Med Hannover, 28.09.2026 – Syrien hat begonnen, importiertes Benzin auf dem Landweg in den Irak zu transportieren. Die neue Route startet am Erdölterminal Banyas an der syrischen Mittelmeerküste und führt über den Grenzübergang al-Tanf in den Irak. Der Transport begann am Donnerstag.

Hinter dem Vorhaben steht der Versuch, die Energieversorgung angesichts anhaltender Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus abzusichern. Das katarische Unternehmen UCC kauft das Benzin bei internationalen Lieferanten und lässt es per Schiff nach Banyas bringen. Von dort übernimmt Syrien den Weitertransport und erhält Transitgebühren.

57 Tankwagen zum Auftakt

Die Vereinbarung ist zunächst auf drei Monate befristet, kann aber verlängert werden. Die erste Lieferung bestand nach Angaben von Ahmed Qubbaji von der Syrian Petroleum Company aus 57 Tankwagen. Schrittweise soll die Kapazität auf etwa 200 Tankwagen pro Tag steigen.

Ganz neu ist der Transitverkehr durch Syrien allerdings nicht. Laut Qubbaji werden täglich bereits 1.000 bis 1.200 Tankwagen mit irakischem Erdöl durch das Land in Richtung anderer Ziele transportiert. Die Zahl schwankt je nach Transportbedingungen und Abfertigung – an Grenzen entscheidet sich eben oft, wie schnell es tatsächlich weitergeht.

Mehr als nur Benzin

Syrien prüft, zusätzlich Kohle, Schwefel und weitere Erdölprodukte für den Irak zu befördern. Parallel laufen Gespräche über die Wiederbelebung der direkten Pipeline zwischen Kirkuk im Irak und Banyas.

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Dafür wurde mit der irakischen Seite unter Beteiligung internationaler Unternehmen eine Absichtserklärung geschlossen. Die Verhandlungen über einen endgültigen Vertrag befinden sich laut Qubbaji in der Endphase. Ob und wann die Pipeline wieder genutzt werden kann, ist damit noch nicht entschieden.

Transit als Einnahmequelle

Der Ausbau der Route schafft für die syrische Übergangsregierung eine zusätzliche Einnahmequelle. Seit dem Sturz des Baath-Regimes im Dezember 2024 versucht die neue Führung, Syriens beschädigte Infrastruktur wieder stärker in regionale Handels- und Energierouten einzubinden.

Das Benzin kommt weiterhin per Schiff nach Banyas; der neue Abschnitt beginnt erst dort. Für Syrien liegt der wirtschaftliche Hebel also im Weitertransport über das eigene Staatsgebiet. Für den Irak bedeutet die Verbindung eine zusätzliche Landroute, während der Verkehr durch die Straße von Hormus weiter gestört ist. 57 Tankwagen sind dafür zunächst ein überschaubarer Anfang – doch die geplanten 200 pro Tag würden aus der Teststrecke rasch einen festen Korridor machen.