Heute, am 4.10.2026, liegt an der TU Dresden ein Abschlussbericht vor, der einer ziemlich alltäglichen Frage nachgeht: Wie lassen sich Räume elektrisch beheizen, ohne dass der Stromverbrauch genau dann anfällt, wenn Energie teuer oder knapp ist? Die Untersuchung entstand im Auftrag der LUCHT LHZ Elektroheizung GmbH & Co. KG und nahm Wärmekomfort, Temperaturverteilung, Energieaufnahme sowie die Möglichkeit zur Lastverschiebung unter die Lupe.

Getestet wurden im Combined Energy Lab eine klassische elektrische Teil- beziehungsweise Flächenspeicherheizung, der TECHNOTHERM Dynamo von Lucht LHZ mit keramischem Doppelspeicher sowie wand- und deckenmontierte Infrarotheizungen. Die Rahmenbedingungen waren klar gesetzt: eine Raum-Heizlast von 1.500 Watt, eine angenommene Nutzungsdauer von vier Stunden und eine Solltemperatur von 21 °C. Drei Teillastfälle mit 85, 60 und 25 Prozent sollten unterschiedliche Betriebssituationen abbilden.

Wärme auf Vorrat statt Strom auf Knopfdruck

Der Dynamo wurde vor Beginn der vierstündigen Nutzungszeit elektrisch beladen. Die vollständige Speicherladung dauerte unter den Versuchsbedingungen etwa eine Stunde und 15 Minuten. Die aufgenommene Energie blieb zunächst als Wärme im Gerät und wurde anschließend kontrolliert an den Raum abgegeben. Stromaufnahme und Wärmeabgabe konnten dadurch zeitlich voneinander entkoppelt werden.

Jeder Test bestand aus einer vorgelagerten Beladephase und einer anschließenden Nutzungsphase. Während dieser vier Stunden nahm der Dynamo in allen drei untersuchten Lastfällen weniger zusätzliche elektrische Energie auf als die Vergleichssysteme. Im 60-Prozent-Lastfall wurden beim Dynamo 1.752,5 Wh gemessen. Die Teilspeicherheizung kam auf 2.813,0 Wh, die wandmontierte Infrarotheizung auf 3.236,1 Wh. Für die vorherige Beladung des Dynamos kamen allerdings 1.490,7 Wh hinzu.

Das ist ein wichtiger Haken an der Sache: Die Untersuchung weist nicht grundsätzlich einen geringeren Gesamtenergieverbrauch nach. Der zentrale Vorteil liegt vielmehr darin, einen wesentlichen Teil der Stromaufnahme zeitlich zu verschieben. Genau das kann bei dynamischen Tarifen zählen, wenn die Heizung in einer günstigen Phase lädt und die Wärme später gebraucht wird.

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Flexible elektrische Heizsysteme können Strom dann aufnehmen, wenn er günstig oder verfügbar ist, Wärme speichern und in teuren oder stark belasteten Netzphasen weniger Leistung beziehen. Dadurch lassen sich Lastspitzen reduzieren; zugleich können sie zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Eine intelligente Steuerung könnte die Beladung etwa in Mittagsstunden mit PV-Überschüssen, bei viel erneuerbarem Strom im Netz, niedriger allgemeiner Nachfrage oder günstigen dynamischen Preisen auslösen.

Der Unterschied liegt nicht nur auf der Stromrechnung

Die TU Dresden bewertete neben der Raumlufttemperatur auch die sogenannte Empfindungstemperatur. Sie berücksichtigt die Strahlungstemperaturen der Raumflächen und kommt dem näher, was Menschen tatsächlich als warm oder kalt empfinden. Speicher- und Flächenspeicherheizungen lieferten dabei eine auffallend gleichmäßige Wärmeverteilung.

Beim TECHNOTHERM Dynamo lagen die räumlichen Unterschiede der Empfindungstemperatur zwischen 0,25 und 0,45 Kelvin, bei der klassischen Flächenspeicherheizung zwischen 0,40 und 0,55 Kelvin. Anders sah es bei der wandmontierten Infrarotheizung aus: Je nach Lastfall und Aufenthaltsposition betrugen die Unterschiede 3,8 bis 4,6 Kelvin. Das kann, so die TU Dresden, zu thermischem Unbehagen führen. Man sitzt dann nicht zwingend im selben Raumklima, obwohl das Thermostat etwas anderes behauptet.

Auch bei Deckenheizungen spielte die Montageposition eine deutliche Rolle. Die Position „fern“ am Raumthermostaten hatte unter den untersuchten Deckenpositionen zwar den niedrigsten Gesamtenergieverbrauch, gleichzeitig war die Temperaturverteilung ungleichmäßiger. Die Unterschiede der Empfindungstemperatur lagen dort bei 3,2 Kelvin unter 60 Prozent Last und bei 3,5 Kelvin unter 85 Prozent Last.

Infrarotheizungen können dennoch sinnvoll sein, besonders in zeitweise genutzten Räumen und in Neubauten. Ihre Wärmeabgabe hängt stark von der Positionierung ab; im Raum können dadurch Temperaturunterschiede entstehen. Speicherheizungen erzeugten in den Tests eine gleichmäßigere Temperaturverteilung und verbrauchten bei hoher thermischer Last weniger Energie als die getestete Infrarotheizung.

Tarif, Solaranlage und ein bisschen Timing

Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung wurden drei Stromszenarien verglichen: ein konstanter Strompreis, ein dynamischer, zeitabhängiger Tarif sowie PV-Eigenverbrauch mit Einspeisevergütung. Im dynamischen Szenario wurden für die Speicherladezeit 0,15 €/kWh und für die spätere Nutzungszeit 0,40 €/kWh angesetzt. Unter diesen Annahmen war der Dynamo in den meisten untersuchten Fällen wirtschaftlich günstiger als die betrachtete Teilspeicher- und Infrarotheizung.

Bei Heizsystemen ohne integrierten Speicher konnten unter den untersuchten Bedingungen dagegen konstante Stromtarife günstiger sein. Die Rechnung steht und fällt also mit Gebäude, Wärmebedarf, Nutzung, Regelung und Stromtarif. Ein Tarifmodell allein macht noch keine günstige Heizung.

Auch eine Photovoltaikanlage kann die Wirtschaftlichkeit elektrischer Heizungen verbessern, wenn möglichst viel Solarstrom direkt im Gebäude verbraucht wird. Statt Strom ins Netz zu geben, wandelt der Dynamo Überschüsse etwa aus den Mittagsstunden in Wärme um und hält sie für später bereit. Im Versuch wurde PV-Eigenstrom für die Speicherladung mit 0,08 €/kWh angesetzt; unter dieser Annahme wuchs der wirtschaftliche Vorteil der vorgelagerten Beladung.

Die gespeicherte Wärme kann dann genutzt werden, wenn der Wärmebedarf höher ist und kein ausreichender PV-Strom zur Verfügung steht. Der thermische Speicher erhöht damit den Eigenverbrauch einer Anlage und kann späteren Netzstrombezug reduzieren. Lucht-LHZ-Geschäftsführer Uwe Lucht verweist in diesem Zusammenhang auf Pläne, wonach die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen ab 2027 entfallen soll. Eigenverbrauch oder Speicherung von Solarstrom würden dadurch wichtiger.

Für Altbau, Neubau und den Raum dazwischen

Die Studie sieht elektrische Heizsysteme sowohl in Bestandsgebäuden als auch in Neubauten als einsetzbar, insbesondere in Verbindung mit Photovoltaik und dynamischen Stromtarifen. Flächenspeicherheizungen gelten dabei als unkomplizierte Lösung für Neubau und Bestand. Größere thermische Speicher eröffnen zusätzlich die Möglichkeit, Lasten zu verschieben und Wärmekomfort, Solarstrom sowie dynamische Tarife miteinander zu verbinden.

Ganz automatisch läuft das freilich nicht. Bei hoher Netzbelastung oder hohen Strompreisen kann die Aufnahme reduziert werden, während gespeicherte Wärme weiter in den Raum abgegeben wird. Wann geladen wird, entscheidet damit zunehmend die Regelung – und nicht bloß der Moment, in dem jemand merkt, dass es im Zimmer frisch wird.

Der Abschlussbericht trägt den Titel „Messtechnische und energetische Analyse zur Raumbeheizung von verschiedenen elektrischen Heizgeräten und deren Potenzial zur Lastverschiebung“. Herausgegeben wurde er vom Institut für Energietechnik der TU Dresden; als Datum ist der 2. Juni 2026 angegeben.