FAIR-Prinzipien im Forschungsdatenmanagement: Wie Repositorien Daten nachhaltig nutzbar machen
Heute, am Donnerstag, 29. Oktober 2026, geht es an der Universität Konstanz um eine Frage, die im Forschungsalltag schnell zwischen Dateien, Ordnern und Abgabefristen verschwindet: Wie bleiben Forschungsdaten auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar? Das Open Science Meet-Up widmet sich anlässlich des 10. Jahrestags der Veröffentlichung der FAIR-Prinzipien genau diesem Thema.
Von 13:00 bis 13:45 Uhr sprechen Theres Rudolph und Maximilian Heber vom Team Open Science der Universität Konstanz über die Bedeutung und praktische Umsetzung der FAIR-Prinzipien im Forschungsdatenmanagement. Veranstaltet wird das Treffen vom KIM, Team Open Science, der Universität Konstanz.
Mehr als vier englische Begriffe
FAIR steht für Findable – auffindbar, Accessible – zugänglich, Interoperable – interoperabel, und Reusable – wiederverwendbar. Die Prinzipien sollen dazu beitragen, Forschungsdaten nachhaltig nutzbar zu machen. Klingt zunächst überschaubar. In der Praxis steckt allerdings einiges dahinter.
Theres Rudolph, Data Steward im Team Open Science, erläutert, welche Bedeutung die Begriffe über ihre Grunddefinition hinaus haben, wie Forschungsdaten grundsätzlich FAIR gestaltet werden können und warum das für Forschende ebenso wie für Open-Science-Fachleute relevant ist. Im Anschluss können Fragen gestellt werden. Außerdem soll der Stand der FAIRifizierung von Daten in anderen Ländern diskutiert werden – ein guter Moment für den Blick über den eigenen Schreibtischrand.
Die Veranstaltung ist offen für alle, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen und der Zoom-Link stehen auf der Seite der Universität Konstanz bereit: Open Science Meet-Ups. Kontakt sind Theres Rudolph und Maximilian Heber vom Team Open Science der Universität Konstanz.
Was FAIR in Repositorien praktisch bedeutet
FAIRness beginnt nicht erst bei der fertigen Datendatei. Betreiber*innen von Repositorien und Datenarchiven sollten die Prinzipien bereits bei der Planung und später bei der Pflege berücksichtigen. Wie das konkret aussieht, hängt von der jeweiligen Repositoriensoftware ab – vor einer Auswahl lohnt sich deshalb eine genaue Prüfung.
Wichtig sind zunächst persistente Identifikatoren, kurz PIDs. Für hochgeladene Inhalte sollte ein Repositorium sie automatisch vergeben können. Bei Forschungsdaten ist der DOI etabliert, alternativ kommen beispielsweise URNs infrage. Für DOI-Registrierungen braucht es eine Mitgliedschaft bei DataCite oder Crossref, etwa über das TIB DOI-Konsortium oder den DOI Service Austria. Weitere DOI-Registrys sind auf der DOI-Webseite aufgeführt.
Auch Metadaten brauchen ein solides Fundament. Beim Ingest, also bei der Aufnahme eines Datensatzes, kann ein Mindest-Metadatensatz verpflichtend sein, etwa nach DataCite oder Dublin Core. Darüber hinaus sollten zusätzliche und fachspezifische Felder angeboten werden – mit klar definierten Schemata, damit nicht jede Sammlung ihre eigenen kleinen Regeln erfindet.
Bei Schlagwörtern darf es mehr sein als Freitext. Generische Vokabulare wie die GND und fachspezifische Vokabularien helfen dabei, Inhalte präziser zu beschreiben. Verknüpfungen mit weiteren PIDs machen Forschungszusammenhänge sichtbar: Repositorien sollten persönliche oder institutionelle Identifikatoren wie ORCID und ROR aufnehmen und verlinken können. Je nach Projekt können auch PIDs für Instrumente, Veranstaltungen oder ähnliche Objekte relevant sein. Einen Überblick über mögliche PIDs und Services bietet PID4NFDI.
Offene Schnittstellen, klare Rechte
Damit Daten nicht in einem digitalen Hinterzimmer landen, müssen Metadaten durchsuchbar sein und über Schnittstellen geharvestet werden können. Offene Formate und Schnittstellen wie JSON oder OAI-PMH schaffen dafür die nötigen Wege.
Beim Rechtemanagement wird es schnell knifflig, vor allem bei Repositorien, die nicht ausschließlich offene Daten enthalten. Dann braucht es Regeln für den Zugriff auf nicht öffentliche Inhalte und eine klar benannte Zuständigkeit für die Prüfung von Zugriffsanfragen. Verschiedene Lizenzen sollten ebenfalls angeboten werden – besonders dann, wenn ein Repositorium neben Forschungsdaten auch Forschungssoftware speichern kann.
Versionierung gehört ebenso dazu. Datensätze sollten in unterschiedlichen Fassungen verwaltet werden können; die einzelnen Versionen sollten sich gegenseitig verlinken. Und auch die Metadaten selbst müssen dauerhaft verfügbar bleiben, sonst wird aus einer gut auffindbaren Information irgendwann ein leerer Verweis.
Hilfe für Forschende – und sorgfältige Pflege
Forschende brauchen für all das nicht nur technische Möglichkeiten, sondern verständliche Unterstützung: Informationen, Vorlagen und weitere Materialien auf der eigenen Webseite, dazu Hinweise auf fachspezifische Helpdesks. Die Kuratierung von Metadaten durch Data Stewards oder Repositorienbetreibende verbessert in den meisten Fällen deren FAIRness. Manchmal ist es eben die sorgfältige Nacharbeit an scheinbar kleinen Angaben, die später darüber entscheidet, ob ein Datensatz tatsächlich gefunden und weiterverwendet wird.
