Chemnitz, 28. September 2026 – Auf dem Firmengelände der Fasa AG liegen Rotorblätter, die schon bessere Zeiten gesehen haben. Am 4. Juni wurden die ausgedienten Bauteile dorthin transportiert. Mit dabei ist unter anderem Ullrich Hintzen von der Fasa AG. Hinter dem ungewöhnlichen Anblick steckt ein Vorhaben, das in Chemnitz neue Wege beim Windrad-Recycling eröffnen soll.

Windräder werden etwas mehr als 20 Jahre genutzt. Danach müssen ihre großen Rotorblätter entsorgt oder recycelt werden. Das klingt zunächst nach einem normalen nächsten Schritt – ist es aber nicht. Die Blätter bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, einem Material, das wegen seiner hohen Festigkeit als schwierig zu recyceln gilt.

Vom Rotorblatt zum Wärmespeicher

Die Fasa AG arbeitet deshalb an einem Konzept, bei dem das Material nicht einfach auf dem Abstellgleis landet. Geplant ist, Bestandteile ausgedienter Rotorblätter für die Herstellung von Wärmespeichern zu nutzen. Aus Windkraft soll also gewissermaßen gespeicherte Wärme werden.

Ganz neu ist der Umgang mit dem Material für das Unternehmen nicht: Die Fasa AG verwendet es bereits in ihrer Solarfirma. Nun soll daraus ein Konzept entstehen, das auch für alte Windrad-Rotorblätter funktioniert – eine Weltneuheit, wie das Unternehmen in Chemnitz anstrebt.

Ein sperriges Problem auf dem Firmengelände

Die Dimensionen der Bauteile machen das Vorhaben anschaulich. Rotorblätter sind groß, schwer zu handhaben und nicht ohne Weiteres in ihre Bestandteile zu zerlegen. Dazu kommt die hohe Festigkeit des glasfaserverstärkten Kunststoffs, die im Betrieb ein Vorteil ist, beim Recycling jedoch zum Problem wird.

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Am 4. Juni waren die Rotorblätter deshalb nicht bloß Anschauungsmaterial. Ihr Transport auf das Gelände der Fasa AG markiert den praktischen Teil der Arbeit. Zwischen Lagerfläche, Solartechnik und den ausgedienten Bauteilen wird nun daran gearbeitet, aus einem schwierigen Abfallstoff einen Bestandteil von Wärmespeichern zu machen. Irgendwie sperrig – im wahrsten Sinn des Wortes – ist die Aufgabe trotzdem.