Mensa Prinz Karl in Tübingen soll 2027 als studentischer Treffpunkt wiedereröffnen
Die Mensa „Prinz Karl“ in Tübingen soll im Sommersemester 2027 wieder öffnen. Heute, am 29.10.2026, ist das Haus allerdings noch eine Baustelle: Das Gebäude wird umfassend saniert, Küche und Gasträume werden modernisiert und an ein neues Betriebskonzept angepasst.
Der historische Charakter des Hauses soll dabei erhalten bleiben. Wie die frühere Mensa aussah, zeigt eine Postkarte aus den 1930er-Jahren. Künftig soll im Prinz Karl nicht nur gegessen werden: Vorgesehen ist ein studentischer Begegnungsort mit neuen Aufenthaltsbereichen, besserer Akustik, moderner Beleuchtung und erstmals auch Außenbestuhlung.
Kochen, sitzen, bleiben
Das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim hat dafür ein neues Nutzungskonzept entwickelt, an dessen Entstehung Studierende beteiligt werden. Die Mensa war seit dem Wintersemester 2025 geschlossen. Nach der Wiedereröffnung der sanierten Mensa Wilhelmstraße waren Gästezahlen und Umsätze im Prinz Karl zurückgegangen; das bisherige Betriebsmodell galt unter diesen Bedingungen langfristig als nicht tragfähig. Dauerhaft aufgeben will das Studierendenwerk den Standort aber nicht.
Im neuen Prinz Karl soll wieder vor Ort gekocht werden. Geplant sind saisonale und regionale Zutaten, handwerkliche Zubereitung und ein Schwerpunkt auf fleischlosen Gerichten. Dazu kommt die Bar: Ab dem späten Nachmittag soll es dort Getränke zu studierendenfreundlichen Preisen geben, geöffnet werden soll bis in den Abend hinein. Ein Ort also, an dem man nach dem Essen nicht sofort die Tasche schnappt und verschwindet.
Für die Nachmittags- und Abendstunden wurde mit dem Kuckuck e.V. ein Partner gewonnen. Perspektivisch sind Kultur- und Veranstaltungsformate wie Poetry Slams, Lesungen und studentische Veranstaltungen möglich. Die Mensa soll Treffpunkt, Diskussionsort und Aufenthaltsort für Studierende werden – nicht bloß eine Reihe von Tischen zwischen Ausgabe und Spülküche.
Viele Beteiligte, ein später Termin
An der Umsetzung beteiligt sind das Studierendenwerk, die Stadt Tübingen, Vermögen und Bau Baden-Württemberg sowie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Das konkrete Eröffnungsdatum steht noch nicht fest und soll später bekannt gegeben werden. Sicher ist bislang nur der Rahmen: die Wiedereröffnung zum Sommersemester 2027.
Bei einer umfassenden Sanierung geht es neben Atmosphäre und Ablauf auch um die weniger sichtbaren Dinge. In nachhaltigen Hochschulgastronomien wurden durch Sanierungen der Spülküchen und regelmäßige Modernisierungen der Küchentechnik Energie- und Wasserverbrauch erheblich reduziert. Bei Geräten, insbesondere Spülmaschinen, spielt Wärmerückgewinnung eine wichtige Rolle. In großen Mensen wird außerdem eine softwarebasierte Optimierung des Energieverbrauchs eingesetzt.
Was hinter der Küche zählt
Um weitere Potenziale für energieeffiziente Verpflegungsbetriebe zu erschließen, besonders bei der Warmversorgung, werden verbesserte Verbrauchsdaten erhoben. Ein Projekt untersucht, wie Verpflegungsbetriebe nachhaltiger gestaltet werden können. Im Controlling wird der Energieverbrauch regelmäßig mit dem Vorjahresverbrauch verglichen – Zahlenarbeit, die niemand an der Bar sieht, die aber trotzdem mitentscheidet, wie eine Mensa künftig läuft.
Bis zum Neustart bleibt also noch Zeit für Bauarbeiten, Feinplanung und die Beteiligung der Studierenden. Wenn im Sommersemester 2027 wieder gekocht, diskutiert und an der Bar ausgeschenkt wird, soll der Prinz Karl zugleich vertraut und neu wirken: historisches Haus, moderne Küche, ein paar Plätze draußen – und hoffentlich genügend Gründe, noch eine Weile sitzen zu bleiben.
