Tödlicher Messerangriff in Lockweiler: 19-Jähriger unter Verdacht
In der Nacht zum Freitag, dem 25. September 2026, ist im Waderner Stadtteil Lockweiler eine 45-jährige Frau erstochen worden. Eine Mieterin entdeckte sie am späten Donnerstagabend gegen 22:50 Uhr schwer verletzt im Eingangsbereich eines Wohnanwesens. Die Frau wurde als Vermieterin des Hauses beschrieben.
Die Mieterin setzte sofort einen Notruf ab. Rettungskräfte versuchten, die Verletzte zu reanimieren, doch sie starb trotz der eingeleiteten Maßnahmen noch am Tatort an ihren Verletzungen.
Zeitgleich soll eine männliche Person aus dem Anwesen geflüchtet sein. Anwohner beobachteten, wie der Verdächtige aus dem Wohnhaus lief. Die Polizei leitete unmittelbar eine Fahndung ein und traf wenig später in Tatortnähe auf einen 19-jährigen Mann aus dem Landkreis St. Wendel. Er ließ sich laut Polizei widerstandslos festnehmen.
Bekannter des Sohnes unter Verdacht
Nach aktuellem Ermittlungsstand steht der 19-Jährige dringend unter Verdacht, die Frau erstochen zu haben. Er soll ein Bekannter des Sohnes der Getöteten sein. Der Mann sollte noch am Freitag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Weitere Einzelheiten waren zunächst offen. Der genaue Ablauf der Tat und ein mögliches Motiv waren unklar; die Ermittlungen zu Tatablauf und Hintergründen dauerten an. Die Polizei ermittelt.
Was die Kriminalstatistik zeigt
Der Fall lässt sich nicht einfach mit allgemeinen Zahlen erklären. Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts erfasst nur Straftaten, die der Polizei bekannt geworden und abschließend bearbeitet worden sind – einschließlich Versuchen und bestimmter vom Zoll bearbeiteter Rauschgiftdelikte. Sie enthält Angaben zu Tatverdächtigen aufgeklärter Fälle sowie zu Opfern bestimmter Delikte.
Nicht enthalten sind unter anderem das Dunkelfeld, Staatsschutz- und Verkehrsdelikte, Ordnungswidrigkeiten sowie bestimmte Steuer-, Finanz- und Aussagedelikte. Erfasst wird nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen und der Übergabe an die Staatsanwaltschaft. Die Zahlen sind also ein Protokoll des bekannten Geschehens, keine vollständige Vermessung der Wirklichkeit.
Für 2025 weist das BKA 5.508.559 registrierte Straftaten aus, 5,6 Prozent weniger als 2024 mit 5.837.445 Fällen. Wird die Teillegalisierung von Cannabis berücksichtigt, beträgt der Rückgang 4,7 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen sank um 5,9 Prozent auf 2,05 Millionen. Die Aufklärungsquote lag bei 57,9 Prozent, nach 58,0 Prozent im Vorjahr.
Gewalt- und Messerkriminalität
Bei der Gewaltkriminalität registrierte die Polizei 2025 insgesamt 212.335 Fälle – ein Rückgang um 2,3 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen ging um 2,6 Prozent zurück. Damit sank die Gewaltkriminalität erstmals seit 2021. Der Begriff umfasst unter anderem Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, gefährliche und schwere Körperverletzung, Geiselnahme sowie erpresserischen Menschenraub. Einfache Körperverletzung zählt nicht dazu und wird separat erfasst.
Die häufigsten Tatorte waren sonstige öffentliche Straßen, Wege und Plätze mit 28,9 Prozent sowie Wohnungen mit 22,7 Prozent. Bei den Tatverdächtigen gingen die Zahlen Jugendlicher um 7,4 Prozent und die der Zuwanderer um 7,2 Prozent zurück. Bei Kindern stiegen sie dagegen um 3,3 Prozent. Die Tatverdächtigenbelastungszahl nichtdeutscher Tatverdächtiger lag etwa viermal so hoch wie die deutscher Tatverdächtiger; am höchsten war sie bei männlichen Jugendlichen.
Bei Messerangriffen wurden 29.243 Fälle registriert, 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Anteil an der Gewaltkriminalität lag bei 7,0 Prozent und damit nahezu unverändert, allerdings 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Bedrohungen mit einem Messer nahmen um 9,5 Prozent auf 13.748 Fälle zu.
Auch bei Kindern und Jugendlichen zeigen die Zahlen kein einheitliches Bild: Die Zahl tatverdächtiger Kinder sank um 6,4 Prozent, die der Jugendlichen um 10,4 Prozent. Kinder machten 4,6 Prozent aller Tatverdächtigen aus; 2016 waren es 3,8 Prozent. Tatverdächtige Kinder und Jugendliche sind überwiegend männlich.
Weitere Entwicklungen im Überblick
Bei Sexualdelikten stieg die Zahl der Fälle 2025 um 2,8 Prozent auf 131.335. Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und besonders schwere sexuelle Übergriffe wurden in 14.454 Fällen registriert – ein Plus von 8,5 Prozent. Die Zahl der Vergewaltigungen nach § 177 Abs. 6–8 StGB ist seit 2018 um rund 71,7 Prozent gestiegen. Beim sexuellen Missbrauch von Kindern wurden 772 Fälle und damit 4,7 Prozent mehr erfasst. Die Verbreitung pornografischer Inhalte nahm um 1.573 Fälle beziehungsweise 2,7 Prozent zu.
Bei Vergewaltigung und besonders schweren sexuellen Übergriffen stammen die Tatverdächtigen überwiegend aus dem sozialen Nahfeld, etwa aus dem Freundes- und Bekanntenkreis oder aus aktuellen beziehungsweise ehemaligen Partnerschaften. Als mögliche Gründe für den langfristigen Anstieg nennt das BKA Gesetzesänderungen 2016 und 2021, Entwicklungen im digitalen Bereich, verändertes Medienverhalten, größere Mobilität, mehr Begegnungsmöglichkeiten sowie eine gestiegene Sensibilisierung und Anzeigenbereitschaft.
Im Zusammenhang mit Kinderpornografie wurden 41.677 Straftaten registriert, 2,7 Prozent weniger, aber weiterhin auf hohem Niveau. Bei Jugendpornografie stieg die Zahl um 19,9 Prozent auf 11.515 Fälle. Hinweise von Kommunikationsdienstleistern sind eine wichtige Ermittlungsquelle: 2024 übermittelte das National Center for Missing and Exploited Children dem BKA mehr als 200.000 Hinweise auf Missbrauchsdarstellungen. Mehr als die Hälfte betraf nach deutschem Recht strafbare Fälle. Die Hinweise stammen von Internetdienstleistern, die Inhalte automatisiert auf entsprechendes Material prüfen.
Nach dem Auslaufen der Interims-CSA-Verordnung am 3. April 2026 wird ein deutlicher Rückgang solcher Hinweise erwartet, weil Internetprovider in der EU Nutzerdaten voraussichtlich nicht mehr aktiv nach entsprechendem Bild- und Videomaterial durchsuchen dürfen.
Diebstahlsdelikte gingen insgesamt um 6,5 Prozent zurück. Wohnungseinbruchdiebstahl nahm dagegen zu: 82.920 Fälle bedeuten ein Plus von 5,7 Prozent beziehungsweise 4.484 Fällen. Laut der Dunkelfeldstudie SKiD 2024 werden nur etwa 57 Prozent der Wohnungseinbrüche angezeigt. Die Anzeigequote liegt bei vollendeten Einbrüchen bei 87 Prozent, bei Versuchen bei 48 Prozent. Rückgänge gab es unter anderem bei Fahrrad- und Kfz-Diebstahl.
Bei im Inland begangenen Betrugsfällen mit Schaden in Deutschland sank die Zahl um 8,4 Prozent, bei Cybercrime um 4,1 Prozent. Bei aus dem Ausland begangenen Taten oder unbekanntem Tatort mit Schaden in Deutschland stiegen Betrugsfälle dagegen um 7,0 Prozent und Cybercrime-Fälle um 3,0 Prozent. Beim Betrug nähern sich die Fallzahlen von Inlands- und Auslandstaten an, bei Cybercrime übersteigen Auslandstaten bereits die Inlandstaten.
Die Schadenssumme der Inlandstaten lag bei 2,7 Milliarden Euro, 6,7 Prozent weniger als zuvor. Bei Auslandstaten waren es 2,3 Milliarden Euro – ein Anstieg um 65,1 Prozent. Kriminalität verschiebt sich damit spürbar ins Digitale und über nationale Grenzen hinweg.
Bei nichtdeutschen Tatverdächtigen sank die Zahl gegenüber dem Vorjahr. Ihre Tatverdächtigenbelastungszahl lag bei Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße weiterhin etwa 2,6-mal höher als bei deutschen Personen. Gemeint ist damit die Zahl ansässiger Tatverdächtiger je 100.000 Einwohner des jeweiligen Bevölkerungsanteils, ohne Kinder unter acht Jahren. Die Zahlen aus Lockweiler sagen über die Herkunft des 19-Jährigen nichts aus.
Quelle 1: Die Rheinpfalz
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