In Hannover stehen am 20. und 21. Mai 2026 die Zeichen auf Streik. Die Gewerkschaft ver.di hat für diese Tage einen Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angesetzt, der den Verkehr in der Stadt stark beeinträchtigen wird. Wie mhh.de berichtet, werden die ÜSTRA-Busse und -Bahnen an diesen beiden Tagen nicht fahren. Dies führt zu einem nahezu vollständigen Stillstand des Bus- und Bahnverkehrs in Hannover, einschließlich der Regiobusse, die ebenfalls von den Fahrern bestreikt werden.
Für die Bewohner und Pendler hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) jedoch vorgesorgt. Sie richtet einen kostenlosen Buspendelverkehr zwischen der Haltestelle Karl-Wiechert-Allee und dem MHH-Campus ein. Die Betriebszeiten werden von 5.30 Uhr bis 17.15 Uhr sein, und die Shuttle-Busse sind deutlich mit dem Schild „MHH-Shuttle“ gekennzeichnet. Abfahrten erfolgen alle 30 Minuten. Von der S-Bahn sind die Warnstreiks nicht betroffen – die S-Bahn-Linien S3, S6 und S7 fahren weiterhin vom Hauptbahnhof zum S-Bahnhof Karl-Wiechert-Allee.
Ablauf des Warnstreiks
Der Warnstreik, der bereits für den 21. April 2026 angekündigt wurde, soll den gesamten Tag andauern. Damit führt die Gewerkschaft ver.di diesen Arbeitskampf fort, um auf einen festgefahrenen Tarifkonflikt aufmerksam zu machen. Die Forderungen der Gewerkschaft beinhalten eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit sowie Verbesserungen bei den Schichtdienstregelungen. Zuletzt blieb die dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis, was die Verhandlungsführer, wie Marian Drews von ver.di, dazu bewegte, mit dem Streik einen anderen Weg zu suchen.
In Hannover sind neben der ÜSTRA auch die Fahrer der Regiobusse vom Streik betroffen. Eine Demonstration wird für Dienstagvormittag durch die Stadt geplant, mit einer zentralen Abschlusskundgebung zur Mittagszeit, die die Problematik des Tarifkonflikts unterstreichen soll. Ob die Streiks auch Auswirkungen auf die Hannover Messe haben werden, bleibt abzuwarten. Veranstalter erwägen, Shuttle-Busse zwischen dem Hauptbahnhof und dem Messegelände einzusetzen, um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV) hat die Streiks kritisiert und verweist auf ein bereits unterbreitetes Angebot, das unter anderem die Erhöhung der Urlaubstage sowie eine Gehaltserhöhung um 2,8 Prozent umfasst. KAV-Hauptgeschäftsführer Michael Bosse-Arbogast betont zudem, dass die Streiks zulasten der Fahrgäste gehen.
Angesichts dieser Entwicklungen wird die MHH den Weg zur Haltestelle vom Haupteingang zum Shuttle-Bus deutlich ausschildern, um Besuchern und Patienten die Anreise zu erleichtern. Während die S-Bahn weiterhin fährt, bleibt zu hoffen, dass bald eine Einigung im Tarifkonflikt erzielt werden kann, um den ÖPNV in Hannover wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 11. Mai 2026 angesetzt.