In Groß Flottbek wächst ein neues Zuhause für Studierende heran: Am Mittwoch wurde beim Emil-Wolff-Haus des Studierendenwerks Hamburg Richtfest gefeiert. Noch ist der Rohbau zu besichtigen, doch die ersten Bewohner sollen voraussichtlich zum Wintersemester 2027/28 einziehen. Das Gebäude entsteht in einem Wohngebiet nahe dem S-Bahnhof Othmarschen, an der Kaulbachstraße 19 in 22607 Hamburg-Othmarschen.

Benannt ist die Wohnanlage nach dem ersten Rektor der Universität Hamburg. Rund 20 Millionen Euro investiert das Studierendenwerk nach eigenen Angaben in den Neubau, gefördert wird das Projekt durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB). Als Nächstes steht der Innenausbau an – also der Teil, bei dem aus Beton, Leitungen und Baustellenlärm langsam tatsächliches Wohnen wird.

Mehr Platz als im Vorgängerbau

Geplant sind 98 Wohnplätze. 78 davon entfallen auf möblierte Einzelapartments mit jeweils rund 21 Quadratmetern, eigenem Bad und Küchenzeile. Dazu kommen fünf Vierer-WGs: Die einzelnen Zimmer sind rund 16 Quadratmeter groß, Küche und zwei Bäder werden gemeinsam genutzt. Der abgerissene Vorgängerbau hatte 71 Wohnplätze.

Auch außerhalb der Zimmer soll Raum entstehen. Mehr als 160 Quadratmeter sind für Lernen und gemeinschaftliche Nutzung vorgesehen. Auf dem Plan stehen Lernbereiche, Musikräume, ein Waschsalon, Fahrradstellplätze und eine rund 300 Quadratmeter große Terrasse. Wie hoch die Miete im Neubau ausfallen wird, steht noch nicht fest. Bewerbungen werden derzeit noch nicht angenommen. Vorgesehen sind Inklusivmieten, in denen unter anderem Heizung, Strom, Wasser und Internet enthalten sind.

Das bestehende Emil-Wolff-Haus, das der Neubau ersetzt, wird beim Deutschen Akademischen Austauschdienst mit 71 Plätzen beziehungsweise Zimmern geführt. Dort gibt es möblierte Einzelzimmer in Flurgemeinschaften, jeweils rund zwölf Quadratmeter groß, mit eigener Dusche und eigenem Waschbecken. Internet-, Telefon- und Kabel-TV-Anschluss gehören ebenfalls dazu.

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So wohnt es sich bisher an der Kaulbachstraße

Die Wohnanlage liegt ruhig. Einkaufsmöglichkeiten und der S-Bahn-Anschluss sind in etwa zehn Gehminuten erreichbar, die nächste Haltestelle ist S1 Othmarschen. Für die bisherigen Plätze nennt der Wohnheimfinder eine Miete von 252 Euro im Monat. Darin enthalten sind Heizung, Wasser, Strom, Internet und Kabelfernsehen. Die Kaution liegt zwischen 400 und 800 Euro.

Zur Ausstattung gehören drei eingerichtete Küchen, drei Gemeinschaftsräume, Münzwaschmaschinen im Keller, überdachte Fahrradstellplätze sowie einige Stellplätze für Pkw und Motorräder. Im Keller betreiben die Bewohner eine Bar. Im Sommer kommt ein Grillplatz dazu; außerdem gibt es einen Musikraum und einen Lernraum. Für internationale Studierende ist ein Welcome-Tutorenprogramm vorgesehen.

Die reguläre Wohnzeit beträgt grundsätzlich 48 Monate. In Häusern mit dauerhaft geringerer Nachfrage sind 60 Monate möglich. Wer länger bleiben möchte, muss einen schriftlichen Antrag stellen, der spätestens zwei Monate vor Ablauf beim Studierendenwerk eingegangen sein muss.

Wer sich bewerben kann

Das Angebot richtet sich an deutsche und internationale Studierende an einer Hamburger Hochschule. Auch Besucherinnen und Besucher des staatlichen Studienkollegs sowie des Hamburger Konservatoriums in Blankenese können sich bewerben. Möglich ist die Bewerbung als Einzelperson, als Paar oder als Familie.

Eine Bewerbung kann frühestens drei Monate vor dem gewünschten Einzug eingereicht werden. Für die Standard-Bewerbung gibt es ein Online-Verfahren. Programm- und Austauschstudierende können diesen Online-Antrag jedoch nicht nutzen: Sie wenden sich an die zuständige Koordination im Gast- oder Heimatland oder an das Akademische Auslandsamt ihrer Hamburger Hochschule.

Erasmus- und Zentralaustauschstudierende müssen den Antrag über die zuständige Hamburger Koordination anfordern. Eine direkte Bewerbung beim Studierendenwerk ist für sie nicht möglich; die Frist endet drei bis vier Monate vor Semesterbeginn.

Für Aufenthalte unter sechs Monaten gibt es außerdem eine Kurzzeitvermietung. Sie ist teurer und umfasst zusätzliche Leistungen. Die Vergabe übernimmt die Zentrale Kurzzeitvermietung. Bewerbungen sind für bis zu drei bestimmte Häuser oder für alle Häuser möglich – wer alle auswählt, erhöht die Chance auf eine schnellere Vermittlung.

Viele Suchende, wenige Plätze

Wie groß der Druck auf dem Hamburger Wohnungsmarkt für Studierende ist, zeigt eine Anfrage der Linken: 2024 standen mehr als 2.800 Studierende auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz. Das Studierendenwerk betreibt nach eigenen Angaben derzeit 25 Wohnanlagen mit etwa 4.390 Wohnplätzen in Hamburg. Das neue Emil-Wolff-Haus bringt zwar zusätzliche Kapazität, die Warteschlange wird damit aber nicht einfach verschwinden.

Wer Fragen zur Wohnanlage hat, erreicht das Emil-Wolff-Haus unter +49 40 41 90 23 63. Für den Neubau heißt es bis dahin: weiter warten, weiterbauen – und hoffentlich zum Wintersemester 2027/28 die ersten Kisten durch die neuen Türen tragen.