Michael Patrick Kelly bringt seine Traces Tour 2027 ans Dresdner Elbufer
Michael Patrick Kelly kommt am 14. August 2027 ans Dresdner Elbufer. Bei den Filmnächten am Elbufer am Königsufer steht der US-irische Sänger und Multiinstrumentalist im Rahmen seiner „Traces Tour“ auf der Bühne. Für das Konzert sind Songs seines Albums „Traces“ ebenso angekündigt wie ältere Stücke – also vermutlich jener Mix, bei dem im Publikum irgendwann wirklich alle mitsingen.
Der Auftritt ist eines von acht Open-Air-Konzerten in Deutschland. Die Tourabschluss-Konzerte finden im Juni und August 2027 statt; weitere Deutschlandtermine sind laut Veranstalter nicht geplant. Der Vorverkauf beginnt am Mittwoch, 23. September 2026, um 10 Uhr, unter anderem bei Eventim. Laut den vorliegenden Angaben sind Tickets bereits erhältlich; diese Angaben gelten ohne Gewähr.
Kelly spielte im August 2026 vor knapp 7.000 Fans auf der Hutbergbühne in Kamenz. In Dresden war er zuletzt 2023 bei einem Open Air auf dem Gelände der Jungen Garde zu sehen, bereits 2022 hatte er dort ein Konzert gegeben. Beim Semperopernball 2024 war Kelly ebenfalls zu Gast und nahm einen Preis entgegen – musiziert hat er dort allerdings nicht.
Acht Sommerabende quer durch Deutschland
Die „Traces“-Tour wird bis 2027 verlängert. Geplant sind acht Open-Air-Konzerte Ende Juni sowie Anfang und Mitte August:
| Datum | Ort | Veranstaltungsort |
|---|---|---|
| 24.06.2027 | Fulda | Domplatz |
| 25.06.2027 | Künzelsau | Würth Open Air |
| 26.06.2027 | Wiesbaden | BRITA-Arena |
| 06.08.2027 | Heringsdorf | Freifläche an der EmslandArena |
| 07.08.2027 | Lingen | EmslandArena |
| 08.08.2027 | Wolfsburg | Sommerfest der Autostadt |
| 14.08.2027 | Dresden | Filmnächte am Elbufer |
| 15.08.2027 | Coburg | Schlossplatz |
Die Arena der Filmnächte ist dabei der größte Spielort der Tour. Bei Konzerten fasst sie bis zu 12.000 Besucher. Kelly will seine größten Hits und Songs aus „Traces“ präsentieren. Im August kann das am Elbufer eine ziemlich warme Angelegenheit werden: viel Publikum, viel Licht, dazu die Geräusche der Stadt und der Fluss direkt daneben.
Vom Straßenmusiker zum Solokünstler
Geboren wurde Michael Patrick Kelly 1977 in Dublin. Sein Vater war der US-amerikanische Lehrer Daniel Jerome Kelly, seine Mutter die Tänzerin Barbara-Ann Suokko. Kelly hat sieben Voll- und fünf Halbgeschwister. Nach dem Tod seiner Mutter 1982 zog der Vater die Familie allein und unter schwierigen finanziellen Bedingungen auf.
Mehr als zwölf Jahre lang reiste Kelly seit frühester Kindheit mit seiner Familie als Straßenmusiker durch Europa und die USA. Mit zunehmendem Alter spielte die Familie mehrere Konzerte am Tag. Ab 1984 präsentierte Kelly seine Geschwister auf der Bühne und moderierte die Veranstaltungen. Sein erstes Instrument war die Tin Whistle; sein Vater unterrichtete ihn. Eine staatliche Schule besuchte Kelly nicht.
Später wurde er als Mitglied der Kelly Family bekannt und startete eine Solokarriere. Neben Englisch und Deutsch spricht er Französisch, Spanisch und Niederländisch. In der Band spielte er unter anderem Gitarre, E-Gitarre, Bass, Klavier und Keyboard sowie Perkussions- und Harmonikainstrumente.
Mit 15 Jahren schrieb Kelly „An Angel“. Das Lied markierte 1994 den kommerziellen Durchbruch der Kelly Family: Platz 1 in Österreich, Platz 2 in Deutschland und der Schweiz, in Deutschland elf Wochen in den Top 10 und 27 Wochen in den Top 100. Die Jugendzeitschrift Bravo trug zu seiner Popularität bei. Kelly entwickelte sich zum bekanntesten Mitglied und Frontmann der Gruppe. Wegen seiner Bekanntheit konnte er sich zeitweise nur mit mehreren Sicherheitskräften in der Öffentlichkeit bewegen. Ab seinem 18. Lebensjahr war er musikalischer Leiter der Kelly Family.
Zu den weiteren von ihm geschriebenen und in Deutschland erfolgreichen Liedern gehörten „Fell in Love with an Alien“, „One More Song“, „Children of Kosovo“ und „Mama“. 2002 ließ er sein seit der Jugend charakteristisches, hüftlanges Haar abschneiden. Im August desselben Jahres starb sein Vater an den Folgen einer Hirnblutung. Danach wurde der gemeinsame Wohnsitz auf Schloss Gymnich aufgegeben und die Band organisatorisch neu strukturiert.
Kloster, Charts und neue Bühnen
Im März 2003 veröffentlichte Kelly bei Universal Music sein erstes Soloalbum In Exile, das Platz 13 der deutschen Charts erreichte. Die Single „Pray Pray Pray“ erschien vorher und kam ebenfalls auf Platz 13. Sie entstand nach einer Pilgerreise nach Medjugorje. Weitere spirituelle Lieder aus dieser Zeit waren „Thanking Blessed Mary“ und „Rain of Roses“; „When You Sleep“ erreichte im Mai 2003 Platz 45 in Deutschland.
Von 2004 bis 2010 lebte Kelly als Mönch in einem Kloster. Als Gründe für seinen Austritt nannte er gesundheitliche Probleme und den Wunsch, wieder stärker Musik zu machen. 2010 entschied er sich gegen das Ordensgelübde und für die Rückkehr zur Musik. 2011 initiierte er mit seinen Geschwistern Joey, Patricia, Paul und Kathy die Weihnachtstournee Stille Nacht – eine musikalische Weihnachtsgeschichte. Im Dezember 2012 wurde sie mit zwölf Konzerten fortgesetzt.
Im Mai und Juni 2012 trat Kelly mit dem Soloprojekt Agape in zehn deutschen Kirchen auf. Die Benefizkonzerte enthielten spirituelle Lieder und wurden vom Bonifatiuswerk sowie Caritas International unterstützt. Von Sommer 2013 bis Oktober 2014 spielte er 58 Konzerte der Tour solo and unplugged in mehreren europäischen Ländern. Auf dem Programm standen Kelly-Family-Lieder, Stücke aus In Exile und Coverversionen.
2015 meldete er sich unter dem Namen Michael Patrick Kelly mit „Shake Away“ zurück. Sein Album Human erschien im Mai 2015 und erreichte Platz 3 der deutschen Charts. 2016 folgte RUAH, eine Sammlung überwiegend während seiner Klosterzeit entstandener spiritueller Lieder. Der Titel bezieht sich auf das hebräische Wort „Ruach“ für Geist oder Atem. Im Herbst 2016 veranstaltete Kelly eine Benefiztour; ein Teil der Einnahmen ging an Projekte des Bonifatiuswerks und von Caritas International.
Nach sechs Monaten Arbeit in London erschien im Juni 2017 das Album iD bei Columbia Records/Sony. Es erreichte Platz 5 in Deutschland und der Schweiz sowie Platz 7 in Österreich. Die Single „Golden Age“ stellte Kelly in der Sendung Sing meinen Song vor. „iD“ entstand mit dem Musiker Gentleman, den Kelly dort kennengelernt hatte. Aufnahmen fanden unter anderem in Pete Townshends Musikstudio auf dem Boot Grand Cru, in den British Grove Studios von Mark Knopfler und in den Dean Street Studios statt. „New Spirit“ nahm Kelly gemeinsam mit dem Trio Wildwood Kin auf.
Ebenfalls 2017 veröffentlichte Kelly mit Lena Meyer-Landrut das Cover „Don’t Give Up“ von Peter Gabriel und Kate Bush und sang mit Moses Pelham „Wir sind eins“. Im November erschien eine Extended Version von iD mit sechs zusätzlichen Liedern und einer Akustikversion von „Shake Away“. 2018 folgte das Livealbum iD – Live.
Im Fernsehen war Kelly nach seiner Rückkehr unter anderem 2015 in der ersten Folge von Meylensteine, 2016 in Songs für die Ewigkeit und 2017 als Teilnehmer von Sing meinen Song – Das Tauschkonzert zu sehen. 2019
