Zum 1. Oktober 2026 übernimmt Timo Baumann die Geschäftsführung der Sana IT Services (SIT), des zentralen IT-Dienstleisters der Sana Kliniken. Der 52-Jährige folgt auf Tobias Eimermacher, der Sana für neue berufliche Herausforderungen außerhalb des Konzerns verlässt. Baumann wird die SIT gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer Wolfgang Grill leiten.

Sein beruflicher Weg begann nicht irgendwo, sondern ganz nah an der Schnittstelle von Medizin und Technik: Baumann studierte Medizinische Informatik an der Universität Heidelberg und absolvierte anschließend einen MBA an der Universität Mannheim. An internationalen Business Schools vertiefte er außerdem seine Kenntnisse in IT-Strategie, Innovationsmanagement und Führung.

Von der RKH Gesundheit zu Sana

Bei der RKH Gesundheit war Baumann seit 2019 als Leiter IT und Medizintechnik tätig. Seit dem 1. Januar 2019 leitete er die Zentrale Informationsverarbeitung und Medizintechnik der RKH Regionale Kliniken Holding und Services. 2024 übernahm er zusätzlich die Funktion des Direktors des Ressorts Versorgung, Technologie und Innovation und wurde damit Mitglied der Geschäftsleitung.

Das neu strukturierte Ressort unterstützt sämtliche Fachbereiche dabei, Strukturen und Prozesse an ein verändertes Umfeld anzupassen. Es soll zur Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit beitragen. Zuständig ist es unter anderem für zwei Krankenhausapotheken, Einkauf und Versorgung, die Zentrale Vergabestelle, Logistik und Lager, Projektsteuerung und Innovationsmanagement sowie die Zentrale Informationsverarbeitung und Medizintechnik.

In seiner RKH-Funktion wollte Baumann Themen weiterentwickeln und Abläufe für Patienten und Mitarbeitende durch kontinuierliche Verbesserungen optimieren. Zuvor hatte er eine leitende IT-Position bei den Kliniken des Landkreises Göppingen inne. Internationale Industrieerfahrung sammelte er bei T-Systems, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und IT-Sicherheit.

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Laut Sana bringt Baumann mehr als 20 Jahre Erfahrung in komplexen Krankenhaus-IT-Umgebungen mittelständischer und großer Gesundheitsversorger mit. Dazu kommen Tätigkeiten auf der Anbieterseite von Krankenhausinformationssystemen bei Telekom Healthcare Solutions sowie als Consultant für IT-Lösungen.

„Auf Kurs 2030“

Sana-CEO Thomas Lemke erwartet, dass Baumann die SIT stärker an den Bedürfnissen von Kliniken, Ärzten und Pflegekräften ausrichtet. Er soll die entsprechende Transformation vorantreiben und damit die Marktstellung von Sana stärken.

Baumann selbst nennt die Strategie „Auf Kurs 2030“ sowie deren Vision und Zielbild als Gründe für seinen Wechsel. Er wolle das gesamte Team für die Transformation und die weitere Digitalisierung von Sana motivieren. Das klingt nach viel Arbeit, und zwar nach jener Sorte Arbeit, bei der ein System nicht nur laufen, sondern im Stationsalltag tatsächlich helfen muss.

Gerade die Zusammenarbeit mit Pflegepersonal zeigt, wie breit das Feld inzwischen ist: IT-Fachkräfte optimieren Pflegearbeitsplätze wie Visitenwagen und mobile Datenerfassung, schulen Mitarbeitende in Dokumentationssystemen und leisten 1st-Level-Support für Pflegecockpits und Medikationssoftware. Pflegedaten werden über HL7 und FHIR integriert; hinzu kommen KIS, elektronische Patientenakten (ePA) und mobile Dokumentation.

Ein Beruf zwischen Serverraum und Station

Ein am 5. März 2026 veröffentlichter Beitrag zum Berufsbild der IT-Fachkraft im Gesundheitswesen beschreibt einen Arbeitsmarkt, der durch die Digitalisierung in Kliniken, Reha-Einrichtungen und Praxen wächst. Einsatzorte gibt es in Akut- und Reha-Krankenhäusern, Pflege- und ambulanten Versorgungseinrichtungen, öffentlichen Gesundheitsämtern, Krankenkassen, Pharma-, Medizintechnik- und Health-IT-Unternehmen. Auch IT-Dienstleister, Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen suchen entsprechende Fachleute.

Ein Teil der Arbeit lässt sich aus dem Homeoffice erledigen: Datenanalyse und Reporting, Dokumentation und Schulungsunterlagen, Projektmanagement etwa bei KHZG-Projekten, Software-Testing und -Entwicklung sowie Schnittstellenmanagement und IT-Security. Kritische Systembetreuung findet dagegen häufig vor Ort statt. Viele Einrichtungen bieten hybride Arbeitsmodelle mit Homeoffice-Tagen an.

Zum Alltag gehören die Administration von Netzwerken, Servern und Cloud-Umgebungen, der Betrieb und die Weiterentwicklung klinischer Informationssysteme wie KIS, LIS und RIS sowie der Aufbau eines Informationssicherheits-Managementsystems nach ISO 27001. Auch Telematikinfrastruktur, Verschlüsselung, Zugriffskontrollen und HL7-, FHIR- und DICOM-Schnittstellen gehören dazu. Systeme wie KIS, PACS, Labor- und Abrechnungslösungen müssen miteinander sprechen; sonst wird aus Digitalisierung schnell ein digitales Durcheinander.

IT-Fachkräfte unterstützen medizinisches Personal im 1st- und 2nd-Level-Support, geben Schulungen und übernehmen Projektleitungen, etwa bei ePA-Einführungen. Gefragt sind Kenntnisse in Virtualisierung mit VMware oder Hyper-V, SQL-Datenbanken, Cloud-Lösungen, Telematikinfrastruktur sowie HL7, FHIR, IHE und DICOM. Dazu kommen analytisches Denken, Kommunikationsstärke, Belastbarkeit und Teamfähigkeit – plus Verständnis für klinische Abläufe, Datenschutz und branchenspezifische Standards.

Ausbildung, Gehalt und die nächste Stufe

Der Einstieg führt häufig über eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration oder Anwendungsentwicklung, meist mit einer Dauer von etwa drei Jahren. Alternativ kommen Bachelorstudiengänge in Informatik, Medizin- oder Gesundheitsinformatik infrage, die gewöhnlich sechs bis acht Semester dauern. Praxisphasen und ein bis drei Jahre Erfahrung mit KIS, RIS, PACS, ePA oder Telematikinfrastruktur helfen beim Start. Möglich sind außerdem Zertifikats- und Masterprogramme in Digital Health oder IT-Management sowie Quereinstiege über Weiterbildungen und Zertifizierungen.

Zu den relevanten Nachweisen zählen ITIL 4 Service Management, ISO/IEC 27001, HL7 FHIR und IHE-Profile sowie DICOM. Herstellerkenntnisse in Dedalus ORBIS U, iMedOne und SAP IS-H können ebenfalls gefragt sein. Für Spezial- und Leitungsrollen spielen unter anderem ITIL-, ISO-27001- oder CISSP-Qualifikationen eine Rolle.

Die im Beitrag genannten Bruttomonatsgehälter reichen für Einsteiger mit null bis drei Jahren Erfahrung von 3.500 bis 4.200 Euro. Professionals mit vier bis sieben Jahren liegen bei 4.300 bis 5.100 Euro, Senior-Fachkräfte ab acht Jahren bei 5.200 bis 6.500 Euro und mehr. Typische Rollen reichen von der Mitarbeit im IT-Betrieb über Modulverantwortung bis zur Projektleitung oder zur Tätigkeit als IT-Security-Officer. Als Zusatzleistungen kommen betriebliche Altersvorsorge, Weiterbildungsbudget, Homeoffice und JobRad infrage.

Regional gibt es deutliche Unterschiede: Für Bayern und Baden-Württemberg werden beispielhaft 4.800 bis 6.500 Euro brutto monatlich genannt, für Nordrhein-Westfalen und Hessen 4.500 bis 6.200 Euro, in Ostdeutschland 3.800 bis 5.500 Euro. Unikliniken vergüten häufig nach TV-L oder TVöD, etwa in den Entgeltgruppen 10 bis 13. Private Klinikketten bieten individuelle, teils leistungsorientierte Verträge.

Wer weiterzieht, kann in Systemadministration und KIS-Support, IT-Projektleitung, IT-Security und Datenschutz-Audits, Datenanalyse, HL7-/FHIR-Architektur, Digital-Health-Consulting oder im Programmmanagement von KHZG-Förderprojekten landen. Später sind Funktionen als IT-Koordinator, Chief Information Security Officer (CISO), Chief Digital Officer (CDO), IT-Leiter oder CIO möglich. Auch Quereinstiege aus Pflege, Medizintechnik und Verwaltung sind bei digitaler Affinität und Weiterbildungsbereitschaft realistisch.

Konkrete Bildungswege gibt es reichlich: duale Ausbildungen zum Fachinformatiker in Klinikverbünden wie Helios oder in kommunalen Häusern wie dem Klinikum Darmstadt, den Onlinekurs „IT-Fachkraft im Gesundheitswesen“ bei Hypercampus, das IHK-Zertifikat „IT-Spezialist“ der Bildungsakademie Hannover, das Zertifikatsprogramm „Digitalisierung im Gesundheitswesen“ der HsH-Akademie sowie Fachinformatiker-Ausbildungen an Universitätskliniken wie der RWTH Aachen.

Was 2026 auf die Klinik-IT zukommt

Für 2026 werden KI-gestützte Diagnose- und Dokumentationssysteme, automatisiertes Monitoring von Patienten- und Gerätedaten, Predictive Maintenance in der Medizintechnik und automatisierte IT-Sicherheitsprozesse wie Intrusion Detection als wichtige Trends genannt. Damit wachsen auch die Anforderungen an KI-Tools, Datenanalyse, Schnittstellendesign und digitale Ethik. IT-Fachkräfte arbeiten dabei