würden von ihr seit jeher gefördert. Zugleich würdigte der Oberste Rat Messis sportliche Laufbahn und seine Verbindung zur nationalen Repräsentation – also jene Rolle, die weit über den Fußballplatz hinausreicht.

Als Kapitän führte Messi Argentinien zu vier Titeln in Folge: zur Copa América 2021, zur Finalissima 2022 gegen Italien, zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar und zur Copa América 2024. In der Resolution wird außerdem der Vizeweltmeistertitel bei der Weltmeisterschaft 2026 erwähnt. Nach Darstellung der UBA gehörte Messi damit zu einer Auswahl, die vier aufeinanderfolgende Titel mit der argentinischen A-Nationalmannschaft gewann – eine im argentinischen Fußball bislang beispiellose Serie.

Rektor Ricardo Gelpi beschrieb Messi als bescheidenen und beharrlichen Menschen, als Vorbild sowie als Botschafter der argentinischen Populärkultur und nationalen Identität. Der Vizekanzler Emiliano Yacobitti sagte, Messi habe die Werte des argentinischen Trikots „mit Mut und Respekt“ vermittelt. Das Doktorat gehe deshalb über die Würdigung seiner fußballerischen Tätigkeit hinaus. Der Oberste Rat berücksichtigte ausdrücklich auch Messis öffentliche Bedeutung innerhalb und außerhalb der Stadien.

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Die Entscheidung steht zudem in einer internationalen Hochschulpraxis: Universitäten in verschiedenen Ländern verleihen Sportlerinnen und Sportlern Ehrendoktorwürden für ihre Laufbahn und ihren Einfluss auf die Öffentlichkeit. An der UBA reiht sich Messi in eine jüngere Folge prominenter Auszeichnungen ein. Carlos Alberto „Indio“ Solari wurde im Dezember 2025 für mehr als fünf Jahrzehnte Laufbahn und seinen Beitrag zur Populärkultur geehrt; Diplom und Medaille nahm im Mai 2026 der Gitarrist Gaspar Benegas entgegen. Charly García erhielt die Auszeichnung für seine künstlerische Produktion und seinen Einfluss auf die argentinische Kultur. Alejandro Dolinas Zeremonie fand im September an der Fakultät für Sozialwissenschaften statt. Joaquín Sabinas Titel war 2025 wegen seiner musikalischen und poetischen Arbeit sowie seiner Verbindung zu Buenos Aires genehmigt worden.

Der Oberste Rat ist das höchste Leitungsgremium der UBA. Ihm gehören der Rektor, die Dekane der 13 Fakultäten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Professoren, Absolventen und Studierenden an. Dass dieses Gremium einstimmig votierte, gibt der Ehrung zusätzlich Gewicht – auch wenn Messi Ende August, sechs Wochen nach der Niederlage im WM-Finale gegen Spanien, zunächst seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft angekündigt hatte. Seine erneute Nominierung durch Nationaltrainer Lionel Scaloni für die aktuellen Freundschaftsspiele kam für viele Fans überraschend.

Vom Nachwuchsspieler zum globalen Namen

Messis Weg begann im Profikader des FC Barcelona in der Saison 2004/05. Am 16. Oktober 2004 wurde er gegen Espanyol Barcelona eingewechselt und debütierte in der Liga. Am 1. Mai 2005 erzielte er gegen Albacete sein erstes Ligator und war damit der jüngste Ligatorschütze der Vereinsgeschichte. In seiner ersten Primera-División-Saison kam er auf sieben Spiele. Im September 2005 verlängerte er seinen Vertrag, erhielt die spanische Staatsbürgerschaft und unterlag damit nicht mehr der Ausländerregelung.

Nach starken Auftritten, unter anderem in der Champions League gegen Werder Bremen, wurde Messi zum weltbesten Nachwuchsspieler des Jahres 2005 gewählt. 2005/06 gewann er mit Barcelona seine zweite spanische Meisterschaft und erstmals die Champions League. Eine Verletzung aus dem Spiel gegen den FC Chelsea setzte ihn ab Anfang März außer Gefecht; insgesamt absolvierte er sechs Einsätze und erzielte ein Tor.

Dann ging es schnell. Am 10. März 2007 erzielte Messi im Clásico gegen Real Madrid im Alter von 19 Jahren alle drei Barcelona-Tore beim 3:3. Einen Monat später, am 18. April, traf er im Pokal gegen den FC Getafe nach einem Sololauf über etwa das halbe Spielfeld. Der Treffer erinnerte Medien an Diego Maradonas Tor bei der Weltmeisterschaft 1986. Am 9. Juni erzielte Messi gegen Espanyol beide Tore zum 2:2; bei einem davon berührte er den Ball mit der Hand. Wieder fiel der Name Maradona. Maradona selbst sagte, Messi werde möglicherweise ein besserer Fußballer als er.

Im März und Mai 2009 lehnte Messi zwei Angebote von Manchester City ab – mit Ablösesummen von 112,5 beziehungsweise 150 Millionen Euro. Das zweite Angebot sah ein Nettogehalt von mehr als zwölf Millionen Euro jährlich vor, Werbeeinnahmen nicht eingerechnet. Am 27. Mai gewann Barcelona das Champions-League-Finale gegen Manchester United mit 2:0, Messi erzielte das zweite Tor per Kopf und wurde mit neun Treffern Torschützenkönig des Wettbewerbs. Nach Meisterschaft und Copa del Rey holte Barcelona erstmals das Triple.

Im September 2009 verlängerte Messi bis 2016. Sein Jahresgehalt wurde mit 12,5 Millionen Euro angegeben, die Ablösesumme mit 250 Millionen Euro. Ende des Jahres gewann er erstmals den Ballon d’Or und wurde erstmals FIFA-Weltfußballer. Bei der Wahl erhielt er 473 von 480 möglichen Punkten und lag 240 Punkte vor Cristiano Ronaldo. Am 6. April 2010 erzielte Messi beim 4:1 gegen Arsenal alle vier Tore – als erster Spieler überhaupt mit vier Treffern in einem Champions-League-Spiel außerhalb der Gruppenphase.

In der Saison 2009/10 kam er auf 47 Tore in 53 Pflichtspielen und 34 Ligatore; beide Marken entsprachen Vereinsrekorden von Ronaldo Nazário. Ende 2010 gewann Messi erstmals den FIFA Ballon d’Or. Am 23. April 2011 erzielte er sein 50. Saisontor und stellte den Saisonrekord von Ferenc Puskás ein. Im Champions-League-Finale gegen Manchester United traf er zum zwischenzeitlichen 2:1, gewann seinen dritten Titel in diesem Wettbewerb und wurde zum besten Spieler des Endspiels gewählt.

2011 erhielt Messi die Alfredo-Di-Stéfano-Trophäe zum dritten Mal in Folge und als erster Spieler die neue UEFA-Auszeichnung als bester Spieler Europas. Im Januar 2012 gewann er als erster Spieler dreimal hintereinander den FIFA Ballon d’Or. Am 7. März traf er gegen Bayer Leverkusen fünfmal in einem Champions-League-Spiel – ebenfalls eine Premiere. Im März erreichte er als jüngster Spieler 150 Ligatore und überholte César als erfolgreichsten Pflichtspiel-Torschützen Barcelonas.

73 Pflichtspieltore erzielte Messi in der Saison 2011/12 und übertraf damit Gerd Müllers bisherigen Saisonrekord von 67 Toren. Im Kalenderjahr 2012 kamen 91 Tore in 69 Pflichtspielen zusammen – mehr als Müllers Jahresrekord von 85. Anfang 2013 gewann Messi als erster Spieler zum vierten Mal den FIFA Ballon d’Or. Anschließend verlängerte er bis 2018; sein Jahresgehalt wurde mit 13 Millionen Euro angegeben.

Rekorde, Abschied und neue Bühne

Am 22. November 2014 erzielte Messi gegen Sevilla seine Ligatore 251 bis 253 und überholte Telmo Zarra als Rekordtorschützen der Primera División. Drei Tage später übertraf er gegen APOEL Nikosia mit den Treffern 72 bis 74 den bisherigen Champions-League-Rekord von Raúl. 2014/15 gewann Barcelona das zweite Triple der Vereinsgeschichte, schlug Juventus Turin im Champions-League-Finale mit 3:1 und holte zusätzlich den UEFA Super Cup sowie die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2015. Messi wurde der erste Spieler, der in einem Kalenderjahr in sieben verschiedenen Wettbewerben mindestens einmal traf. Im Januar 2016 gewann er zum fünften Mal den FIFA Ballon d’Or.</