Was macht unsere Kleidung mit uns und was bedeutet sie für unsere Gesellschaft? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung „Alles, was ich trage. Über die Bedeutung und Auswirkung der Kleider in unserem Schrank“, die in der Kreativschule der TU Dortmund, dem Dortmunder U, stattfindet. Studierende in textilgestalterischen Seminaren unter der Leitung von Silke Wawro und Adrian Stoica präsentieren dort ihre Arbeiten, die sich mit Themen wie ökologischer Verantwortung, Social Design und der Rolle von Mode in der Identität und Diversität beschäftigen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei; sie wird zusätzlich zur „ExtraSchicht“ am 27. Juni geöffnet, wobei für den Zutritt ein Ticket erforderlich ist, wie TU Dortmund berichtet.

Die Ausstellung soll Denkanstöße für ein verantwortungsvolles Miteinander geben und lädt Besucher ein, sich aktiv mit der Bekleidungsindustrie auseinanderzusetzen. Diese Branche hat nicht nur einen erstaunlichen Wert von 1,3 Billionen USD, sondern beschäftigt auch über 300 Millionen Menschen entlang der Wertschöpfungskette. Dennoch hat die Modeindustrie einen gewaltigen ökologischen Fußabdruck, der nicht ignoriert werden kann, wie Geneva Environment Network zeigt.

Ein Blick auf die Schattenseiten der Modeindustrie

Wussten Sie, dass die globale Faserproduktion in den letzten zwei Jahrzehnten fast doppelt so hoch gestiegen ist? Von 58 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 116 Millionen Tonnen im Jahr 2022 – und diese Zahl könnte bis 2030 auf 147 Millionen Tonnen anwachsen. Das bedeutet auch, dass wir jährlich 85% aller Textilien auf Deponien entsorgen, eine erschreckende Zahl, die verdeutlicht, wie wenig wir über Nachhaltigkeit in unserer Kleidung nachdenken.

Ein weiteres Problem sind die Wasserverbrauchs- und Kohlenstoffemissionswerte der Modeindustrie. Diese ist der zweitgrößte Wasserverbraucher und verursacht 2-8% der globalen Kohlenstoffemissionen. Schockierenderweise landen jährlich 500.000 Tonnen Mikrofasern aus dem Waschen von Kleidung in den Ozeanen, was der Menge an Plastikflaschen entspricht. Umso wichtiger ist die Diskussion, die Studierende in Dortmund anstoßen, um Bewusstsein zu schaffen – nicht nur für die Auswirkungen, die unsere Kleidung hat, sondern auch für die sozialen Bedingungen, unter denen sie produziert wird.

Nächster Schritt: Nachhaltige Textilwirtschaft

Ein Lichtblick in dieser industriellen Dunkelheit ist der „Grüne Knopf“, ein staatliches Siegel, das sozial und ökologisch produzierte Textilien kennzeichnet. Initiativen wie das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ setzen sich für die Durchsetzung von Umwelt- und Sozialstandards in der Textilwirtschaft ein. Unternehmen, die den Grünen Knopf tragen, verpflichten sich zu besseren Arbeitsbedingungen und Umweltschutz, und Verbraucher können so bewusster einkaufen, wenn sie auf dieses Siegel achten, wie BMZ erklärt.

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Die Kombination aus kreativen Projekten an Hochschulen und wachsender Gemeinschaftsinitiativen eröffnet neue Wege für eine nachhaltige Modeindustrie. Wer sich also für Kleidung interessiert – sei es als Konsument oder als Designer – sollte aktiv mitdenken und handeln. Der Besuch der Ausstellung in Dortmund bietet eine hervorragende Möglichkeit, um mehr über die Zusammenhänge zwischen Mode, Identität und ökologischer Verantwortung zu erfahren.