Hertzallee Nord: Urbaner Campus mit TU-Gebäuden, Wohnungen und vier Hochhäusern geplant
Auf dem Areal nördlich der Hertzallee nahe dem Bahnhof Zoologischer Garten soll sich in den kommenden Jahren einiges bewegen. Am 1. Oktober 2026 unterzeichneten die Projekt Berlin Hertzallee GmbH und die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen einen städtebaulichen Rahmenvertrag für die Entwicklung von Hertzallee Nord. Heute, am 2. Oktober 2026, ist die Nachricht auch an der TU Berlin ein wichtiges Thema.
Der Vertrag geht auf eine im Juli 2021 geschlossene Absichtserklärung der Projektgesellschaft, der Senatsverwaltung und der BVG zurück. Vorgesehen ist ein urbaner Campus mit rund 150.000 Quadratmetern Geschossfläche. Universitäre Einrichtungen, Büroflächen und verschiedene Wohnformen sollen dort zusammenkommen – zwischen dem Campus Charlottenburg und der City West, wo bislang eher ungenutzte Flächen liegen.
Campus, Büros und Wohnungen
Das Plangebiet liegt zwischen dem Bahnhof Zoologischer Garten und dem Campus der Technischen Universität Berlin, zwischen Landwehrkanal und Hertzallee. Es gilt als eine der letzten großen innerstädtischen Brachflächen in zentraler Lage der City West. Entwickelt werden soll ein Standort für Arbeit, Forschung und Wohnen.
Der städtebauliche Entwurf sieht vier Hochhäuser mit Höhen zwischen 75 und 110 Metern vor. Auf dem Grundstück der Projekt Berlin Hertzallee GmbH sollen später rund 54.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entstehen, darunter zwei Hochhäuser mit Büro- und Gewerbeflächen. Auf landeseigenen Flächen sind 500 Studierenden-Apartments und 210 Wohnungen geplant. Die Beteiligungsunterlagen nennen außerdem rund 710 Wohneinheiten insgesamt, darunter rund 500 Apartments für studentisches Wohnen.
Für die TU Berlin sind mehrere neue Gebäude vorgesehen. Die Universität hat auf Grundlage eines Wettbewerbs bereits Realisierungswettbewerbe für zwei neue Fakultätsgebäude durchgeführt. Die Projektgesellschaft plant eine gemeinsame Entwicklung mit der TU Berlin. Geschäftsführer Oliver Reiß erklärte, die weitere Planung basiere auf dem Entwurf von Yellow Z Urban Architecture und sehe Universitäten als offene Bestandteile des städtischen Lebens vor.
Erst die Busse, dann die neuen Häuser
Ganz ohne Verschieben geht es allerdings nicht. Voraussetzung für die Büro- und Wohnflächen ist die Verlagerung und Einhausung der bestehenden Bus-Betriebsendhaltestelle der BVG innerhalb des Plangebiets. Im Zuge der Grundstücksneuordnung soll die BVG auf dem Grundstück der Projektgesellschaft eine neue, elektrifizierte Halle für ihre Busendhaltestelle erhalten. Erst danach kann der Platz für die geplanten Gebäude wirklich frei werden.
Geplant sind hochwertige Freiräume und öffentliche Durchwegungen. Kleine Geschäfte, Cafés und weitere öffentliche Nutzungen sollen in den Erdgeschossen Platz finden, besonders am geplanten Stadtplatz an der Hertzallee. Maßnahmen an Gebäuden und Freiflächen sollen außerdem das Stadtklima verbessern. Ein bisschen Schatten, Grün und brauchbare Wege wären dort jedenfalls kein Luxus.
Die Entwicklung erfolgt durch die Senatsverwaltung in Zusammenarbeit mit den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte. Ziel ist eine städtebauliche Neuordnung und ein zusammenhängendes urbanes Quartier. Der Rahmenvertrag basiert auf einer angepassten Fassung des städtebaulichen Entwurfs von Yellow Z Urban Architecture und bgmr Landschaftsarchitekten.
Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt bezeichnete den Vertrag als wichtige Grundlage dafür, das bisher wenig entwickelte Areal zu einem neuen Stadtquartier zu machen. Der Berliner Senat hatte den zugehörigen Rahmenplan bereits 2022 beschlossen. Nach Abschluss der erforderlichen städtebaulichen Verträge soll das Bebauungsplanverfahren zur Schaffung des Baurechts zügig abgeschlossen werden.
Ein langes Verfahren mit Beteiligung
Das Vorhaben läuft bereits seit Juni 2018 und voraussichtlich bis Ende 2027. Es ist dem Thema Stadtentwicklung zugeordnet und wird aus dem Berliner Haushalt, Einzelplan 12, Kapitel 1220, finanziert. Die Art der Beteiligung ist mit „Mitwirkung“ angegeben. Das Vorhaben trägt die Referenznummer 2025-01308; als Bearbeitungsdatum ist der 15. April 2026 vermerkt.
Eine frühzeitige Beteiligung fand im September 2021 nach § 3 Absatz 1 Baugesetzbuch auf Grundlage des Rahmenplans „Hertzallee/Hardenbergplatz“ statt. Die bislang unzureichend genutzten Flächen zwischen Hardenbergstraße, Fasanenstraße, Müller-Breslau-Straße und dem Bahnviadukt sollen als Verbindung zwischen dem Campus Charlottenburg und der City West entwickelt werden.
Das Umfeld des Bahnhofs Zoologischer Garten gilt als zentraler Bereich der City West. Der Bereich Hertzallee/Hardenbergplatz hat nach § 9 AGBauGB eine außergewöhnliche stadtpolitische Bedeutung. Die gute Verkehrsanbindung schafft Bau- und Nachverdichtungspotenziale für die TU Berlin, private Akteure sowie öffentliche Akteure wie BVG und BIMA.
Hochhäuser, Wege und Grün
Im weiteren städtebaulichen Zusammenhang liegt der Schwerpunkt der Verdichtung auf Hochhäusern mit Höhen von 60 bis 110 Metern. Dazu kommen attraktive und sichere Wege durch die Blöcke, hochwertige Grün- und Freiräume sowie vielfältig genutzte Erdgeschosse. Die einzelnen Teilbereiche werden gemeinsam mit privaten und öffentlichen Akteuren entwickelt. Für die Planung gelten hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimaanpassung.
Wer Rückfragen hat, kann sich an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Abteilung II – Referat II A, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin wenden. Die E-Mail-Adresse lautet Abt2.StaedtebauUndProjekte@senstadt.berlin.de. Informationen stehen außerdem unter berlin.de/sen/stadtentwicklung/staedtebau/city-west/ und stadtentwicklung.berlin.de bereit. Verantwortliche Stelle ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin.
