Martin Rütter zieht es aus dem Rheinland nach München. Der Hundeprofi hat dort kürzlich eine Wohnung gefunden und verlagert seinen Lebensmittelpunkt – nach mehr als 30 Jahren zwischen Köln und Umgebung. Nach Köln war er einst für ein Studium an der Deutschen Sporthochschule gekommen. Heute, am 3. November 2026, ist die Verbindung zur DSHS Köln also auch eine biografische.

Zuletzt lebte Rütter auf einem Reiterhof in Bergheim. Den Hof möchte er verkaufen. Der Auszug seiner Kinder und die große, meist ungenutzte Wohnfläche hätten bei der Entscheidung eine Rolle gespielt. Viel Platz klingt zunächst angenehm, kann sich im Alltag aber auch wie ein dauerhaft offenes Zimmer anfühlen, um das man sich kümmern muss.

Neue Wohnung, alte Verbindung

Seine Hundeschule in Köln-Rodenkirchen bleibt bestehen. Auch beruflich wird Rütter weiterhin viel Zeit im Rheinland verbringen. Die rund 150 Hundeschulen seiner Marke arbeiten allerdings unabhängig von ihm.

Bayern habe ihn früher kaum interessiert, erzählt Rütter. München habe ihn inzwischen dennoch positiv überrascht. Er schätzt den Viktualienmarkt, die internationale und junge Stadt sowie das Angebot an veganem Essen. Köln gefällt ihm aus ähnlichen Gründen weiterhin. Ganz weg ist er also nicht – eher mit einem Fuß in München und dem anderen weiterhin am Rhein.

Die Wohnungssuche in München empfand Rütter vor allem für Menschen mit Hund als schwierig. Seine Hündin Emma ist inzwischen verstorben. Einen Mietvertrag, der Hunde grundsätzlich ausschließt, wollte er trotzdem nicht unterschreiben: Künftig möchte er wieder einen Hund haben. Vermieter mit Vorbehalten gegenüber Hunden seien nach seiner Einschätzung nur schwer umzustimmen.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Konkrete Tipps für Hundebesitzer bei der Wohnungssuche könne er deshalb nicht geben. Auch er selbst stehe vor diesen Problemen. Das ist vermutlich eine der wenigen Situationen, in denen ein Hundeprofi nicht einfach mit einem Trainingsplan um die Ecke kommen kann.

Vom Erftland ins Fernsehen

Seine berufliche Geschichte begann 1995 mit einem Zentrum bei Erftstadt, in dem Hunde und ihre Halter nach seiner Methode D.O.G.S. („Dog Oriented Guiding System“) ausgebildet wurden. Parallel arbeitete Rütter als Berater für Fernsehsender.

In der vom WDR produzierten Dokumentationsreihe „Eine Couch für alle Felle“ begleitete Bettina Böttinger seine Arbeit als Hundetrainer in zwei Staffeln. Ab 2004 war Rütter Protagonist des wöchentlichen ZDF-Ratgebers „Unterwegs mit dem Hundeversteher“ beziehungsweise „Volle Kanne“. Seit 2005 berät er die Produktion „Ein Team für alle Felle“, in der Probleme mit Haustieren und mögliche Lösungen gezeigt werden.

Bekannt wurde er einem breiten Publikum ab 2008 durch die VOX-Doku-Reihe „Der Hundeprofi“. Dort unterstützt er Familien und Privatpersonen bei der Hundeerziehung. 2010 startete auf VOX „Der V.I.P. Hundeprofi“; unter anderem half Rütter Nina Ruge, Martin Semmelrogge und Eko Fresh bei Problemen mit der Hundeerziehung.

Auch abseits des Fernsehens baute er sich ein großes Arbeitsfeld auf. Zu seinem Unternehmensnetzwerk gehört die Mina Training GmbH als Franchise-Geber für Hundeschulen, außerdem die Mina Merchandising GmbH zur Vermarktung von Rütter-Merchandise sowie weitere Unternehmen. Die gemeinsam mit Fressnapf betriebene Dox Network GmbH wurde 2009 eingestellt; 23 Mitarbeiter wurden gekündigt.

Bühne, Podcast und Tourplan

Rütter trat mit mehreren Bühnenprogrammen auf: „Hund-Deutsch/Deutsch-Hund“ startete 2010, „Der tut nix!“ folgte 2012, „nachSITZen“ 2014, „Freispruch!“ 2017 und „Der will nur spielen!“ 2021. Nach 25 Jahren mit Shows und Vorträgen kündigte er 2025 eine Abschiedstournee für 2026/2027 an.

Derzeit tourt Rütter mit seinem Live-Programm „Schluss! Aus!“ durch Deutschland. In Köln ist ein Auftritt am 6. März 2027 geplant, in München am 29. Januar 2028. Zwei Termine, die seine neue geografische Ordnung ziemlich gut abbilden.

Daneben nahm Rütter 2017 an „Paul Panzers Comedy Spieleabend“ teil und moderierte 2019 zweimal die RTL-Show „Rütter reicht’s!“. Seit 2021 spricht er gemeinsam mit der Wissenschaftsreporterin Katharina Adick im Podcast „Tierisch menschlich“. RTL kündigte im Februar 2022 außerdem an, dass Rütter in der zweiten Staffel von „Der König der Kindsköpfe“ auftreten werde.

Politisch wurde es ebenfalls kurz: Zur Bundestagswahl 2021 führte Rütter mit Annalena Baerbock in ihrem Partei-Tourbus ein halbstündiges Interview über Tiere und nachhaltige Landwirtschaft. Jetzt also München, veganer Viktualienmarkt, Wohnungssuche und die Frage, wann wieder ein Hund einzieht. Ganz ohne Rheinland wird’s für den Hundeprofi ohnehin nicht gehen.