Die Herausforderungen im Kampf gegen den Bewegungsmangel ziehen sich wie ein roter Faden durch die letzten zwei Jahrzehnte. Prof. Dr. Katja Siefken und ein internationales Team haben in einer neuen Studie die Lage analysiert und decken auf: Die Bemühungen zur Bewegungsförderung stagnieren, obwohl das Thema mittlerweile auch auf politischer Ebene verstärkt in den Fokus gerät. Die Erkenntnisse, die in der Fachzeitschrift Nature Health veröffentlicht wurden, ergeben, dass trotz wachsender Strategien und Initiativen aus etwa 200 Ländern eine erhebliche Lücke zwischen der politischen Absicht und der Praxis besteht. So zeigte sich, dass Bewegungsförderung in vielen Ländern noch immer als geringprioritäres Thema gilt.
Was genau bedeutet das für unsere Gesellschaft? Insbesondere die Fallstudien, die in der Studie betrachtet wurden, machen deutlich, dass es nicht an den Ideen fehlt. Vielmehr sind es strukturelle Herausforderungen, die einer erfolgreichen Umsetzung im Wege stehen. So müssen konkrete Ansatzpunkte formuliert werden, die helfen, die politische Priorisierung von Bewegung zu erhöhen. Die Untersuchung unterstreicht die wesentliche Rolle von Bewegung für die Gesundheit – sowohl für den Einzelnen als auch für die Gemeinschaft und die Umwelt.
Politische Bestrebungen auf dem Prüfstand
Das Bundesgesundheitsministerium hat ebenfalls Schritte unternommen, um dem Bewegungsmangel zu begegnen. Im März 2025 fand eine Folgeveranstaltung zum Runden Tisch Bewegung und Gesundheit statt. Hier versammelten sich Vertreter aus Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden sowie zahlreichen Institutionen. Neu ist, dass sich 13 weitere Institutionen zur künftigen Mitwirkung bereit erklärt haben.
Bei diesem Treffen wurden beeindruckende Zwischenergebnisse zur Umsetzung der zugesagten Maßnahmen vorgestellt. Unter den vorgestellten Strategien stechen mehrere Punkte hervor:
- Verbesserte Rahmenbedingungen für Bewegung
- Gezielte Ansprache verschiedener Zielgruppen
- Optimierung der Datenbasis zur Bewegungsförderung
- Bündelung von Informationen über vorhandene Angebote
- Stärkung der Sichtbarkeit des Themas Bewegung in der Gesellschaft
Mit Hilfe von Sektorübergreifenden Dialogen, die am Runden Tisch entstanden sind, wird das Ziel verfolgt, die Umsetzung dieser Maßnahmen weiter voranzutreiben und zu verstetigen.
Ein Blick in die Zukunft
Für die künftige Förderung der Bewegung ist ein Netzwerk geplant, das wichtige Handlungsfelder definieren und gemeinsame Schwerpunkte setzen soll. Diese Initiative bietet die Chance, unterschiedliche Institutionen besser zu vernetzen und die bisherige Umsetzung zu verbessern. Denn eines steht fest: Bewegung ist nicht nur ein individuelles, sondern auch ein gesellschaftliches Anliegen. Nur gemeinsam können wir dem Bewegungsmangel den Kampf ansagen und alle Generationen ermuntern, sich mehr zu bewegen.
Während in der Politik neue Weichen gestellt werden, bleibt die Frage, wie die gesamte Bevölkerung in diesen Prozess einbezogen werden kann. Wenn es darum geht, Bewegung als festen Bestandteil unseres Lebens zu integrieren, ist jeder Einzelne gefragt. Gemeinsam können wir an einer Zukunft arbeiten, in der Bewegung wieder in den Alltag zurückkehrt.
Der Bericht von Medical School Hamburg und die Informationen vom Bundesgesundheitsministerium bieten einen wertvollen Einblick in die aktuelle Situation und die notwendigen Schritte, die unternommen werden müssen, um den Bewegungsmangel zu bekämpfen.