Ein Kind ist im US-Bundesstaat New York im Zusammenhang mit einem laufenden Masernausbruch gestorben. Das teilten das New York State Department of Health und die Gesundheitsbehörde von Lewis County am 2. November 2026 mit. Der Todesfall ereignete sich in Lewis County und ist laut Gouverneurin Kathy Hochul der erste bekannte masernbedingte Todesfall im Bundesstaat seit mehr als 30 Jahren. Die Behörden sprachen der Familie ihr Beileid aus und baten um deren Privatsphäre.

Hochul erklärte, der Fall zeige, wie wichtig der Schutz vor vermeidbaren Krankheiten sei. Für die Entwicklung machte sie auch politische Entscheidungen in Washington verantwortlich. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der von Präsident Donald Trump ernannt wurde, steht wegen der steigenden Infektionszahlen in der Kritik. Kennedy hatte wiederholt Zweifel am Nutzen von Impfungen geäußert.

Ausbruch in New York

Wegen des Masernausbruchs in Teilen New Yorks und benachbarten Bundesstaaten hatte Hochul vier Wochen zuvor den Katastrophennotstand ausgerufen. In der Berichterstattung wurde dabei auch auf ländliche Gebiete als Schwerpunkt des Ausbruchs verwiesen. Durch die Maßnahme wurde der Kreis der Personen erweitert, die Masernimpfungen verabreichen dürfen. Außerdem können zusätzliche Ressourcen bei Bedarf schneller bereitgestellt werden.

Das Gesundheitsministerium unterstützt Lewis County bei der Öffentlichkeitsarbeit und bei Impfangeboten. Gemeinsam mit regionalen Gesundheitsbehörden und lokalen Partnern werden ungeimpfte Menschen auf Wunsch geimpft sowie gemeldete Fälle überwacht und untersucht. Zu den Maßnahmen gehören Kontaktverfolgung und die Weitergabe von Informationen, um weitere Infektionen zu verhindern. Personen, die im Rahmen dieser Maßnahmen kontaktiert werden, sollen kooperieren.

Stand 24. Oktober gab es in diesem Jahr im Bundesstaat insgesamt 178 Masernfälle: 170 außerhalb von New York City und acht in New York City. In den USA erreichte die Zahl der Maserninfektionen bereits im Sommer den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Nach Angaben der CDC wurden bis Ende Oktober 2026 landesweit 4.852 bestätigte Fälle registriert – mehr als doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr. Bis dahin wurden für 2026 insgesamt drei Todesfälle im Zusammenhang mit Masern gemeldet.

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Warum die Impfung jetzt wichtig ist

Masern sind eine durch Viren verursachte, hochansteckende Atemwegserkrankung. Typisch sind Fieber und Ausschlag. Übertragen werden die Viren vor allem durch Husten oder Niesen, seltener auch durch das Berühren kontaminierter Oberflächen und anschließendes Berühren von Augen, Nase oder Mund.

Die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln, kurz MMR, gilt als bester Schutz. Eine Dosis schützt zu etwa 93 Prozent, zwei Dosen zu etwa 97 Prozent. Bei Reisen innerhalb der USA oder ins Ausland sollte die vollständige Impfung mindestens zwei Wochen vor der Abreise erfolgt sein.

Die aktuelle Empfehlung sieht außerdem eine vorgezogene MMR-Impfung für Säuglinge ab sechs Monaten vor, wenn eine Reise bevorsteht, ein erhöhtes Expositionsrisiko besteht oder das Kind in einer Gemeinde mit Masernübertragung lebt. Das gilt auch bei Reisen ins Ausland oder in Gebiete mit hoher Masernverbreitung. Anschließend sollen diese Säuglinge die beiden regulären weiteren MMR-Dosen erhalten, also insgesamt drei Dosen.

Reisende sowie Menschen, die mit ungeimpften Personen – insbesondere kleinen Kindern – unterwegs sind, sollen Gesundheitswarnungen beachten und ihren MMR-Impfstatus überprüfen. Wer nicht immun ist, kann sich anstecken und die Krankheit nach der Rückkehr leicht weiterverbreiten. Die Gesundheitsbehörde ruft deshalb dazu auf, den eigenen Impfstatus gegen Masern, Mumps und Röteln zu prüfen und sich bei Fragen an medizinisches Personal zu wenden.

Symptome, Ansteckung und mögliche Folgen

Infizierte können Masern bereits vier Tage vor dem Auftreten des Ausschlags und bis vier Tage danach übertragen. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 21 Tage. Typische Symptome treten sieben bis 14 Tage, möglicherweise aber erst bis zu 21 Tage nach der Infektion auf: hohes Fieber, Husten, eine laufende Nase sowie rote, tränende Augen.

Der Ausschlag beginnt meist drei bis fünf Tage nach den ersten Symptomen. Flache rote Flecken zeigen sich häufig zunächst im Gesicht am Haaransatz und breiten sich dann über Hals, Rumpf, Arme, Beine und Füße aus. Auf den Flecken können kleine erhabene Knötchen entstehen; beim Ausbreiten können die Flecken zusammenfließen. Das Fieber kann beim Auftreten des Ausschlags auf über 104 °F (40 °C) steigen.

Masern können die Fähigkeit des Immunsystems, andere Infektionen abzuwehren, vorübergehend schwächen, etwa bei einer Lungenentzündung. Zu den möglichen schweren Komplikationen gehören ein Krankenhausaufenthalt, Lungenentzündung, Fehlgeburt, Frühgeburt, Gehirnschwellung, „Immune Amnesia“, also der Verlust immunologischer Gedächtnisinformationen, und der Tod. Auch Gehirnentzündungen sind möglich. Eine langfristige Komplikation ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis, eine Jahre später auftretende Gehirnentzündung, die dauerhafte Hirnschäden verursachen kann.

Wer krank ist, sollte vor dem Besuch in einer Arztpraxis, im Bereitschaftsdienst oder in der Notaufnahme telefonisch Bescheid geben, damit Schutzmaßnahmen getroffen werden können. Nicht immune Personen nach einer Exposition sollen 21 Tage lang unter Quarantäne bleiben. Personen mit positivem Test sollen bis vier Tage nach Auftreten des Ausschlags isoliert bleiben. Das Gesundheitsministerium hat dafür klinische Leitlinien für medizinisches Personal veröffentlicht; vermutete Masernfälle sollen der zuständigen lokalen Gesundheitsbehörde gemeldet werden.

Die meisten vor 1957 geborenen Menschen gelten als immun, weil sie wahrscheinlich dem Virus ausgesetzt waren. Wer zwischen 1963 und 1967 geimpft wurde, könnte einen weniger wirksamen Impfstoff erhalten haben und sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt über eine erneute Impfung sprechen. Weitere Informationen zu Fällen, Impfdaten und Leitlinien stellt das Gesundheitsministerium auf seiner Masern-Website bereit.

Reisen mit Blick auf Europa und Deutschland

Das New York State Department of Health gab eine Reisewarnung für internationale Reisen und Reisen in US-Gebiete mit Masernausbrüchen heraus. Auch von der Uni Saarland aus ist das Thema deshalb weniger weit weg, als es auf einer Landkarte wirken mag: Nicht immune Personen können sich unterwegs anstecken und das Virus später weitertragen.

Nach Angaben von Destatis sind besonders Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 20 Jahren gefährdet, schwere Krankheitsverläufe zu entwickeln. Impfungen können das Infektionsrisiko senken. In der WHO-Region Europa stieg die Zahl der Masernfälle 2024 stark an, ging 2025 jedoch um fast 75 Prozent auf 33.998 Fälle zurück. Kinder unter fünf Jahren machten 2025 51 Prozent der gemeldeten Fälle aus.

Deutschland meldete der WHO 2025 insgesamt 232 Masernfälle. Die Impfquote mit der zweiten Masernimpfdosis lag 2024 bei 92 Prozent – und damit unter den 95 Prozent, die zur Verhinderung einer weiteren Krankheitsverbreitung erforderlich sind. Im EU-Vergleich hatte Ungarn 2024 mit 99 Prozent die höchste Impfquote, Rumänien mit 62 Prozent die niedrigste. Rumänien verzeichnete zugleich die höchste Maserninzidenz in der EU: 1.614 Fälle je eine Million Einwohnerinnen und Einwohner. Die Angaben stammen von der Weltgesundheitsorganisation und haben den Stand 3. März 2026.