Heute, am 30. September 2026, verändert sich an der Universität Hamburg einiges: Dr. Jeffrey Carpenter vom Helmholtz-Zentrum Hereon hat den Ruf auf eine W2-Professur für „Coastal Fluid Dynamics“ angenommen. Sein Dienstantritt ist voraussichtlich am 1. Januar 2027. Die Professur ist als gemeinsame Berufung mit dem Helmholtz-Zentrum Hereon angelegt.

Gleichzeitig endet für andere Hochschulangehörige ein langer Abschnitt an der Universität. Prof. Dr. Arne Heise, seit dem 1. September 2009 an der Universität Hamburg und zuletzt Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre am Fachbereich Sozialökonomie, tritt zum 30. September 2026 in den Ruhestand.

Abschiede und Dienstjubiläen

Rudolf Stieger, seit dem 16. August 1999 an der Universität Hamburg und zuletzt Mitarbeiter im Kunstgeschichtlichen Seminar, geht zum 30. November 2026 in den Ruhestand. Ebenfalls an diesem Tag verabschiedet sich Jan Wiebers. Er war seit dem 1. November 1993 an der Universität beschäftigt und zuletzt stellvertretender Leiter der Bibliothek für Geisteswissenschaften sowie Fachkoordinator für Philosophie.

Ein rundes Arbeitsjubiläum feiert Monika Jampert am 1. Oktober 2026: Sie ist seit dem 1. Oktober 1986 an der Universität Hamburg tätig und arbeitet zuletzt als Teamassistenz im Fachbereich Mathematik. Es ist ihr 40-jähriges Dienstjubiläum.

Auf jeweils 25 Jahre kommen Prof. Dr. Martina Seifert und Prof. Dr. Oliver Huck. Seifert ist seit dem 1. Januar 2010 an der Universität Hamburg und zuletzt Professorin für Archäologie und Kulturgeschichte des antiken Mittelmeerraumes. Huck gehört der Universität seit dem 1. Oktober 2006 an; zuletzt war er Professor für historische Musikwissenschaft sowie Teilprojektleiter des DFG-Projekts „Geistige Intermedialität in der frühen Neuzeit“. Beide feiern ihr Dienstjubiläum am 1. Oktober 2026.

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Die Universität gedenkt

Die Universität Hamburg trauert um Dr. Christine Neubert (15. Februar 1985–18. August 2026). Seit dem 1. September 2018 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Sozialökonomie tätig.

Auch Gabriele Warnke ist verstorben (12. März 1962–8. Juni 2026). Sie arbeitete seit dem 1. August 1991 an der Universität, zunächst im Akademischen Auslandsamt und später in der Abteilung Internationales. Dort unterstützte sie internationale Studierende und Promovierende ideell und finanziell.

Die Universität erinnert außerdem an Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Constantin Floros (4. Januar 1930–4. September 2026). Der in Thessaloniki geborene Musikwissenschaftler war von 1972 bis 1995 Professor am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften und Monografien auf Deutsch, Englisch und Griechisch zu Themen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf dem Werk Gustav Mahlers.

Strömungsforschung zwischen Küste und Rechenzentrum

Carpenters künftiges Arbeitsfeld passt in eine Forschungslandschaft, in der Strömungen nicht nur auf dem Papier vorkommen. Das Institute of Fluid Dynamics and Ship Theory (FDS) forscht zur Schiffs- und Meerestechnik sowie zur ingenieurwissenschaftlichen und geophysikalischen Strömungsmechanik.

Die Fragen reichen vom Manövrieren von Schiffen über die dynamische Stabilität von Über- und Unterwasserschiffen bis zu Kavitation, Antriebstechnik und Unterwassergeräuschen. Untersucht werden außerdem Offshore-Windparks und grüne Wasserstofftechnologien, Wind-Wellen-Wechselwirkungen, die Wechselwirkung zwischen Schiffen und Eis, mathematische Formoptimierung und Flugzeug-Wasserlandungen, im Fachjargon „Ditching“. Auch Medizintechnik gehört zu den Anwendungsbereichen.

Technische und umweltbezogene Anwendungen liegen dabei eng beieinander – vor allem in der maritimen Industrie und bei erneuerbaren Energien. Das internationale Team arbeitet mit theoretischen Analysen, physikalischen Modellen, fortschrittlichen numerischen Methoden und komplexen Multiphysik-Simulationen. Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung innovativer Strömungssimulationsprogramme, mit denen das Strömungsverhalten nichtlinearer Systeme und Prozesse untersucht wird.

Dafür stehen moderne rechnergestützte und experimentelle Einrichtungen bereit. Das FDS bearbeitet damit grundlegende wissenschaftliche Fragestellungen ebenso wie praktische technische Lösungen und beteiligt sich an größeren Projekten, die von der deutschen Regierung und der Europäischen Union finanziert werden.

Kooperationen gibt es mit Industriepartnern aus Schiffbau und Meerestechnik, Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Medizin sowie erneuerbarer maritimer Energie. Studierende können in Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekten praktische Erfahrung in Strömungsmechanik und Schiffstheorie sammeln. Industriepartner können Kooperationsmöglichkeiten mit dem Institut prüfen.

Was Studierende dabei lernen

Wie solche Methoden in der Lehre landen, zeigt die Vorlesung „Numerische Strömungsmechanik für maritime Systeme (CFD)“. Verantwortlicher und Dozent ist Prof. Dr.-Ing. Bettar O. el Moctar, Ansprechpartnerin ist Kornelia Tietze; Fragen sollen per E-Mail an sie gerichtet werden. Die Vorlesung findet montags von 12:00–13:30 Uhr in Raum VWS 110 statt, der Termin für die Übung wird noch abgestimmt.

Wer teilnehmen möchte, muss sich vorab über ISIS für den Kurs anmelden. Das Modul bringt 6 Leistungspunkte. Auf dem Plan stehen die Grundlagen der numerischen Strömungsmechanik, Diskretisierungsmethoden der Impuls- und Massenerhaltungsgleichungen zur Berechnung viskoser Strömungen sowie die selbstständige Umsetzung mathematischer Algorithmen in Berechnungsprogrammen.

Dazu kommt der sichere Umgang mit kommerziellen oder frei zugänglichen Programmen und die Beurteilung ihrer Ergebnisse. Erklärt werden die Methoden anhand von Schiffen und meerestechnischen Strukturen. Die Lehrinhalte reichen von den Grundlagen der Strömungsmechanik und den Erhaltungsgleichungen für Impuls und Masse über räumliche Diskretisierung und Berechnungsgitter bis zur Diskretisierung mit Finite-Differenzen- und Finite-Volumen-Methode. Auch iterative Lösungsverfahren und die Besonderheiten von Navier-Stokes-Lösern gehören dazu.

Die Lehrmaterialien werden über ISIS bereitgestellt. Am Ende steht eine Portfolioprüfung; weitere Informationen werden im Semester bekannt gegeben. Das Modul ist Teil der Modullisten für Maschinenbau (Master of Science), Physikalische Ingenieurwissenschaft (Bachelor of Science), Physikalische Ingenieurwissenschaft (Master of Science), Schiffs- und Meerestechnik (Master of Science), Technomathematik (Master of Science) und Wirtschaftsingenieurwesen (Master of Science). Studierende anderer Studiengänge können es als Wahlmodul belegen.