In Dresden wird ein Bürgerbüro umgebaut – nicht mit Staub und Presslufthammer, sondern organisatorisch: Das Junioramt der Stadt zieht zum 1. Oktober 2026 in das Bürgerbüro Altstadt. Neuer Sitz ist das fünfte Obergeschoss des Kaufhauses Galeria in der Prager Straße 12.

Der bisherige Standort in der Schweriner Straße 1 wird aufgegeben. Für die Auszubildenden ändert sich damit auch der tägliche Rahmen ihrer Praxiszeiten. Im Junioramt bearbeiten sie die üblichen Anliegen eines Bürgerbüros; künftig arbeiten sie dabei gemeinsam mit den Beschäftigten des Bürgerbüros Altstadt.

Umzug Ende September

Wegen des Umzugs bleibt das Junioramt am 30. September geschlossen. An diesem Tag finden dort keine Termine statt. Ab dem 1. Oktober ist der neue Standort im Terminbuchungssystem auswählbar.

Die Stadt verspricht sich von der Zusammenlegung vor allem Einsparungen bei der Betreuung der Auszubildenden. Weitere Informationen gibt es unter www.dresden.de/buergerbuero-altstadt.

Ein kleiner Umzug, ein großes Verwaltungsthema

Der Dresdner Schritt fällt in eine Zeit, in der Kommunen ihre Abläufe ohnehin neu sortieren. Digitalisierung soll Verwaltungen schlanker, kostengünstiger und effizienter machen – sie bringt aber auch Herausforderungen mit, etwa bei Cybersicherheit, Smart City, dem Onlinezugangsgesetz, künstlicher Intelligenz, Glasfaserausbau, digitalen Zwillingen, digitaler Energie- und Stadtplanung sowie Open-Source-Software und digitaler Souveränität.

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Für Kommunen, Stadtwerke und Netzbetreiber bedeutet das längst mehr, als Papierformulare durch Onlineformulare zu ersetzen. Informationen müssen am richtigen Ort verfügbar sein. Digitale Lösungen für Akten, Posteingang und Postausgang sollen Prozesse medienbruchfrei und rechtssicher machen. Neben der technischen Infrastruktur braucht es alltagstaugliche digitale Abläufe – sonst bleibt der schönste Zugang ungenutzt.

Wie unterschiedlich das aussehen kann, zeigen Beispiele aus anderen Städten und Gemeinden: Schömberg im Nordschwarzwald organisiert seinen Baumbestand digital. Hagen treibt als Modellstadt die digitale Transformation voran, um Stromverbrauch und CO₂-Emissionen zu senken. Kommunale Immobilienverwaltungen können mit CAFM-Systemen Investitionsstau und Verwaltungsaufwand besser organisieren; kommunale Wohnungsunternehmen nutzen digitale Lösungen, um Schadenmanagement transparenter zu machen und Prozessaufwand zu reduzieren.

KI, Standards und offene Systeme

Nürnberg setzt KI unter anderem für Chatbots, die automatisierte Wohngeldprüfung und die Deutschland-App ein. Dort stehen laut dem Beitrag zunächst die Prozesse und nicht die Technologie im Mittelpunkt. Coburg nutzt in der Ausländerbehörde eine KI-gestützte Assistenz, die komplexe Fallakten strukturiert und Verfahren laut Beitrag um mehr als 80 Prozent beschleunigt. In Büttelborn informiert ein interaktiver KI-Avatar von Bürgermeister Marcus Merkel rund um die Uhr.

Die Stadt Holzminden arbeitet seit April 2026 mit der RPA-Lösung „Emma“, die standardisierte Verwaltungsaufgaben automatisiert. Herzebrock-Clarholz machte seine Verwaltung innerhalb von vier Monaten flächendeckend KI-fähig. Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg wollen ihre Kräfte beim Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung bündeln und unterzeichneten dazu eine gemeinsame Absichtserklärung.

Auch bei Software stellt sich die Grundsatzfrage: Städte und Gemeinden prüfen zunehmend Open-Source-Software als Alternative zu proprietärer US-Software. Gütersloh nutzt den offenen „Urban Stack“, um Daten zu vernetzen, Zusammenarbeit zu erleichtern und ein digitales Ökosystem für die Stadtentwicklung aufzubauen. Interkommunale Zusammenarbeit kann zudem beim Schutz vor Cyberangriffen helfen.

In der Bauverwaltung sollen die Standards XBau und XPlanung für Ordnung sorgen. XBau soll digitale und medienbruchfreie Baugenehmigungsverfahren ermöglichen. XPlanung ist ein verbindlicher Standard der Bauleitplanung; Kommunen und Planungsbüros können damit XPlanGML-konforme Pläne erstellen und prüfen. Digitale Zwillinge wiederum lassen sich von verschiedenen kommunalen Stellen verwenden, auch von der Feuerwehr – und nicht nur in großen Städten, sondern ebenso in mittleren und kleinen Kommunen.

Glasfaser und Stadtplanung bleiben Baustellen

Beim Glasfaserausbau gibt es verschiedene Kooperationsmodelle zwischen Kommunen und weiteren Beteiligten. Staatssekretär Thomas Jarzombek zog eine Halbzeitbilanz zum Ausbau und appellierte an Kommunen, ihn zu unterstützen. Die TKG-Novelle ist für den Ausbau vor Ort von Bedeutung, denn schnelles Internet erreicht weiterhin nicht alle Haushalte. Rellingen finanziert kostenlose Hausanschlüsse, um Glasfasernachverdichtung und Netzauslastung zu erhöhen.

Auch die Planung wird digitaler: Mannheim und Aachen entwickeln im Förderprojekt MACspeeDZ ein digitales Planungsinstrument für Stadt- und Freiraumplanung sowie Klimaanpassung. Laut Smart City Index 2025 nutzen 76 Prozent der deutschen Großstädte digitale Energieplanung. Der Smart City Index 2026 weist zudem einen neuen Spitzenreiter unter den deutschen Großstädten aus; München wird auf Platz eins abgelöst.

Leipzig organisiert seinen indirekten Einkauf mit intelligenten Systemen und einem angeschlossenen Marktplatz neu. Wiesbaden nimmt als eine von sechs Städten an der Pilotphase der Deutschland-App des Bundes teil. Der Alltag in einer Verwaltung klingt dabei weiterhin erstaunlich oft nach Akten, Zuständigkeiten und dem richtigen Fenster – nur dass dieses Fenster künftig auch auf einem Bildschirm liegen kann.