15 Jahre Bürgerstiftung Vorpommern: Wie Ehrenamt in der Region Rückenwind bekommt
In Greifswald wird heute, am 16.10.2026, auf 15 Jahre Bürgerstiftung Vorpommern zurückgeblickt. Das Jubiläum wurde am Donnerstagabend im Pommerschen Landesmuseum gefeiert – nicht weit von der Uni Greifswald entfernt. Seit ihrer Gründung unterstützt die Stiftung ehrenamtliche Projekte, die Vorpommern stärken.
Gegründet wurde die Bürgerstiftung Vorpommern im August 2011 vom Pommerschen Diakonieverein und der Volksbank Vorpommern. In den vergangenen Jahren entschied der Stiftungsvorstand ehrenamtlich über zahlreiche Förderungen. Mehr als 250.000 Euro aus Eigenmitteln sowie über 200.000 Euro an Spenden und Zuwendungen gab die Stiftung bisher an Projekte weiter.
Vom Hochschulsport bis zum Kleingartenverein
Die Liste der geförderten Einrichtungen und Veranstaltungen ist entsprechend unterschiedlich: Unterstützung erhielt unter anderem die HSG Uni Greifswald, außerdem ein Kleingartenverein in Grimmen und die Darß-Festspiele im Landkreis Vorpommern-Rügen. Gerade diese Mischung, sagt der scheidende Stiftungsvorsitzende Dr. Arthur König, zeige das Engagement der Menschen in Stadt und Land.
Gefördert werden gemeinnützige Projekte und Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern. Das Geld wird als Zuschuss vergeben. Die Förderbereiche reichen von Kultur und Medien über Bildung, Soziales und Sport bis zu Denkmalschutz, Infrastruktur sowie Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Also ziemlich viel – vom Turnschuh bis zum alten Mauerwerk.
Der Antrag kommt online
Antragsberechtigt sind Vereine und Initiativen, die ihren Sitz in Vorpommern haben oder dort tätig sind. Der Antrag wird über ein Online-Formular gestellt. Nötig sind eine Projektbeschreibung, Angaben zur Kontaktperson, die Bankverbindung und die Zustimmung zur Datenschutzerklärung. Feste Fristen gibt es nicht: Anträge können jederzeit eingereicht werden.
Auf der Förderliste stehen unter anderem Projekte für Kinder und Jugendliche, Maßnahmen zur Belebung von Gemeindezentren, denkmalpflegerische Vorhaben, Bildungsveranstaltungen und Sanierungsprojekte. Auch Nachbarschaftsfeste sowie kulturelle, soziale und sportliche Angebote können unterstützt werden. Die Förderung soll ausdrücklich kleineren Initiativen ermöglichen, ihre Vorhaben eigenverantwortlich umzusetzen.
Darüber hinaus geht es um die Mitwirkung an demokratischen Prozessen und um interkulturellen Austausch. Das klingt zunächst groß, beginnt aber oft im überschaubaren Rahmen: bei einer Veranstaltung, einem Treffen im Viertel oder einer Idee, für die bisher schlicht das Geld gefehlt hat.
Förderung als Rückhalt im ländlichen Raum
Dass solche Möglichkeiten gebraucht werden, zeigt der Blick auf das Ehrenamt insgesamt. Freiwilliges Engagement hat gerade in ländlichen Regionen eine lange Tradition. Ehrenamtlich Aktive tragen zur Sicherung der Daseinsvorsorge bei, erhalten das gesellschaftliche Miteinander und verbessern die Lebensqualität. Rund 30 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich; die meisten empfinden ihren Einsatz als persönliche Bereicherung.
Bei der Suche nach weiterer Unterstützung hilft die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt mit einer wachsenden Datenbank. Sie soll passende Förderprogramme auffindbar machen und wird laufend aktualisiert. Ziel der Stiftung ist es, das Ehrenamt insbesondere im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Mecklenburg-Vorpommern verweist dazu auf eine Übersicht der Förderprogramme.
In Vorpommern liegt der nächste Antrag jedenfalls nicht irgendwo zwischen Papierstapeln: Er beginnt online – mit einer Projektidee, einer Kontaktperson und der Hoffnung, dass aus dem Vorhaben bald etwas wird, das man vor Ort sehen, hören oder gemeinsam erleben kann.
