Der Morgen-Ticker endet heute um 10 Uhr – und verabschiedet sich mit einem ziemlich bunten Hessen-Paket. In Frankfurt richten sich angekündigte Proteste gegen Sozialkürzungen auf die Familienministerkonferenz. Außerdem geht es um die entlassene Feuerwehrchefin im Schwalm-Eder-Kreis und um das verlängerte Insekten-Café an der Universität Marburg.

Zum Schluss wurde noch ein romantisches Foto versprochen: ein Pferd an einem See im Vogelsberg, aufgenommen im Abendlicht. Morgen übernimmt Kollegin Katrin Kimpel den Ticker.

Müde Grüße, Kaffee und ein bisschen Rätselspaß

Die Autorin veröffentlichte außerdem mehrere Reaktionen von Leserinnen und Lesern auf die wiederkehrenden Hinweise zu Müdigkeit und Kaffeetassen. Eine Leserin lobte die Offenheit und die persönliche Handschrift. Für sie gehört offenbar genau dieses Unpolierte zum morgendlichen Lesen dazu.

Andere fanden die ständigen Hinweise auf frühes Aufstehen und Müdigkeit eher langweilig und wiederholend. Eine weitere Leserin stimmte dieser Kritik zu, meinte aber, Kaffee erleichtere immerhin den Start. Fairer Punkt – ohne den ersten Schluck läuft bei manchen morgens ja wirklich wenig.

Mehrere Leserinnen und Leser verteidigten dagegen die persönlichen Morgengrüße, die Müdigkeitsthemen und die Kaffeetassen als festen Teil des Formats. Eine Leserin bezeichnete es sogar als morgendlichen Rätselspaß, die Handschrift der jeweiligen Autorin zu erkennen.

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Was beim Trinkgeld zählt

Auch beim Trinkgeld gab es ein nicht repräsentatives Zwischenergebnis der Umfrage. Knapp 48 Prozent der Teilnehmenden nannten freundliches Personal als wichtigsten Faktor. Für 24,5 Prozent war gute Qualität ausschlaggebend. Etwas mehr als 10 Prozent gaben an, grundsätzlich immer Trinkgeld zu geben.

Eine Leserin erklärte, sie gebe meist Trinkgeld. Die Höhe hänge für sie vom Wohlfühlfaktor, vom Verhalten des Personals sowie von Ehrlichkeit und Transparenz ab. Bei Unfreundlichkeit, fehlender Beachtung oder schlechtem Service habe sie in Einzelfällen nichts gegeben.

Eine andere Leserin vermisste in der Umfrage eine Antwortmöglichkeit: „Ich gebe grundsätzlich kein Trinkgeld, da der Service bereits im Preis enthalten ist“. Gerade diese Perspektive dürfte bei der Diskussion über Kartenterminals und automatische Trinkgeldabfragen nicht ganz unwichtig sein.

Studie: Trinkgeldnormen verlieren an Verbindlichkeit

Wie sich solche Entscheidungen einordnen lassen, zeigt eine Trinkgeldstudie von Appinio und der Hochschule Fresenius. Befragt wurden 750 Menschen in Deutschland. Laut den Ergebnissen nimmt die Bereitschaft zum Trinkgeldgeben in verschiedenen Bereichen ab: Im Restaurant geben 82 Prozent der Befragten Trinkgeld, im Taxi etwa die Hälfte und bei Handwerkern 35 Prozent.

Prof. Dr. Sascha Hoffmann erklärt, klassische Trinkgeldnormen würden an Verbindlichkeit verlieren; zugleich veränderten sich die sozialen Erwartungen. Das passt zu den Reaktionen auf die Umfrage: Freundlichkeit, Qualität und Transparenz spielen eine Rolle, aber auch die Frage, ob sich eine Zahlung freiwillig anfühlt oder ob am Terminal plötzlich alle Augen auf die Auswahl mit 5, 10 oder 15 Prozent gerichtet sind.

Die Studie untersuchte unter anderem die digitale Trinkgeldabfrage. Bei Restaurants mit Tischservice wird sie teilweise als hilfreich wahrgenommen. In schnellen To-go-Situationen am Counter kann sie dagegen als sozialer Druck empfunden werden. Vorgeschlagene Trinkgeldstufen beeinflussen die Entscheidung, häufig wird die mittlere Option gewählt.

Eine weitere Rolle spielt Reziprozität: Kleine kostenlose Zugaben – etwa ein Keks zum Kaffee oder ein Ouzo – können die Trinkgeldbereitschaft erhöhen, besonders wenn sie gemeinsam mit der Rechnung angeboten werden.

Unternehmen sollen ihre Kundinnen und Kunden direkt nach den Gründen für verändertes Trinkgeldverhalten fragen, zum Beispiel nach dem wahrgenommenen Service oder dem Druck durch Kartenterminals. Als mögliche Tests nennt die Studie voreingestellte Trinkgeldoptionen, beispielsweise 10 Prozent, kombiniert mit einer freien Eingabe. Die Untersuchung des Zahlungsverhaltens könne Unternehmen dabei unterstützen, ihre Abläufe entsprechend zu gestalten.