Metropolrad Ruhr wächst: Neue Leihrad-Flotte und Donkey Republic in Witten
Wer in Witten aufs Leihrad steigt, hat inzwischen mehr Auswahl als je zuvor. Die Flotte des Projekts „Metropolrad Ruhr“ ist im Stadtgebiet vollständig ausgebaut und wird genutzt, um die Mobilität zu verbessern. Der Regionalverband Ruhr (RVR) plant bereits die nächste Erweiterung.
Gestartet ist „Metropolrad Ruhr“ in Witten im Jahr 2023. Beim Auftakt waren der damalige Bürgermeister Lars König, Claudia Pyras aus der Geschäftsführung der Siedlungsgesellschaft Witten, Stadtbaurat Stefan Rommelfanger und Vertreter der Sponsoren beteiligt. Seitdem ist das Bike-Angebot in Witten so groß wie nie zuvor.
Neuer Betreiber, größere Flotte
Der RVR hat inzwischen ein EU-weites Vergabeverfahren für den Betrieb des Fahrradverleihsystems abgeschlossen. Neuer Betriebspartner wird Donkey Republic mit Sitz in Kopenhagen. Der Betreibervertrag läuft fünf Jahre; seit dem 1. April 2026 übernimmt das Unternehmen den Betrieb und baut das Angebot schrittweise aus. Bis zum Betreiberwechsel betrieb nextbike aus Leipzig das System übergangsweise.
Die Fahrräder lassen sich in allen teilnehmenden Städten mit einem einheitlichen Tarif nutzen. Im Laufe des Jahres 2026 soll sich die Flotte auf mehr als 5.000 Fahrräder und über 1.000 Stationen verdoppeln. Nach den Plänen soll das Netz bis Ende September in 25 Kommunen verfügbar sein – mit rund 5.700 Fahrrädern. Alle bisherigen Stationen bleiben erhalten.
Zum Betriebsstart im April stand zunächst ein Basisangebot mit vorhandenen Fahrrädern bereit. Fabrikneue Räder werden danach nach und nach ergänzt. Künftig gehören hochwertige Fahrräder mit acht Gängen zum Angebot. Außerdem kann das System um Pedelecs und elektrische Lastenräder erweitert werden. E-Lastenräder sollen ab Herbst 2026 unter anderem in Neukirchen-Vluyn und Datteln verfügbar sein.
Orange Räder und eine App
Der neue Betreiber setzt auf signalorange Fahrräder statt auf die bisherige grau-orange Farbgebung. Weil die Produktion noch läuft, werden die neuen Räder zuerst an den meistgenutzten Stationen aufgestellt. Bis Ende April sollen auch alle weiteren Stationen ausgestattet sein.
Viel Papierkram gibt es dabei nicht: Das System funktioniert vollständig digital über die Anbieter-App. Fahrräder in der Nähe werden dort angezeigt, entsperrt wird per Smartphone. Ein kurzer Blick aufs Display, ein Klick – und dann geht’s los, sofern das Rad nicht gerade schon vor der Nase weggeschnappt wurde.
Der Standardtarif bleibt bei 1 Euro pro Stunde. Der Monatstarif kostet 7,50 Euro und enthält 60 Freiminuten pro Tag, der Jahrestarif 60 Euro ebenfalls mit 60 Freiminuten täglich. Monats- und Jahrestarife sind damit günstiger als die stundenweise Nutzung. Bestehende Tarife und Vergünstigungen galten bis einschließlich 31. März 2026.
Studierende an teilnehmenden Hochschulen erhalten weiterhin Sondertarife, die in den Semesterbeitrag integriert werden. Dazu gehören unter anderem die Ruhr-Universität Bochum, die TU Dortmund und die Universität Duisburg-Essen; auch an vielen weiteren Hochschulen im Ruhrgebiet gelten Sonderkonditionen.
Vom Kulturhauptstadt-Jahr in die Region
Das vom RVR initiierte Metropolradruhr wurde 2010 – im Jahr der Kulturhauptstadt – in Betrieb genommen und gemeinsam mit nextbike als Verkehrsmittel im Ruhrgebiet etabliert. Bislang war das Fahrradverleihsystem in 13 Ruhrgebietskommunen verfügbar. Bis zum Sommer kommen zwölf weitere Kommunen hinzu, darunter Herten, Waltrop und Gladbeck. Auch Moers, Neukirchen-Vluyn und Kommunen im Kreis Recklinghausen werden einbezogen.
Der RVR bleibt für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Systems zuständig. Für Witten bedeutet das: Die vorhandene Leihrad-Flotte ist zwar komplett, die Geschichte ist damit aber noch nicht fertig geschrieben. An den Stationen wird künftig mit mehr Rädern, neuen Farben und teils elektrischer Unterstützung gerechnet – mitten im Alltag zwischen Vorlesung, Einkauf und dem schnellen Weg durch die Stadt.
