1.566 Erstsemester starten in Greifswald mit neuem Lehramtsstudiengang ins Studium
1.566 junge Menschen haben am Montag ihr Studium an der Universität Greifswald begonnen. In der Universitätsstadt war damit wieder dieses typische Semesteranfangsgefühl zu spüren: neue Gesichter, volle Wege, viel Orientierungssuche. Die meisten Erstsemester starten in Medizin, Rechtswissenschaft oder im neuen Studiengang Sekundarstufenlehramt.
Für angehende Lehrkräfte hat sich dabei einiges verändert. Die bisherigen Lehramtsstudiengänge für Gymnasien und Regionale Schulen wurden zusammengeführt. Im Sekundarstufenlehramt stehen außerdem drei neue Fächer zur Auswahl: Biologie, Sozialkunde und Informatik. In Mecklenburg-Vorpommern gelten sie als Mangelfächer.
Neue Wege ins Klassenzimmer
Rektorin Katharina Riedel verbindet mit dem neuen Angebot eine klare Hoffnung: Der östliche Landesteil soll künftig besser mit Lehrkräften versorgt werden. Ob das aufgeht, wird sich freilich erst zeigen, wenn aus Studienanfängerinnen und Studienanfängern Absolventinnen und Absolventen geworden sind.
Nach der Immatrikulationsfeier im Dom konnten sich die Studienanfänger über das Leben in Greifswald und über studentische Initiativen informieren. Zwischen Hochschulgruppen, neuen Stundenplänen und vermutlich der einen oder anderen Frage nach dem richtigen Seminarraum begann für viele der erste Uni-Tag so richtig.
Die Zahl der Erstsemester ist leicht gestiegen. Gleichzeitig sinkt die Gesamtzahl der Studierenden an der Universität seit Jahren. Derzeit sind 9.546 Studierende eingeschrieben. Riedel hält es allerdings für möglich, dass sich die Studierendenzahlen in naher Zukunft wieder erhöhen.
Wer noch überlegt, nach Greifswald zu kommen, hat teilweise weiterhin Gelegenheit dazu: Bewerbungen für zulassungsfreie Studiengänge sind noch bis Freitag möglich, in einzelnen Fällen sogar bis Ende Oktober.
9.546 an der Uni – und mehrere Arten zu zählen
Bei Studierendenzahlen lohnt sich ein genauer Blick, denn die Zahl kann auf unterschiedliche Weise dargestellt werden. Die amtliche Statistik „Studierende an Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern“ erfasst die Studierendenzahlen, also die „Köpfe“, unter anderem nach Hochschulen und Hochschularten, nach den Gesamtzahlen für Mecklenburg-Vorpommern, nach deutschen und ausländischen Studierenden, Studienanfängern, Fächergruppen, Hochschul- und Fachsemestern sowie nach der Staatsangehörigkeit. Diese Zählweise unterstützt vor allem politische Entscheidungen und die regionale Planung.
Für das Wintersemester 2025/2026 weist die Universität für die Universitäts- und Hansestadt Greifswald 9.728 Studierende aus. 1.800 davon waren an der Universität Greifswald im 1. Fachsemester eingeschrieben. Die Auswertungen beziehen sich im Wintersemester auf den Stichtag 1. Dezember, im Sommersemester auf den 1. Juni.
Daneben gibt es die „Schnellübersicht Fachfälle“. Sie gibt einen Überblick über die aktuellen Studierendenfachfälle. Die Semesterverlaufsstatistik dieser Fachfälle wird für die Lehre, die Hochschulplanung und -steuerung sowie zur Schwundberechnung genutzt.
Der Unterschied klingt zunächst nach Verwaltungsdetail, ist für den Hochschulalltag aber ziemlich praktisch: In Diplom- und Staatsexamensstudiengängen sowie in einem Teil der Bachelor- und Masterstudiengänge entspricht die Zahl der Fachfälle der Zahl der Studierenden. In Lehramts- und Magisterstudiengängen und ebenfalls in einem Teil der Bachelor- und Masterstudiengänge können dagegen zwei oder mehr Fachfälle auf eine studierende Person entfallen. Für die Planung von Räumen und Lehrkapazitäten ist diese Fachfallstatistik wichtig, weil sie die Lehrbelastung je Studiengang ausweist.
Greifswald im Landestrend
Mecklenburg-Vorpommern kam im Studienjahr 2025 auf insgesamt 5.761 Studienanfängerinnen und Studienanfänger im ersten Hochschulsemester. 4.998 begannen im Wintersemester 2024/25, weitere 763 im Sommersemester 2025.
Die detaillierten Zeitreihen des Statistischen Bundesamtes im Portal GENESIS reichen bei den Wintersemestern bis 1998/99 zurück. Damals lag die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Land bei unter 5.000. Bis zum Wintersemester 2009/10 stieg sie auf über 7.000, danach entwickelte sie sich überwiegend rückläufig. Besonders deutlich fiel der Rückgang in den Wintersemestern 2021/22 und 2022/23 aus; im Wintersemester 2023/24 und im Wintersemester 2024/25 setzte er sich fort.
Im Wintersemester 2025/26 gab es wieder einen leichten Anstieg – ungefähr auf das Niveau des Wintersemesters 2022/23. Bei den beliebtesten Studienfächern lagen Betriebswirtschaftslehre, Medizin, Grundschul- beziehungsweise Primärstufenpädagogik und Biologie vorn. Medizin findet sich damit nicht nur in Greifswald weit oben, auch Biologie taucht landesweit unter den gefragtesten Fächern auf.
Kurze Wege, frühe Forschung
Als Besonderheiten der Universität nennt Rektorin Riedel den engen Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden, kurze Wege und forschungsgeleitete Lehre. Studierende können schon früh an Forschungsprojekten mitwirken. Für manche beginnt der Uni-Alltag also nicht erst irgendwann nach dem Grundstudium, sondern direkt zwischen Hörsaal, Labor und den ersten eigenen Fragen.
Die Universität Greifswald zählt damit aktuell 9.546 eingeschriebene Studierende, während die städtische Statistik für das Wintersemester 2025/2026 9.728 Studierende in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald ausweist. Zwei Zahlen, die nebeneinanderstehen können – je nachdem, ob die Universität oder der Hochschulstandort betrachtet wird.
