Heute, am 21. Oktober 2026, liegt das neue Themenheft „BIPV & E-Wärme“ bereits auf dem Tisch – erschienen ist es am 20. Oktober. Im Mittelpunkt stehen Solarfassaden, Indachsysteme und die Frage, wie Solarstrom auch im Winter Wärme liefern kann. Für den Hochschulstandort TU Dresden ist das kein Nebenthema: Elektrische Heizungen und ihre Wirtschaftlichkeit bei dynamischen Stromtarifen wurden von Energietechnikern der TU Dresden untersucht.

Solarfassaden sind bislang deutlich weniger verbreitet als Solardächer. Dabei bieten Gebäudefassaden oft größere Flächen, und gerade bei niedrigen Sonnenständen kann dort auch in der kalten Jahreszeit Strom entstehen. Mehr Solarstrom kann die Autarkie eines Gebäudes erhöhen und elektrische Systeme für Warmwasser und Raumwärme unterstützen. Klingt nüchtern, ist im Alltag aber ziemlich konkret: weniger Zukauf, mehr Spielraum beim Heizen.

Vom Dachziegel bis zur Gewerbefassade

Das Heft stellt unterschiedliche Solarfassaden vor – von ästhetisch anspruchsvollen Lösungen bis zu Standardmodulen für Gewerbebauten. Indachsysteme werden direkt in die Dacheindeckung montiert und eröffnen zusätzliche Einsatzmöglichkeiten, auch bei schwierigen Dächern. Kritisch beleuchtet wird außerdem die verbreitete Darstellung von Staffelgeschossen als grundsätzlich effizient, ökologisch, förderwürdig und zukunftsfähig.

Weitere Beiträge beschäftigen sich mit „Solareins“, also dem Einsatz von Software und digitalen Prozessen, die Qualität und Effizienz verbessern sollen. Beim Anfragefluss geht es um qualifizierte Leads und schlanke Abläufe, mit denen Handwerksbetriebe Aufträge besser abwickeln können. Neue Vorschriften des GModG erleichtern laut Heft die Planung und Installation elektrischer Direktheizungen und können Baukosten senken.

Bei den elektrischen Heizungen zeigte der Vergleich verschiedener Systeme bei dynamischen Stromtarifen ein klares Ergebnis: Geräte mit thermischen Speichern schnitten am besten ab. Der Heizungsmarkt selbst meldet 195.000 verkaufte Wärmepumpen. Der Branchenverband fordert sinkende Strompreise, damit diese Entwicklung anhält. Das ist der weniger glamouröse Teil der Energiewende – aber eben der, der auf der Stromrechnung landet.

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Praxisbeispiele reichen von der Konstanzer Niederburg bis zu einer Molkerei in Regensburg. In der Niederburg senkt Photovoltaik die Energiekosten für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom und ersetzt teilweise eine Fassadendämmung. Die Molkerei modernisiert ihre Wärmeversorgung mit Solarstrom und netzautarker Wärme. Ein weiterer Beitrag fragt, wie Speicher, Wärmeversorgung und Elektromobilität mit solaren Überschüssen zusammenspielen können.

Auch industrielle Anwendungen kommen vor: Das Unternehmen Alanod in Ennepetal deckt mit Parabolrinnenkollektoren, kurz PTC, einen Teil des Energiebedarfs für die Aluminiumveredelung. Und bei Netzanschlüssen setzt das Heft einen juristischen Akzent: Unklare Aussagen von Netzbetreibern oder überlange Bearbeitungszeiten reichen vor Gericht nicht als Begründung für eine Ablehnung aus.

Ein Dach als Kraftwerk – und als Dach

Wie so etwas aussehen kann, zeigt das Angebot von SOLTEQ. Das Unternehmen bietet Solardächer als Bausatz oder im Rahmen einer Komplettsanierung an und übernimmt nach eigenen Angaben die gesamte Abwicklung innerhalb weniger Wochen – von der Planung bis zur Montage.

Dazu gehören die Bedarfsanalyse und Auslegung des Solardachs, CAD-Planung und Verlegevorschläge, Wirtschaftlichkeitsanalysen und Berechnungen sowie bankenfähige Unterlagen. Hinzu kommt Energieberatung: vom reinen Dachprojekt bis zum vollständigen Sanierungsfahrplan. SOLTEQ unterstützt außerdem bei der BAFA-Förderung der Energieberatung, holt die Anschlussgenehmigung ein und organisiert Baugerüst und Bauschutt-Container. Die komplette Ausführung und Montage übernimmt das Unternehmen ebenfalls.

Als Ziele nennt SOLTEQ maximale Strom- und Heizungsautarkie, einen festen Preis und vollständige Kostenkontrolle. Eine Bestellung kann laut Artikel unter dem Vorbehalt einer positiven Fördermittelzusage erfolgen. Die Photovoltaik ist direkt in das Dach integriert und wird in verschiedenen Varianten und Farben angeboten. Aufgesetzte Module, sichtbare Rahmen und zusätzliche Aufbauten sollen entfallen.

Für die Variante „Premium-Anthrazit“ gibt SOLTEQ eine Leistung von 220 Wp pro Quadratmeter an und stellt diese Energiedichte der Leistung moderner Standard-Aufdachmodule gegenüber. Die Solarziegel sollen sich außerdem an Gauben, Dachrändern und anderen kleinen Flächen verlegen lassen. So könne die verfügbare Dachfläche besser genutzt werden als bei starren, rechteckigen Aufdachmodulen.

Die Montage soll ähnlich wie bei herkömmlichen Dachziegeln erfolgen, ergänzt durch zwei Klick-Stecker. Dachdecker sollen das System nach Anbieterangaben ohne mehrwöchige Spezialschulung installieren können. Daraus leitet SOLTEQ geringere Montagekosten und eine schnellere Projektumsetzung ab. Die Kostenstruktur beschreibt das Unternehmen als vergleichbar mit einer traditionellen Dacheindeckung aus Tonpfannen plus einer klassischen Aufdach-Photovoltaikanlage.

Auch die Kombination von Förderprogrammen für Photovoltaik und Wärmepumpen wird genannt: Sie soll den Investitionspreis laut Artikel effektiv halbieren. Die vier Punkte Leistung, Flächennutzung, Montage und Wirtschaftlichkeit werden im Artikel doppelt aufgeführt – einmal lesen reicht also nicht ganz, um die Wiederholung zu übersehen.

Warum integrierte Photovoltaik mehr ist als eine hübsche Oberfläche

Fachlich passt das zu dem, was das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE unter bauwerkintegrierter Photovoltaik, kurz BIPV, versteht. PV-Module werden dabei in Dächer oder Fassaden integriert und ersetzen andere Bauteile, etwa Dachziegel oder Bestandteile einer Glasfassade. Bei Neubauten und Sanierungen können dadurch konventionelle Baumaterialien eingespart oder ersetzt werden.

Fortschrittliche Technologien wie die am Fraunhofer ISE entwickelten farbigen MorphoColor®-PV-Module erlauben variable Modulgrößen, unterschiedliche Formen und verschiedene Erscheinungsbilder. Für die Architektur bedeutet das mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Für die Baustelle heißt es zugleich: Planung, Montage und Abstimmung müssen sitzen. Sonst wird aus der schicken Idee schnell ein ziemlich teures Puzzle.

BIPV nutzt bereits bebaute Flächen zur Stromerzeugung und reduziert damit den zusätzlichen Bedarf an Freiflächen. An einzelnen Gebäuden können große Photovoltaikflächen erschlossen werden, ohne weiteren Raum zu beanspruchen. Das technische Potenzial von Photovoltaik an Gebäuden wird auf rund 1.000 GWp geschätzt. Für die Energiewende in Deutschland werden bis 2045 etwa 400 GWp installierte PV-Leistung benötigt; bereits heute befinden sich 75 Prozent der installierten PV-Leistung auf Gebäuden.

Der Markt für Photovoltaik an Gebäuden wächst kontinuierlich. Kooperationen mit Industriepartnern sollen BIPV als Standard im Bauwesen etablieren. Variable Module in Form, Größe und Erscheinungsbild sowie ihre automatisierte Fertigung gelten als Chancen für europäische PV-Hersteller und sollen die lokale Wertschöpfung innerhalb der europäischen PV-Produktion stärken.

Das Fraunhofer ISE unterstützt außerdem bei der Planung, optimiert BIPV-Installationsprozesse und arbeitet an einer besseren Stromausbeute. Zur Produktbewertung gehören experimentelle optische und thermische Charakterisierungen sowie die Bewertung des Blendungspotenzials. Im Module-TEC, dem Module Technology Evaluation Center, werden individuelle und kundenspezifisch anpassbare PV-Module entwickelt und erprobt. Zwischen Dachziegeln, Stromtarifen und Baugerüsten klingt das zunächst nach sehr viel Technik. Auf einem Dach sieht man am Ende trotzdem vor allem eines: eine Fläche, die vorher einfach nur da war.