Im Zuge der stetigen Modernisierung des Verpflegungsmanagements in deutschen Krankenhäusern gewinnt das Münchner Start-up HospiChef zunehmend an Bedeutung. Gegründet von Jan Bodenbach, einem Alumnus der WHU, entstand die innovative Softwarelösung aus einem Hackathon an der Technischen Universität München, bei dem Studierende eine digitale Antwort auf die Herausforderungen in der Patientenverpflegung suchten. Diese Herausforderungen umfassen nicht nur eine hohe Lebensmittelverschwendung, sondern auch die Belastungen für Pflege- und Servicekräfte, die an den traditionsreichen Prozessen festhalten mussten. Laut WHU sind die Lösungen von HospiChef darauf ausgelegt, die Verpflegungsprozesse in Kliniken umfassend zu digitalisieren.
Die Software bietet eine App, die Patientinnen und Patienten ermöglicht, ihre Mahlzeiten intuitiv auszuwählen sowie Feedback zu geben und zusätzliche Optionen zu buchen. Die Digitalisierung der Bestell- und Produktionsabläufe zielt darauf ab, Fachkräftemangel in der Küche und im Service entgegenzuwirken, wie auch DBU berichtet. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird die Planung der Mahlzeiten optimiert, sodass auch Sonderkostformen und Allergien beachtet werden können. Damit wird nicht nur die Patientenzufriedenheit erhöht, sondern auch die Effizienz im ganzen Krankenhausbetrieb gesteigert.
Effizienzsteigerung und Abfallreduzierung
Ein zentrales Merkmal der HospiChef-Lösung ist die Möglichkeit, Änderungen im Menü bis kurz vor Produktionsbeginn vorzunehmen. Dies hilft sowohl bei der Anpassung an aktuelle Bedürfnisse der Patienten als auch bei der Reduzierung von Überproduktion. Durch die Analyse historischer Bestelldaten und Verzehrmuster können präzisere Produktionsprognosen erstellt werden. Dies ist Teil des Ziels, die Lebensmittelverschwendung um bis zu 60 Prozent zu reduzieren und gleichzeitig den Mitarbeitenden mehr Zeit für die Pflege zu geben, wie im DBU-Projekt erwähnt.
Im Einsatz hat die Lösung bereits positive Auswirkungen gezeigt; in einem Pilothaus konnte eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung um 19 Prozent erreicht werden. Insgesamt wird die Software in einer guten zweistelligen Zahl von Kliniken eingesetzt, und es gibt über hundert zukünftige Implementierungen geplant, was die wachsende Akzeptanz im Gesundheitswesen unterstreicht. Nach Angaben von der WHU wird erwartet, dass noch in diesem Jahr über eine Million Patientinnen und Patienten von HospiChef profitieren werden.
Finanzierung und Unternehmensentwicklung
Spannend ist auch der finanzielle Aspekt des Unternehmens. HospiChef finanziert sich hauptsächlich durch Umsätze und Fördermittel und verzichtet auf Venture Capital. Aufgrund der langen Vertriebszyklen im Gesundheitswesen ist dies eine strategische Entscheidung von Bodenbach und seinem Team. Seit der Gründung hat sich HospiChef auf acht Mitarbeiter vergrößert und wird im Rahmen des Green-Start-Up-Programms der DBU gefördert, was die Zielsetzung fördert, innovative Lösungen zum Schutz der Umwelt in der Branche zu implementieren.
Jan Bodenbach fordert künftige Gründer auf, ihre Zielgruppe sehr gut zu verstehen und eng mit den Nutzern zusammenzuarbeiten. Dies sei der Schlüssel zur Entwicklung eines funktionierenden Produkts, das nicht nur in der Theorie, sondern auch in der praktischen Anwendung überzeugt. HospiChef stellt mit seinen Lösungen somit einen bedeutenden Schritt in Richtung einer effizienten und nachhaltigen Verpflegung im Gesundheitswesen dar.