Leipzig hat in diesem Sommer und Herbst das Denken nach draußen verlegt: Vom 11. Juli bis 3. November 2026 lädt die Reihe „BookTalkWalks – GedankenGänge: Mit jüdischen Denkerinnen der Vergangenheit die Zukunft denken“ an verschiedene Orte im Stadtraum ein. Von Juli bis Oktober fand monatlich ein öffentlicher Spaziergang statt. Philosophinnen der Universität Leipzig stellten dabei Werke jüdischer Denkerinnen und Denker niedrigschwellig vor – im Gehen, im Gespräch und mitten im öffentlichen Raum.

Im Mittelpunkt der vier BookTalkWalks standen Walter Benjamin, Hannah Arendt, Emmanuel Lévinas und Ernst Bloch. Die Teilnehmenden waren zum gemeinsamen Gespräch und zum „denkenden Unterwegssein“ eingeladen. Alle vier Spaziergänge waren barrierefrei. Veranstalter ist das gemeinnützige Transformatorenwerk Leipzig e. V., der Eintritt war kostenlos.

Vier Tote, eine ziemlich lebendige Debatte

Zum Abschluss wird es am Dienstag, 3. November 2026, im Café Alibi der Universitätsbibliothek Albertina, Beethovenstraße 6, Leipzig, noch einmal grundsätzlich: Um 19:00 Uhr beginnt der „Club der toten Philosophinnen“ zum Thema „Welche Zukunft ist uns möglich?“. Der Eintritt ist frei, auch die Abschlussveranstaltung in der Bibliotheca Albertina ist barrierefrei zugänglich.

Auf der Bühne erscheinen vier historische jüdische Philosophinnen. Hannah Arendt wird von Dr. Katrin Felgenhauer gespielt, Hans Jonas von Dr. Svantje Guinebert, Herbert Marcuse von M.A. Matthis Meiritz und Simone Weil von Prof. Dr. Thomas Kater. Die Darsteller gehören zum Institut für Philosophie der Universität Leipzig. Moderiert wird der Abend von Dr. Rainer Totzke.

Angekündigt ist keine stille Gedenkstunde, sondern eine kontroverse Diskussion mit Beteiligung des Publikums. Die vier Figuren bringen unterschiedliche Fragen und Denkbewegungen mit: Was lässt sich politisch verantworten? Wie geht eine Gesellschaft mit Technik, Freiheit und Zukunft um? Und wer darf eigentlich bestimmen, welche Zukunft möglich sein soll? Am Ende sitzen die Besucherinnen und Besucher nicht bloß daneben.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Philosophie zwischen Bibliothek und Stadtraum

Organisiert wird die Reihe vom Transformatorenwerk Leipzig e. V. in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Leipzig, dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, dem Institut für Philosophie der Universität Leipzig, Denkwege e. V., der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e. V. (DIG Leipzig), dem Jungen Forum der DIG Leipzig und Expedition Philosophie e. V. Gefördert wird die Reihe von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.

Das Transformatorenwerk versteht sich als gemeinnütziger Verein, der Räume für Begegnung, Dialog, Diskurs und die gemeinsame Entwicklung von Ideen schafft. Gearbeitet wird an der Schnittstelle von Philosophie, Wissenschaft, Kunst und Öffentlichkeit. Zum Programm des Vereins gehört unter anderem das Festival „Leipzig denkt“. Die BookTalkWalks passen da gut hinein: ein Buch wird nicht nur besprochen, sondern bekommt Schritte, Wetter und eine konkrete Straße dazu.

Die Reihe ist Bestandteil des Themenjahres „Tacheles – Jüdisch. Sächsisch. Mentshlich.“. Nach den vier Spaziergängen durch Leipzig führt der Weg nun in die Bibliotheca Albertina – dorthin, wo die Diskussion am 3. November 2026 um 19:00 Uhr weitergeht.