KU-Mathematikerin Mansi Singh erhält „For Women in Science“-Förderpreis für schnellere Klimamodelle
Dr. Mansi Singh von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) ist mit dem Förderpreis „For Women in Science“ ausgezeichnet worden. Die Mathematikerin erhielt den For Women in Science Award 2026 als eine von vier Wissenschaftlerinnen. Die mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von L’Oréal, der Deutschen UNESCO-Kommission, UNESCO und dem Deutschen Humboldt-Netzwerk unterstützt.
Verliehen wurde der Preis am 16. September in Düsseldorf. Durch den Abend führte Arabella Kiesbauer, das Motto lautete: „Die Welt braucht Wissenschaft – und die Wissenschaft braucht Frauen.“ Für Singh geht es dabei um eine Forschung, die ziemlich nah an großen Zukunftsfragen liegt: Sie will Wetter- und Klimamodelle schneller berechnen, ohne dass deren Genauigkeit leidet.
Wenn Ozeane und Atmosphäre rechnen lassen
Singh entwickelt mathematische Verfahren, mit denen sich komplexe Prozesse in Ozeanen und der Atmosphäre effizienter analysieren lassen. Ihre Forschung befasst sich mit Modellen für Bewegungen in diesen Systemen. Dort überlagern sich schnelle Wellenbewegungen mit langsameren Strömungen und Wirbeln – ein ziemliches Gewusel, wenn man versucht, es am Computer abzubilden.
Herkömmliche Computersimulationen müssen die schnellen Prozesse oft mit sehr kleinen Zeitschritten erfassen. Das macht die Berechnungen langsam und rechenintensiv. Singh arbeitet deshalb an Verfahren, mit denen sich solche Simulationen vereinfachen lassen, ohne die Genauigkeit zu beeinträchtigen. Aus komplizierten Abläufen sollen so handhabbarere Modelle werden.
Singh forscht am Lehrstuhl für Angewandte Mathematik von Marcel Oliver. Der Lehrstuhl gehört zum Mathematischen Institut für Maschinelles Lernen und Data Science (MIDS) der KU. Seit 2025 ist Singh Postdoktorandin an der Universität; ihre Promotion in Mathematik schloss sie 2024 in Indien ab. Während dieser Zeit erhielt sie die Prime Minister’s Research Fellowship der indischen Regierung.
Ein Preis mit langer Geschichte
Das Förderprogramm „For Women in Science“ wurde 1998 von der L’Oréal-Stiftung und der UNESCO gegründet und ist seit 2007 in Deutschland etabliert. Nach Angaben der Veranstalter sind weltweit mehr als 4.700 Wissenschaftlerinnen gefördert worden. In Deutschland wurde der Preis bislang mehr als 50-mal vergeben.
Auf der Website von L’Oréal sind alle Preisträgerinnen sowie ein kurzes Einführungsvideo zu jeder von ihnen aufgeführt. Vier Forscherinnen wurden in diesem Jahr ausgewählt – Singh ist eine davon.
Warum solche Programme gebraucht werden
UNESCO-Wissenschaftsprogramme sollen die Rolle von Frauen in der Wissenschaft öffentlich anerkennen und weltweit fördern, besonders in den Biowissenschaften. Der Hintergrund ist weniger glatt, als eine Preisverleihung mit festlichem Saal und Kameras vermuten lässt: Benachteiligungen beginnen beim ungleichen Zugang zu Bildung und verstärken sich beim Zugang zu wissenschaftlicher Aus- und Weiterbildung.
Die Initiative „For Women in Science“ zeichnet international führende Forscherinnen aus und unterstützt junge Forscherinnen mit Stipendien. Die Kooperation wird auch auf nationaler Ebene fortgeführt. Jährlich werden vier Stipendien an junge, hochqualifizierte Grundlagenforscherinnen vergeben, und zwar in den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften und Mathematik.
