In einer Welt, in der Mobilität oft der Schlüssel zu Lebensqualität und Unabhängigkeit ist, gibt es erfreuliche Neuigkeiten aus der Forschung: Ein Team um Leon Lauret von der Ruhr-Universität Bochum entwickelt ein neuartiges Exoskelett, das Menschen mit Mobilitätseinschränkungen helfen soll. Besonders im Fokus steht der Einsatz für ältere Menschen und Patienten, die an der sogenannten Schaufensterkrankheit leiden, einer Form der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Diese Erkrankung bringt es mit sich, dass Betroffene beim Gehen immer wieder stehenbleiben müssen, was ihren Alltag erheblich beeinträchtigt.

Das Exoskelett, an dem Lauret arbeitet, setzt auf eine mechanische Bauweise ohne Motor. Das wird nicht nur den Energiebedarf senken, sondern auch das Gewicht reduzieren – ein entscheidender Vorteil für die Anwender. Gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Dr. Daniel Hahn und Dr. Marc Neumann aus den Bereichen Bewegungswissenschaft und Biomedical Engineering zielt Lauret darauf ab, eine alltagstaugliche Version eines passiven Exoskeletts zu entwickeln. Anders als viele derzeitige Modelle, die auf motorbetriebenen Mechanismen basieren, baut das neue Konzept auf den Prinzipien der mechanischen Unterstützung auf. Diese Idee wurde bereits durch eine Studie aus dem Jahr 2015 inspiriert, die die Reduzierung des Energieverbrauchs beim Gehen mit einem passiven Exoskelett untersuchte.

Herausforderungen der Schaufensterkrankheit

Die Schaufensterkrankheit, medizinisch bekannt als pAVK, ist ein weit verbreitetes Problem, insbesondere bei älteren Menschen. Schätzungen zufolge sind 15 bis 25 Prozent der über 65-Jährigen betroffen. Die Symptome können von leichten Beschwerden bis hin zu starken, krampfartigen Schmerzen beim Gehen reichen, die oft zur Ruhe zwingen – die typischen Anzeichen einer Claudicatio intermittens. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann die Heilung von Wunden stark eingegrenzt sein, sogar Gewebe kann absterben. Der Ursprung der Erkrankung ist häufig in einer Atherosklerose zu finden, einer Verkalkung der Arterien, die das Blutgefäßsystem erheblich beeinträchtigt.

Die Therapieansätze der pAVK variieren je nach Stadium der Erkrankung. Bei fortgeschrittener pAVK sind Interventionen wie Stentimplantation oder Bypass-Operationen häufig notwendig, während in früheren Stadien konservative Methoden wie Gehtraining und medikamentöse Therapien im Vordergrund stehen. Medikamente zur Senkung vom Cholesterinspiegel und zur Blutdruckkontrolle sind ebenfalls Teil der Behandlung, insbesondere bei Patienten, deren Lebensqualität stark eingeschränkt ist. Die Forscher hoffen, dass das neue Exoskelett insbesondere Patienten mit beginnenden Einschränkungen eine bessere Lebensqualität und mehr Bewegungsfreiheit im Alltag bieten kann.

Innovationen und Praxiserprobung

Das Forschungsteam hat sich zum Ziel gesetzt, ein Exoskelett zu entwickeln, das den Patienten eine adaptive Unterstützung bietet. In integrierten Sensoren sollen in Echtzeit die Bewegungsmuster der Benutzer erfasst und die Unterstützung dynamisch an die jeweiligen Gehbedingungen angepasst werden. Bereits ein Prototyp aus Carbonfaser existiert, ist jedoch noch nicht einsatzbereit. Der Entwicklungsschwerpunkt liegt nun auf der Anpassung des Hebelarms, um die Handhabung im Alltag zu erleichtern.

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Langzeitstudien, die die Auswirkungen des Tragens eines Exoskeletts auf den menschlichen Körper untersuchen, stehen bislang noch aus. Um eine fundierte Grundlage für die Anwendung zu schaffen, planen die Forscher, die Muskeln der Testpersonen mithilfe von Ultraschall und Elektromyografie zu analysieren. Diese Maßnahme soll das Verständnis für die Interaktion von Mensch und Technik vertiefen und die Entwicklung im Bereich der Mobilitätshilfen ganz neu beleuchten. Mit dieser innovativen Forschung könnte nicht nur die Lebensqualität von Menschen mit Schaufensterkrankheit verbessert werden, sondern auch neue Wege in der Rehabilitation und Mobilitätshilfe eröffnen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass vielversprechende Fortschritte in der Entwicklung von Technologien zur Unterstützung von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gemacht werden. Es bleibt spannend, wie sich das Exoskelett in der Praxis bewähren wird und welchen Einfluss es auf die Therapie von Erkrankungen wie der pAVK haben kann.