Am 29. Mai 2026 kündigt das Referat Forschungs- und Graduiertenförderung der Universität Erfurt ein neues Online-Format an, das sich an Wissenschaftler*innen und forschungsnahe Mitarbeitende richtet. Unter dem Titel „Frag FGF | Fördermittelgeber finden. Chancen nutzen. Anträge verstehen“ zielt das Angebot insbesondere auf Promovierende, Postdocs sowie Early Career Researchers, die wenig oder keine Erfahrung in der Antragstellung für Forschungsfördermittel haben. Die kurzen, 20-minütigen Sessions bieten eine essentielle Orientierung im komplexen Förderdschungel.
Das Online-Format wird ohne vorherige Anmeldung zur Verfügung stehen. Die Teilnehmer können direkt teilnehmen und ihre Fragen zu relevanten Förderprogrammen stellen. In jeder Sitzung wird ein spezielles Thema behandelt, gefolgt von einer zehnminütigen Fragerunde, die es den Teilnehmern ermöglicht, individuelle Anliegen anzusprechen.
Geplante Termine
Geplant sind mehrere Termine im Sommersemester 2026, die jeweils um 10 Uhr beginnen:
- 04. Juni 2026: DFG für Promovierte in frühen Karrierephasen
- 11. Juni 2026: Alternativen zur DFG für Promovierte in frühen Karrierephasen
- 25. Juni 2026: Auslandsmobilität
Die Bedeutung eines fundierten Wissens über Fördermöglichkeiten kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Laut Leibniz Science20 basiert die Finanzierung von Forschung in Deutschland auf zwei Säulen: einerseits der institutionellen Grundfinanzierung durch Bund und Länder, andererseits der wettbewerblichen Vergabe von Drittmitteln. Diese Drittmittel machen oft 30–50 % des Gesamtbudgets vieler Forschungseinrichtungen aus, was die Notwendigkeit unterstreicht, sich intensiv mit Antragsverfahren auseinanderzusetzen.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gilt als die wichtigste Drittmittelgeberin für Grundlagenforschung in Deutschland und hat ein Jahresbudget von etwa 3,5 Milliarden Euro. Diese Mittel werden nach dem Prinzip der wissenschaftlichen Selbstverwaltung vergeben. Die Antragsverfahren, insbesondere im Rahmen des EU-Rahmenprogramms Horizon Europe, sind jedoch anspruchsvoll und können Erfolgsquoten von unter 10 % aufweisen.
Anforderungen an Antragsteller
Um erfolgreich Drittmittel zu akquirieren, skizziert Leibniz Science20 mehrere Schritte. Zunächst müssen die Forschungsfrage präzise formuliert und die passende Förderlinie identifiziert werden. Auch die Dokumentation von Vorarbeiten und der Aufbau eines Konsortiums sind entscheidend, besonders bei Verbundprojekten. Ein professionell geschriebener Antrag sowie eine realistische Budgetierung sind ebenfalls unverzichtbar.
In einer Zeit, in der die Projektifizierung der Forschung und die internationale Konkurrenz um Gelder zunehmen, sieht sich die Wissenschaft auch neuen Herausforderungen gegenüber. Befristete Stellen, die auf Drittmittelfinanzierung basieren, können die Karrierewege junger Wissenschaftler*innen erheblich beeinflussen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Online-Format an der Universität Erfurt nicht nur eine wertvolle Informationsquelle für Nachwuchswissenschaftler darstellt, sondern auch ein notwendiges Werkzeug in einem zunehmend komplexen und wettbewerbsintensiven Forschungsumfeld ist. Die Universitäten sind gefordert, ihre Promotions- und Forschungsprogramme entsprechend anzupassen und sicherzustellen, dass ihre Nachwuchstalente optimal auf die Herausforderungen der Forschungfinanzierung vorbereitet sind.
Für weitere Informationen rund um das Thema Forschungsfinanzierung ist es ratsam, die Website der Universität Erfurt zu besuchen.