Kieler Uni erhält EU-Förderung für wegweisende Quantenforschung
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat eine spannende Zeit vor sich: Gleich drei Marie-Skłodowska-Curie-Postdoc-Fellowships hat die Universität erhalten, um internationalen Nachwuchsforschenden eine Plattform zu bieten. Diese Prestigestipendien der Europäischen Union sind nicht nur finanziell lukrativ mit Förderbeträgen zwischen 202.000 und 218.000 Euro, sie haben auch das Potenzial, die Forschung in Kiel erheblich voranzutreiben. uni-kiel.de berichtet, dass jedes Fellowship auf eine Laufzeit von zwei Jahren angelegt ist.
Mit diesen Stipendien wird gezielt die Karriere von Forschern gefördert, die ihre Fähigkeiten erweitern und neue wissenschaftliche Horizonte erkunden wollen. Die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen verfolgen das Ziel, einen starken Pool europäischer Forschender zu schaffen und Europa für Talente weltweit attraktiv zu halten. Interessierte sollten wissen, dass es Voraussetzungen gibt: Ein PhD ist erforderlich und aufgrund von Mobilitätsregeln darf man in den 36 Monaten vor der Antragstellung nicht mehr als 12 Monate in dem Land der Gastorganisation verbracht haben. marie-sklodowska-curie-actions.ec.europa.eu bietet weitere Details dazu.
Der erste Stipendiaten, Dr. Daniels Krimans, ist ein Physiker aus Lettland, der erst kürzlich an der University of California, Los Angeles promovierte. Krimans hat bereits eine erste Forschungsphase in Kiel absolviert und wird nun Teil der Arbeitsgruppe von Professor Michael Bonitz und Priv.-Doz. Hanno Kählert. Sein Forschungsfokus liegt auf dichten Quantenplasmen. Diese speziellen Materiezustände mit extremen Teilchenkollisionen sind sowohl in astrophysikalischen Prozessen als auch bei der laserbasierten Trägheitsfusion (ICF), einem vielversprechenden Ansatz für saubere Energie, von Bedeutung. Der ICF-Ansatz ist ein zentraler Bestandteil der deutschen und europäischen Fusionsstrategie und steht in Verbindung mit bedeutenden Forschungseinrichtungen wie dem European XFEL in Hamburg, dem weltweit größten Röntgenlaser.
Die Verbindung zur Fusionsforschung
Mit ultrakurzen Röntgenpulsen wird angestrebt, die frühen Phasen der ICF-Implosionen sichtbar zu machen. Dies könnte bahnbrechende Erkenntnisse über Quantenplasmen und deren Verhalten liefern. Krimans‘ Arbeit ist ein Teil des Forschungsschwerpunkts KiNSIS – Kiel Nano Surface and Interface Science – der sich mit der Erforschung von Oberflächen und Grenzflächen beschäftigt. nks-msc.de hebt hervor, dass in diesem Bereich keine spezifischen wissenschaftlichen Disziplinen vorgegeben sind, was den Forschenden große Freiheit bei der Wahl ihrer Themen gibt.
Mit diesen Maßnahmen wird ein “Bottom-up Ansatz” verfolgt, der es Forscherinnen und Forschern ermöglicht, individuell und kreativ an ihren Projekten zu arbeiten. Die Förderung durch die Marie-Skłodowska-Curie-Stipendien ist ein wichtiger Schritt, um internationale Zusammenarbeit zu stärken und innovative Forschungsansätze zu entwickeln. Abschließend lässt sich sagen, dass die CAU mit diesen Fellowships auf dem richtigen Weg ist, nicht nur ihre Forschungslandschaft zu bereichern, sondern auch einen Beitrag zur globalen Wissenschaftsgemeinschaft zu leisten.
