Stadtteilspaziergang zeigt Dresdens Pläne für Briesnitz und den Südwesten
Briesnitz bekommt am 2. Oktober 2026 Besuch: Die Stadt Dresden lädt zu einem öffentlichen Stadtteilspaziergang ein. Von 16 bis 17:15 Uhr geht es durch den westlichen Stadtteil – eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist um 16 Uhr am Torbogen des Volksparks Briesnitz, Meißner Landstraße 6.
Auf dem Weg werden geplante Treffpunkte, Parks und Grünflächen sowie Vorhaben aus Kultur, Freizeit, Bewegung und Begegnung vorgestellt. Teilnehmende können Fragen stellen und direkt mit den Verantwortlichen sprechen. Wer erst später dazukommen möchte, kann an den einzelnen Stationen zusteigen.
Vom Volkspark bis zum Beatpol
Die Route führt zunächst um 16:30 Uhr zum Kinder- und Jugendhaus „INSEL“. Um 16:45 Uhr steht der Briesnitzer Park Süd auf dem Plan, bevor die Tour um 17 Uhr am Konzertclub Beatpol, Altbriesnitz 2a, endet. Ein Spaziergang mit ziemlich unterschiedlichen Stationen also: Parkanlage, Jugendhaus, Grünfläche und Konzertort liegen dabei nicht bloß nebeneinander, sondern erzählen etwas über die geplante Entwicklung des Viertels.
Alle Vorhaben gehören zum Fördergebiet „Dresdner Südwesten/Cottaer Bogen“. Dort setzt die Stadt bis 2027 insgesamt 18 Einzelvorhaben in Briesnitz, Cotta, Gorbitz und Löbtau um. Der Förderbescheid für die EFRE-Projekte wurde am 13. September 2023 übergeben; die Einzelprojekte starteten ab dem 4. Quartal 2023, die Umsetzung läuft von 2024 bis 2027.
Finanziert wird das Programm über die EU und den Freistaat Sachsen. Es trägt den Namen „Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung“ und läuft von 2021 bis 2027. EFRE, der Europäische Fonds für regionale Entwicklung, unterstützt benachteiligte Regionen und Gebiete mit Strukturproblemen – unter anderem bei Forschung und Innovation, der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen, der CO₂-Reduzierung und nachhaltiger Stadtentwicklung.
Mehr Grün, bessere Wege, neue Treffpunkte
Im Fördergebiet geht es um bauliche Aufwertung und um eine bessere soziale, wirtschaftliche und ökologische Lebensqualität. Geplant sind barrierefreie Freiräume, Spielplätze und Parkanlagen, bessere kulturelle und soziale Angebote, Impulse für die lokale Wirtschaft sowie weniger CO₂-Ausstoß. Bis 2027 entstehen in Cotta, Gorbitz und Löbtau an acht Standorten 44 Fahrradstellplätze und sechs Lastenradstellplätze.
Am Beatpol ist ein barrierefreier Umbau des Veranstaltungsortes vorgesehen. Beim Kinder- und Jugendhaus „INSEL“ sind unter anderem ein Kleinspielfeld, Graffitiwände und zusätzliche Lagermöglichkeiten geplant. Auf der Freifläche an der Saalhausener Straße sollen Beachvolleyball- und Basketballfelder sowie eine Teqball-Anlage entstehen. Neue Spielmöglichkeiten am Spielplatz Deubener Straße wurden bereits im Frühjahr 2025 geschaffen. In Gorbitz wird der Bolzplatz am Spartenweg neu gestaltet und um Basketballmöglichkeiten ergänzt.
Auch der Neue Annenfriedhof ist Teil des Programms: Drei Projekte mit knapp zwei Millionen Euro EU-Förderung sollen ihn als Freiraum, Begegnungsort und Kulturdenkmal weiterentwickeln. Kleine und Kleinstunternehmen können bei Investitionen unterstützt werden. Zur Programmbegleitung gehören Öffentlichkeitsarbeit, Bürgerbeteiligung, Fördermittelabwicklung, Dokumentation und die Akquise von Unternehmen; dieser Teil läuft von 2024 bis 2027.
Unter den stadtökologischen Projekten finden sich die Umgestaltung der Grünfläche oberhalb des Bramschtunnels an der Coventrystraße zu einem naturnahen Freiraum, die naturnahe Umgestaltung und Offenlegung des Gorbitzbaches auf etwa 200 Metern sowie die Renaturierung des Weidigtbaches zwischen Weidentalstraße und Steinbacher Straße – verbunden mit einem verbesserten Hochwasserschutz. Der Volkspark Briesnitz wird unter den Bezeichnungen „Volkspark Briesnitz“ und „Briesnitzer Park Süd“ neu gestaltet. Für 2026 sind außerdem zahlreiche Baumpflanzungen an der Braunsdorfer und Grumbacher Straße vorgesehen.
Was die Menschen vor Ort gesagt haben
Die Planungen bauen auch auf einer Online-Umfrage vom 1. bis 29. April 2022 auf. 641 Personen und Träger sozialer Projekte beteiligten sich. Bei etwa 15.900 Einwohnern im Fördergebiet entsprach das rund 4 Prozent; repräsentativ war die Befragung nicht. 92,4 Prozent der Befragten fühlten sich im Gebiet wohl.
Am häufigsten wurden bessere Fuß- und Radwege gewünscht: 446 Personen beziehungsweise 70 Prozent nannten diesen Punkt. Es folgten Grünflächen und Baumbestand mit 428 Personen beziehungsweise 67 Prozent, Gaststätten und Cafés mit 327 beziehungsweise 51 Prozent, das Kulturangebot mit 294 beziehungsweise 46 Prozent, Sportplätze und Spielangebote mit 239 beziehungsweise 37 Prozent sowie ein stärkeres nachbarschaftliches Miteinander mit 154 beziehungsweise 24 Prozent.
Generationsübergreifende Angebote nannten 117 Personen beziehungsweise 18 Prozent, Nahversorgung und Lebensmittelläden 102 beziehungsweise 16 Prozent, Wohninnenhöfe 80 beziehungsweise 12 Prozent und Dienstleistungen 69 beziehungsweise 11 Prozent. Als Herausforderungen wurden Verkehrslärm und Gefahren im Straßenverkehr, besonders für den Rad- und Fußverkehr, fehlende kulturelle und soziale Angebote, schlecht vernetzte Grünflächen, fehlende Spielmöglichkeiten, verschmutzte Straßen und Wege – insbesondere durch Hundekot – sowie zunehmende sommerliche Hitzebelastung genannt.
Die Altersgruppe von 25 bis 39 Jahren stellte 46 Prozent der Teilnehmenden, jene von 40 bis 64 Jahren 40 Prozent. Unter 25 Jahre waren 10 Prozent, 65 Jahre und älter 2 Prozent. Die Gruppe ab 65 Jahren war im Online-Format unterrepräsentiert. 66 Prozent wohnten im Gebiet, 18 Prozent kamen regelmäßig zum Durchgang, 5 Prozent nutzten es regelmäßig in der Freizeit und 2 Prozent hatten dort ihren Arbeitsplatz.
Vom Theaterumfeld bis zur Gleisschleife
Rund um das ehemalige Theater Junge Generation wünschten sich 413 Personen beziehungsweise 64 Prozent bessere Fuß- und Radwegverbindungen zum Elberadweg. 382 beziehungsweise 60 Prozent nannten Pflanzen und Bäume, 351 beziehungsweise 55 Prozent Erholungsflächen, 325 beziehungsweise 51 Prozent Treffpunkte für Jugendliche und 304 beziehungsweise 47 Prozent Orte für öffentliche Veranstaltungen. Spielangebote für Kinder folgten mit 291 beziehungsweise 45 Prozent, Querungsmöglichkeiten über die B6 mit 269 beziehungsweise 42 Prozent, Sport- und Fitnessgeräte mit 201 beziehungsweise 31 Prozent, Fahrradstellplätze mit 141 beziehungsweise 22 Prozent und ein barrierefreier Zugang zu öffentlichen Einrichtungen mit 108 beziehungsweise 17 Prozent.
In offenen Antworten ging es außerdem um die Wiederbelebung des Briesnitzparks, eine Nachnutzung des Theatergebäudes für Veranstaltungen, Kultur, Gastronomie und Nachbarschaft, naturnahe Freiflächen, Spiel- und Sportangebote, Lärmschutz, bessere Radwege und einen barrierefreien Elbzugang.
Am Umfeld des Hebbelbades und Volkshauses Cotta standen verbesserte Erholungsflächen mit 376 Nennungen beziehungsweise 59 Prozent an erster Stelle. Pflanzen und Bäume nannten 362 beziehungsweise 56 Prozent, kulturelle Angebote 273 beziehungsweise 43 Prozent, Wegeverbindungen 267 beziehungsweise 42 Prozent, Treffpunkte für Jugendliche 242 beziehungsweise 38 Prozent, Spielangebote für Kinder 214 beziehungsweise 33 Prozent und Sport- und Fitnessgeräte 203 beziehungsweise 32 Prozent. 181 Personen beziehungsweise 28 Prozent wünschten sich ein Nachbarschaftszentrum, 174 beziehungsweise 27 Prozent eine bessere Erreichbarkeit und ein besseres Umfeld des Volkshauses.
Weitere Vorschläge betrafen die Belebung des Volkshauses, bessere Fuß- und Radwege, Verkehrsberuhigung, sichere Schulwege, frei zugängliche Sportmöglichkeiten und die Nutzung der Freibad-Freifläche außerhalb der Badesaison. Als Probleme wurden mangelnde Ordnung und Sauberkeit auf Wegen und Grünflächen genannt.
Die Gleisschleife Wölfnitz verbindet an der Koblenzer Straße die Kesselsdorfer Straße mit der Julius-Vahlteich-Straße. Der dort unterirdisch verlaufende Gorbitzbach soll perspektivisch offengelegt werden. Vorgesehen waren bessere Fuß- und Radwege, neue Bäume, weniger versiegelte Flächen sowie Aufenthalts- und Treffpunkte.
415 Personen beziehungsweise 65 Prozent wünschten sich Grün- und Wegeverbindungen entlang des Gorbitzbaches. 378 beziehungsweise 59 Prozent nannten eine bessere Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität der Haltestelle, 358 beziehungsweise 56 Prozent mehr Sicherheit,
