Oskar Staufer wird am 1. Mai 2026 seine neue Position als Professor für Experimentelle Biophysik an der Universität des Saarlandes und dem INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien antreten. Seine Forschung hat sich auf die Entwicklung neuartiger Biomaterialien fokussiert, die zur besseren Verständnis und Steuerung von Immunprozessen dienen. Seit 2022 leitet er die Emmy-Noether-Gruppe mit dem Titel „Immuno-Materialien“ am INM, wo er interdisziplinäre Ansätze in den Bereichen Biophysik, Biomaterialien und Immunologie miteinander verbindet.
Ein herausragendes Beispiel für Staufers Arbeit ist die Entwicklung künstlicher Lymphknoten. Diese innovativen Materialien ermöglichen die Untersuchung der Aktivierung von Immunzellen außerhalb des Körpers, was entscheidend zur Erforschung leistungsfähigerer Immunzellen für Krebstherapien beiträgt. Ziel seiner Forschung ist es, die materialwissenschaftlichen Erkenntnisse enger mit klinischen Anwendungen zu verknüpfen und neue physikalische Effekte in diesem Kontext zu erforschen.
Interdisziplinäre Forschungsansätze
Staufer möchte seine umfassende Expertise in biomimetischen Materialien und der Aktivierung von Immunzellen in verschiedene Forschungsverbünde einbringen. Dazu zählen der Schwerpunkt BioMed – Leben und Materie der Universität des Saarlandes sowie künftige Sonderforschungsbereiche und Exzellenzinitiativen. Die Finanzierung seiner Emmy-Noether-Gruppe kommt aus einem Programm der DFG, das mit 2,4 Millionen Euro dotiert ist. Seine Anwerbung wurde zusätzlich von der Pharmazeutischen Forschungsallianz Saarland unterstützt, um den Schwerpunktbereich NanoBioMed zu stärken.
Nach seinem Studium der Molekularen Biotechnologie an der Universität Heidelberg erhielt Staufer die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft für seine herausragende Promotion. Er sammelte wertvolle Erfahrungen am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung und war Teil der Max Planck School „Matter to Life“. Zudem vertiefte er seine Arbeiten mit einem Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium an der Universität Oxford. Diese internationale Forschungsreise hat seine Perspektiven erweitert und ihn auf seine zukünftigen Aufgaben vorbereitet.
Vernetzung in der immunologischen Forschung
Die Bedeutung von Staufers Forschung wird auch durch die aktuelle Entwicklung am Research Center for Infection, Inflammation, and Immunity (RCi3) der Charité unterstrichen, welche die immunologisch ausgerichtete Forschung bündelt. Dieses Netzwerk, das Wissenschaftler und Klinikern vereint, erforscht grundlegende sowie anwendungsorientierte Fragen im Bereich Immunologie. Die enge Vernetzung und Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Freien Universität, der Humboldt-Universität und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Rheuma Forschungszentrum und dem Robert-Koch-Institut verdeutlicht die synergistischen Ansätze in der immunologischen Gemeinschaft Berlins.
Durch diese interdisziplinären Kooperationen werden Fortschritte in der Forschung angestrebt, die letztlich die Entwicklung neuer Immuntherapien zur Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs fördern könnten. Oskar Staufers Werdegang und seine bevorstehenden Projekte am INM zeigen, wie innovatives Denken in der Biophysik und Materialwissenschaften konkrete Anwendungen in der Medizin finden kann.