PHP-Sicherheitslücke setzt Hochschulen und Kliniken in Nordrhein-Westfalen offline
Wer heute die Website der Universität Bielefeld aufrufen wollte, konnte auf Einschränkungen stoßen. Mehrere Hochschulen in Nordrhein-Westfalen informierten ihre Studierenden vorsorglich über Probleme, nachdem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn vor einer möglichen Welle von Cyberangriffen gewarnt hatte. Auslöser ist eine kritische Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP.
Betroffen waren häufig Lernplattformen und Campussysteme, nicht die öffentlich erreichbaren Websites. Das meldete neben der Universität Bielefeld auch die Universität Bonn. Für Studierende kann das trotzdem lästig werden: Materialien, Anmeldungen oder wichtige Hinweise liegen oft genau dort, wo man gerade nicht hineinkommt.
Websites vorsorglich abgeschaltet
Zahlreiche Institutionen in Nordrhein-Westfalen nahmen ihre Internetseiten vorübergehend offline. Dazu gehörten unter anderem die Universitätskliniken Köln, Bonn und Düsseldorf sowie die Kliniken Bielefeld und Lippe. Auch die Städte Aachen und Düsseldorf schalteten ihre Websites ab.
Die Kliniken erklärten, die Patientenversorgung sei nicht beeinträchtigt. Die Uniklinik Köln erwartete, dass die vorübergehend abgeschalteten Online-Angebote im Laufe des folgenden Donnerstags wieder erreichbar sein würden.
Nach Angaben des BSI sind weltweit Webserver durch die Schwachstelle bedroht. PHP wird auf den meisten Webservern eingesetzt und ist damit ein weltweit verbreiteter Bestandteil von Webanwendungen. Angreifer könnten die Lücke für umfangreiche Attacken nutzen und in IT-Systeme eindringen.
Patches sollen um 16 Uhr erscheinen
Die PHP-Entwickler kündigten für den 21. Oktober 2026 um 16 Uhr deutscher Zeit Sicherheitsupdates für verschiedene PHP-Versionen an. Nach aktuellem Kenntnisstand sind alle bekannten PHP-Versionen verwundbar, mindestens zurückgehend bis PHP 5. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Angreifer die Schwachstellen aus der Ferne zur Ausführung schadhaften Codes auf Webservern mit PHP-Anwendungen nutzen.
Das BSI forderte Betreiber von Internetservern auf, die Updates sofort nach ihrer Veröffentlichung zu installieren. Organisationen sollten dafür personelle Ressourcen vorbereiten, damit sie unmittelbar reagieren können. IT-Sicherheitsverantwortliche und Betreiber müssen den Patchstatus anhand des jeweiligen Sicherheits-Advisories überprüfen und exponierte PHP-Webserver verstärkt auf Auffälligkeiten überwachen.
Das BSI erwartet, dass Angreifer die veröffentlichten Updates mithilfe KI-gestützter Werkzeuge innerhalb kurzer Zeit analysieren und daraus Exploits entwickeln könnten. Deshalb rechnet die Behörde bereits innerhalb weniger Stunden nach Veröffentlichung der Updates mit einer kurzfristigen, großflächigen Ausnutzung. Ein enger Zeitplan also — und für viele IT-Teams vermutlich ein ziemlich langer Nachmittag.
Wachsam bleiben beim Surfen
Auch Verbraucherinnen und Verbraucher sollten beim Surfen besonders aufmerksam sein, wenn sich bekannte Websites plötzlich ungewöhnlich verhalten. Eine Seite, die anders aussieht, unerwartete Fehlermeldungen zeigt oder plötzlich nicht mehr erreichbar ist, kann auf Hackerangriffe hindeuten, muss es aber nicht. Das BSI empfiehlt außerdem, Computer weiterhin regelmäßig auf Updates zu überprüfen und diese zu installieren.
Der Bericht wurde am 21. Oktober 2026 um 16 Uhr im WDR5 ausgestrahlt. Herausgeber der ergänzenden Warnung ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Bonn, 21. Oktober 2026.
