In Österreichs Börsenwelt wird die digitale Kommunikation mit Anlegern sichtbarer – und offenbar auch besser. Eine Analyse der HHL Leipzig Graduate School of Management kommt für die 39 Unternehmen des ATX Prime auf einen durchschnittlichen Digital Communication Score von 50 Prozent. Die 20 ATX-Unternehmen erreichen 56 Prozent. Vergleichbare Firmen aus MDAX und SDAX liegen bei 45 Prozent.

Untersucht wurde die digitale Kapitalmarktkommunikation für das Geschäftsjahr 2025. Im Mittelpunkt standen die Investor-Relations-Website, der digitale Geschäftsbericht und strategische Aktivitäten in sozialen Medien. Gerade die Unternehmenswebsites schnitten in Österreich informativ und benutzerfreundlich ab. 97 Prozent der untersuchten Unternehmen nutzen LinkedIn für ihre Investor-Relations-Kommunikation.

Websites stark, Geschäftsberichte noch mit Luft nach oben

Die IR-Website erzielte mit 61 Prozent den höchsten Wert. Beim digitalen Geschäftsbericht liegt Österreich mit 31 Prozent zwar deutlich vor Deutschland mit 20 Prozent; trotzdem bleibt dieser Kommunikationskanal der schwächste der drei untersuchten Bereiche. Beim durchschnittlichen Wert von 50 Prozent werde etwa die Hälfte des digitalen Kommunikationspotenzials noch nicht genutzt, sagt Prof. Henning Zülch, Leiter der HHL.

Bewertet wird nach dem an der HHL entwickelten RIC-Modell mit bis zu 100 Punkten: 60 Punkte entfallen auf die IR-Website, 32 auf den digitalen Geschäftsbericht und 8 auf Social Media. Daraus leitet das HHL-Team drei Empfehlungen ab: CEO-Videos und verständlich erklärte finanzielle wie nicht-finanzielle Kennzahlen sollen die Kommunikation persönlicher machen. Geschäftsberichte sollten strukturiert und maschinenlesbar sein – für Menschen ebenso wie für KI-Systeme. Und neben LinkedIn könnten YouTube, Instagram oder TikTok zusätzliche Reichweite bringen.

Mit dem zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz wächst zugleich der Informationsbedarf der Investoren. Sie wollen wissen, wie Unternehmen KI steuern und kontrollieren. Transparente KI-Governance sei deshalb ein wichtiger Faktor für Vertrauen am Kapitalmarkt, betont die HHL.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

STRABAG holt Platin

Beim Austrian Digital Financial Communication Award 2026 setzte sich die STRABAG SE an die Spitze und erhielt Platin. Das Unternehmen verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um einen Rang. Laut Analyse überzeugte STRABAG mit einer benutzerfreundlichen IR-Website, einer anschaulichen Equity Story und verknüpften digitalen Geschäfts- und Halbjahresberichten. Dazu kam proaktive Kommunikation zu Geschäftsbericht, ESG und KI auf LinkedIn, YouTube und Instagram.

Gold ging an die Vienna Insurance Group AG, Silber an die voestalpine AG, Bronze an die OMV AG. Die Polytec Holding AG verbesserte sich um acht Plätze auf Rang 11 und war damit das bestplatzierte Unternehmen außerhalb des ATX.

Der Award wird seit 2016 jährlich vergeben. Ausrichter sind die HHL Leipzig Graduate School of Management und der Cercle Investor Relations Austria, kurz CIRA. Die EQS Group unterstützt die Initiative seit 2026 als Praxispartner.

Rangnick, KI und eine Übersetzung in Echtzeit

Verliehen wurden die Preise am 14. Oktober 2026 im Palais Niederösterreich in Wien, im Rahmen der CIRA-Jahreskonferenz. Rund 400 Gäste aus Unternehmen, Finanzwirtschaft und Kapitalmarkt kamen zusammen. Österreichs Fußballnationaltrainer Ralf Rangnick eröffnete die Veranstaltung mit Ausführungen über den Umgang mit Veränderung, Druck und Herausforderungen – also über Dinge, die nicht nur auf dem Fußballplatz gelegentlich unangenehm nah beieinanderliegen.

Auf der Tagesordnung standen Veränderungen in der Investorenlandschaft, Chancen für kleine und mittelgroße Unternehmen, Nachhaltigkeit, rechtliche Entwicklungen und der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Kapitalmarktkommunikation. In der KI-Diskussion ging es darum, Informationen effizienter, verständlicher und zielgerichteter zu vermitteln, ohne den persönlichen Austausch preiszugeben.

Eine KI-gestützte Live-Übersetzung machte es internationalen Gästen erstmals möglich, alle Paneldiskussionen auf Englisch zu verfolgen. Das klingt nach einem technischen Detail, verändert aber den Raum: weniger Sprachbarrieren, mehr Zuhörer, und hoffentlich weniger ratloses Lächeln bei komplizierten Finanzbegriffen.

„Vienna Calling“ soll Investoren und Unternehmen verbinden

CIRA versteht professionelle Aktionärskommunikation als Beitrag zu Transparenz und Investorenvertrauen. Der Verband verbindet börsennotierte Unternehmen mit Investoren und weiteren Kapitalmarktakteuren, fördert den Erfahrungsaustausch und unterstützt die Weiterentwicklung der Investor-Relations-Branche.

Mit der neuen Initiative „Vienna Calling“ wollen CIRA und die Wiener Börse österreichische Unternehmen und institutionelle Investoren zusammenbringen. Die Mitteilung dazu veröffentlichte die EQS Group am 20. Oktober 2026 um 14:00 Uhr als Corporate News/Finanznachricht. Der Veranstaltungsort der Preisverleihung lag in Wien, die Analyse selbst entstand an der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Der zusätzlich bereitgestellte DIRK-Text zur KI in der Investor-Relations-Arbeit enthält lediglich rohe PDF- und Binärdaten, keinen lesbaren Nachrichtenartikel und damit keine weiteren auswertbaren Angaben.