Am 20. Mai 2026 demonstrierten etwa 100 Studierende der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) in Neuruppin unter dem Motto „Psychotherapie sichern – Weiterbildung finanzieren!“. Dieser Protest war eine Reaktion auf die unklare Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung, die nach der Reform des Psychotherapeutengesetzes von 2019 weiterhin ein heißes Eisen bleibt. Die Teilnehmenden, unterstützt von ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie weiteren Unterstützern, zeigen damit, dass es Zeit für Veränderungen ist.

Unter den Demonstrierenden stellten sich auch prominente Gesichter wie Prof. Thomas Stamm, Prodekan der MHB, der seine Unzufriedenheit über die ungewisse berufliche Zukunft der Absolventen zum Ausdruck bringt. Studierende wie Nadine Schworck und Laurence Löffler, die die Demonstration mitorganisierten, kritisieren die unzureichenden politischen Reaktionen auf die bestehende Problematik. Schworck zieht gar einen Vergleich zum Medizinstudium und hebt die Dringlichkeit hervor, dass auch ausreichend Psychotherapeuten benötigt werden.

Finanzierung in der Psychotherapie – Eine brennende Frage

Ein zentrales Anliegen der Protestierenden ist die unzureichende finanzielle Absicherung der psychotherapeutischen Weiterbildung. Laut Ärzteblatt macht sich die Bundesregierung bereits daran, einen Gesetzesentwurf zur Entbürokratisierung und zur Erweiterung der Befugnisse in der Pflege auf den Weg zu bringen. Dieser sieht vor, dass Weiterbildungsambulanzen mindestens 40 Prozent der Vergütung an die Auszubildenden auszahlen müssen. Allerdings wurden bisher keine Regelungen für die Finanzierung in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder Kliniken vorgelegt.

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) bezeichnet die bisherigen Maßnahmen als unzureichend, um eine adäquate Finanzierung sicherzustellen. Vizepräsidentin Sabine Maur warnt, dass der Vorschlag der Regierung eine dauerhafte Unterfinanzierung der Weiterbildungs ambulanz festschreibt. Zudem werden Leistungen, die nicht direkt gegenüber Versicherten erbracht werden, nicht berücksichtigt – ein Umstand, der die Situation zusätzlich verschärft.

Die Zukunft der Psychotherapie auf der Kippe

Die steigende Anzahl an Absolventen im Bereich Klinische Psychologie und Psychotherapie, jährlich etwa 2.500, könnte in den kommenden Jahren auf ein ernstes Problem stoßen. Ab 2025 könnten über 2.000 dieser neuen Fachkräfte ohne passende Weiterbildungsstellen dastehen, was zu einem Mangel an Fachkräften führt. Präsidentin der BPtK, Andrea Benecke, betont, dass nicht der Wille zur Einrichtung von Weiterbildungsstellen fehle, sondern die ausreichende Finanzierung. In diesem Kontext bleibt die SPD-Bundestagsfraktion optimistisch, dass die Verhandlungen über die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung fortgesetzt werden.

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Die Demonstration in Neuruppin war Teil einer bundesweiten Aktion, die darauf abzielt, die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung ins Rampenlicht zu rücken. Unterstützung fand der Protest auch in Form von Redebeiträgen von Fachleuten wie Dr. Stefan Roßbach-Kurschat, Philip Kühntopp und Christoph Bosse. Die Botschaft der Studierenden ist klar: Es muss sich dringend etwas bewegen, um die Grundlage für eine robuste psychotherapeutische Versorgung in Deutschland zu schaffen. Die Uhr tickt, und die Zeit drängt.»