Im Theater kann ein chemisches Gemisch Nebel auf die Bühne zaubern. Zu Hause würde derselbe Effekt vermutlich den Feuermelder auslösen. Im Staatstheater dagegen bleiben die Melder stumm – während einige Zuschauerinnen und Zuschauer kräftig husten müssen. Genau an dieser Reibung zwischen Illusion, Technik und Alltag setzt das Science and Art Lab der TU Braunschweig an.

An sechs Abenden untersucht das Lab im Aquarium des Staatstheaters das Zusammenspiel von Experiment, Inszenierung und Alltag. Eingeladen sind Theater- und Wissenschaftsinteressierte ebenso wie neugierige Besucher, die einfach wissen möchten, was hinter solchen Bühneneffekten steckt. Es geht um den Zauber des Theaters, um naturwissenschaftliche Kräfte im täglichen Leben und um aktuelle Forschungen in Braunschweig.

Wenn Forschung auf Bühnennebel trifft

Das Science and Art Lab verbindet Wissenschaft, Alltag und Theater. Dabei bleibt es nicht bei einer Erklärung aus sicherer Entfernung: Experimente werden in einen künstlerischen Zusammenhang gestellt, und die Inszenierung macht sichtbar, wie selbstverständlich wissenschaftliche Vorgänge oft in unserem Alltag auftauchen. Der Nebel riecht vielleicht kaum, kitzelt aber in der Kehle – und plötzlich wird aus einem Bühnentrick eine sehr konkrete Erfahrung.

Hinter dem Format steht ein Lab, das Spitzenforschung und Kunst verschiedener Ausdrucksformen und Medien in einen Dialog bringt. Ziel ist es, unterschiedliche Zugänge zu Forschungsfragen zu eröffnen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft zu ermöglichen. Offen ist das Projekt für Experimente, Transferansätze, neue Formate und Ideen. Raum dafür gibt es unter anderem bei Vorträgen, Ausstellungen, Screenings und weiteren Begegnungsformaten.

Ein Projekt mit mehreren Anfängen

Die Pilotphase des Science and Art Lab startete 2024 und lief über 2024/25. Zu ihren Bestandteilen gehörten ein Filmprogramm mit dem Exzellenzcluster SE²A („Sustainable and Energy Efficient Aviation“) in Kooperation mit dem Braunschweig International Film Festival sowie eine Artist Residency in Verbindung mit dem Exzellenzcluster QuantumFrontiers.

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Geleitet wird das Lab von Dr. Jule Hillgärtner und Henrike Wenzel. Auftraggeberin ist die Präsidentin. Zu den Kooperationspartnern zählen die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, das Braunschweig International Film Festival und weitere Partner, die noch abgestimmt werden.

Finanziert wird das Vorhaben aus Mitteln von zukunft.niedersachsen, einem Förderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung, außerdem von der Stiftung Niedersachsen, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und der Braunschweigischen Stiftung.

Am heutigen 15.10.2026 zeigt sich im Aquarium des Staatstheaters, wie nah wissenschaftliche Forschung und Theater manchmal beieinanderliegen: Ein bisschen Nebel, ein stummer Melder, ein Hustenanfall – und schon wird die Bühne zum Versuchsfeld.