Am 23. Juni 2026 wurde in Wiesbaden eine feierliche Übergabe von Urkunden für die neuen LOEWE-Projekte durchgeführt. Diese Veranstaltung unterstreicht die Bedeutung des LOEWE-Programms für die Wissenschaft in Hessen. Zu den herausragenden Projekten gehört der von der Philipps-Universität Marburg koordinierte LOEWE-Schwerpunkt „GenDem“, der sich mit dem Thema antifeministische Mobilisierungen beschäftigt.

Staatssekretär Christoph Degen übergab in seiner Ansprache die Urkunden und hob hervor, dass die 18. LOEWE-Förderstaffel Themen wie Religion, Demokratie und Geschlechterverhältnisse behandelt. Der LOEWE-Schwerpunkt „GenDem“ wird in den kommenden vier Jahren mit etwa 3,6 Millionen Euro gefördert und hat zum Ziel, antifeministische Bewegungen in Europa und dem Südkaukasus zu untersuchen.

Untersuchung antifeministischer Bewegungen

Das Projekt „GenDem“, unter der Federführung von Prof. Dr. Annette Henniger, Politikwissenschaftlerin an der Philipps-Universität Marburg, wird eine vergleichende Analyse antifeministischer Bewegungen in Ost- und Westeuropa sowie im Südkaukasus durchführen. Dabei steht die Untersuchung der Bedingungen für das Entstehen dieser Bewegungen sowie deren transnationale Verflechtungen im Fokus. Die Forschung beabsichtigt auch, die Auswirkungen auf Demokratisierungs- und Autorisierungsprozesse zu beleuchten.

Besondere Fallstudien werden in autoritären Regimen oder Kriegsgebieten wie der Türkei, Aserbaidschan und der Ukraine durchgeführt. Dort sollen die strategisch geplanten Kampagnen antifeministischer Bewegungen analysiert werden, die sich gegen die Gleichstellung der Geschlechter, die Rechte queerer Menschen und liberale Sexualpolitik richten. Akteure dieser Bewegungen sind häufig rechtskonservative Parteien und religiös-fundamentalistische Gruppierungen, die grenzüberschreitende Narrative und Netzwerke nutzen.

Forschungsverbund und Teilprojekte

Im Rahmen des Forschungsverbunds „GenDem“ werden sieben Teilprojekte realisiert. Einige dieser Teilprojekte befassen sich mit den Männerrechtsbewegungen in Deutschland und der Türkei, den Drag Panic-Diskursen in Österreich sowie der antifeministischen Rhetorik islamistischer Influencerinnen. Historikerinnen am Herder-Institut werden zudem die antifeministische Mobilisierung im östlichen Europa und den Einfluss des russisch-ukrainischen Krieges untersuchen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Darüber hinaus kooperieren die Gießener Wissenschaftlerinnen mit der Analyse anti-queerer Mobilisierungen und islamistisch geprägten Diskursen. Dieser umfassende Forschungsansatz wird somit zu einem besseren Verständnis antifeministischer Bewegungen beitragen und deren Einfluss auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Region klären.

Die LOEWE-Projekte insgesamt tragen dazu bei, kritische gesellschaftliche Themen zu beleuchten und das Wissen über genderliche, demokratische und autoritäre Strukturen zu vertiefen. Mit einem Blick auf die Zukunft wird der LOEWE-Schwerpunkt „GenDem“ zweifellos einen bedeutenden Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung leisten und wichtige Erkenntnisse zu einem drängenden Thema der modernen Gesellschaft liefern.

Weitere Informationen über die neuen LOEWE-Projekte erhalten Sie in den folgenden Artikeln: Uni Marburg berichtet, dass …, Herder-Institut berichtet über den LOEWE-Schwerpunkt …, Das Marburger berichtet über GenDem ….