Studierende der Universität Göttingen haben eine innovative Idee umgesetzt: Sie entwickelten Selbstlerntouren zu Pflanzenarten im Alten Botanischen Garten. Diese Touren, die kostenlos heruntergeladen werden können, stehen auf der Webseite des Alten Botanischen Gartens zur Verfügung. Die Inhalte der Touren wurden im Rahmen eines Moduls der Naturschutzbiologie erstellt. Die Studierenden verfassten Texte, fotografierten, zeichneten, nahmen Audioaufnahmen auf und entwickelten Rätsel, um den Besuchern ein interaktives Erlebnis zu bieten. Unterstützt wurden sie dabei durch das Projekt „Bürgerwissenschaften für Biodiversität“ (BBiodiv), das einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leistet.
Die beschriebenen Pflanzenarten sind auch in Prüfungslisten des Zertifikatsprogramms des „Bundesweiten Arbeitskreises der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz“ (BANU) zu finden. Diese Zusammenarbeit unterstreicht die Verbindung zwischen akademischer Forschung und praktischer Anwendung im Bereich des Naturschutzes. Die Selbstlerntouren können unter www.uni-goettingen.de/de/selbstlerntouren/700033.html aufgerufen werden. Für weitere Informationen steht Dr. Florian Goedecke von der Fakultät für Biologie und Psychologie der Universität Göttingen zur Verfügung.
Historische Bedeutung des Alten Botanischen Gartens
Der Alte Botanische Garten, der 1736 von Albrecht von Haller gegründet wurde, ist eine der ältesten Einrichtungen der Universität Göttingen. Seine Faszination zieht sich über fast 300 Jahre, und der Garten beherbergt eine Vielzahl winterharter und tropischer Pflanzen, die sowohl für die Lehre als auch für die Forschung in den Biowissenschaften genutzt werden. Gartenkustos Dr. Michael Schwerdtfeger plant, lebendige Exponate im Sammlungsschaufenster des Forum Wissen auszustellen, darunter ein Terrarium mit exotischen Pflanzen und Tieren. Der Garten selbst hat sich über die Jahre als Rückzugsort für Insekten und andere Tiere etabliert, einschließlich seltener Wildbienen.
Im Alten Botanischen Garten wurden bereits 140 von circa 570 Wildbienenarten in Deutschland identifiziert. Aktuell wird eine Kartierung der Wildbienen durchgeführt, wobei Dr. Schwerdtfeger auch in der Blütenökologie aktiv ist. Interessierte können regelmäßig an Führungen teilnehmen, die umfassende Informationen über die Biodiversität des Gartens vermitteln. Zudem sind im Sammlungsschaufenster Samentüten und ein Saatgutverzeichnis aus dem Jahr 1834 zu sehen, die die Historie und die botanische Vielfalt des Gartens dokumentieren.
Förderung der Biodiversität
Einen weiteren Fokus auf die Erhaltung der Artenvielfalt zeigt die Veranstaltung „Tag der Artenvielfalt“ an der Universität Hohenheim, die am 17. Juni 2023 stattfand. Ziel dieser Veranstaltung war es, Bürgerinnen und Bürger für die Biodiversität zu sensibilisieren und aktiv einzubeziehen. Aktivitäten wie das Entdecken der Artenvielfalt mit Kescher und Lupe, sowie die Bestimmung von Tieren und Pflanzen mit Expert*innen, wurden angeboten. Solche Initiativen sind Teil der ICA Biodiversity Challenge, die darauf abzielt, den Campus als „artenreichsten Campus Europas“ zu nominieren.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Universitäten und der Öffentlichkeit ist entscheidend für die Förderung der Artenvielfalt. Das Projekt „Bürgerwissenschaften für Biodiversität“ spielt eine wesentliche Rolle dabei, Menschen für ökologische Themen zu begeistern und wissenschaftliche Erkenntnisse praktisch umzusetzen. Dies spiegelt sich in den Aktivitäten und Programmen wider, die sowohl in Göttingen als auch in Hohenheim stattfinden.